Die Giftmischerin


Titel: Die Giftmischerin
Autor: Bettina Szrama
Verlag: Gmeiner
Preis: 12,90€


Inhalt:

Bremen Anfang des 19. Jahrhunderts. Gesche Timm, will gesellschaftlich Aufsteigen und vergiftet jeden der sich ihr und ihrem (materiellen) Glück in den Weg stellt.
Ihre Opfer pflegt sie hingebungsvoll, bis sie überführt und verurteilt wird.



Meinung:

Hätte ich das Buch nicht gewonnen, hätte ich es nicht zu Ende gelesen. Ich habe mich verpflichtet Rezensionen zu schreiben, und deshalb MUSSTE ich es lesen. Es war ein harter Kampf. Bareknuckefight ich vs. Gesche Timm. Am Ende stand es:

Ich 1
Sie 0

Die Knackpunkte an der Story waren:

Die Sprache:

Manchmal sagt man ja: der Satz klingt hölzern. Irgendwie zu viel. Das klingt, als würde man es ablesen.
Hier hatte ich über 300 Seiten lang dieses Gefühl.
Die Sprache mag historisch klingen, doch viel es mir schwer, die Figuren ernst zu nehmen, wenn sie gesprochene Sätze mit "Liebste Schwester" beginnen.

Historisch klingen ist das eine, aber ich fand es zu arg historisch für meinen Geschmack.

die Figuren:

Ich hatte noch kein Buch, in dem mir die Figuren so herzlich egal waren. Es liest sich über 300 Seiten, wie ein Bericht. Nähe zu den Figuren? Fehlanzeige, die Sonne ist mir näher, als Gesche Timm.
Für keinen (auch nicht für ihre dahinsiechenden Opfer) hatte ich Empathie aufbringen können.

Einfach, weil das Innenleben der Personen vollkommen fehlt. Gesche ist sprunghaft. Ein Teenager in der Pubertät, ist nichts gegen ihre Stimmungsschwankungen, die sie manchmal im Millisekundentakt hat.

Und von denen ich mich Frage: Macht sie das, um ihre Umwelt zu täuschen, oder ist die so?

Ich weiß es immer noch nicht :C

Der Schreibstil:


Wie schon gesagt, es fehlt die Tiefe und der Bezug zu den Figuren. Die Kapitel sind unfassbar lang. Was mich beim lesen wenig motiviert hat. Ich will ja was "geleistet" haben, aber auf Seite 77 ist noch nicht mal Kapitel 1 vorbei. Das hinterlässt bei mir immer so ein ... keine Ahnung merkwürdiges Gefühl.

Auch die Absätze sind komisch verteilt. Zeitsprünge manchmal mittem IM Absatz, dass ich manchmal nicht mal mitgekommen bin WANN etwas spielt.

Die Autorin versäumt es leider auch, einmal auf die Umgebung einzugehen. Hamburg? 19. Jahrhundert? Davon merkt man nicht viel, nur der Name Napoleon fällt ab und an. Ich persönlich hätte (wenn ichs nicht gewusst hätte) von der Sprache her auf tiefstes Mittelalter getippt ^^

Fazit:

Mich ärgert das so!
Ich will doch mal was über eine Frau lesen, die keine Hebamme/Gouvernante/Kriegerin/Heilerin/irgendwas Schmiedin ist. Ich will was über ein kluges Miststück lesen, das schreckliche Dinge tut, aber mit dem ich dennoch mitfiebern kann.

Gesche? Ne, die hatte so viel Potential und alles verschenkt ;_;
Wäre die Story weniger ein Bericht und mehr mal Aktion gewesen, längere Szenen, besser ausgearbeitete Figuren. DANN hätte das echt was werden können, aber so ... war das schon eine Enttäuschung.

Mal wieder ein Buch, das in die "ich würde gern mal einen guten Histo lesen, aber finde keinen" Kerbe schlägt.





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