Dämon vs. Banker - Rezi zu "die schwarze Hostie"


Titel: schwarze Hostie
Autor: Birgit Kluger
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 418 KB
Seitenzahl: ca.50 Seiten
Verlag: Verlagsgruppe Droemer Knaur (16. Oktober 2012)

Handlung/Klappentext:

Sariel Halder, Nichte eines Hamburger Bankers, kämpft noch immer mit dem Tod ihrer Eltern, als sie dem jungen Alexander begegnet. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, doch sie ahnt nicht, daß er ein Dämon ist, der einen tödlichen Auftrag verfolgt. Bald schon verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse und Sariel muss die schwierigste Entscheidung ihres Lebens treffen.


Aufbau/Stil/Sprache:

"Schwarze Hostie" ist nett geschrieben, flüssig zu lesen, aber die Story weißt einige Plotholes auf, die das Ganze doch noch sehr ausbaufähig erscheinen lassen.

Dinge werden einfach nicht richtig und gut beschrieben und manchmal fällt es schwer der Geschichte zu folgen.

Spoiler:

- Wie gelingt es Halder Alexander zu fangen? (ich dachte wirklich zwischen Kapitel 2/3 mein Kindle würde spinnen. Einfach weil die Story zu hoppla die hopp war. Auf einmal ist der Prota gefangen und es wurde keine Erklärung geliefert, wie das jetzt von Statten ging.

- Alexander versucht in die Sahara zu flüchten und ist auch irgendwie schon da ... aber dann landet er in Halder Büro. Ob er sich das andere jetzt eingebildet hat, oder ob Halder ihn zurückgeholt hat ... bleibt (zumindest für mich) offen.

- Alexander verlässt die Gartenparty und beim lesen denkt man: Ja gut, er geht und kommt dann irgendwann wieder ... aber dann steht er plötzlich in Halders privater Kunsthalle, die groß wie ein Fußballfeld ist, auf deren Boden ein antikes Fresko ist und an deren Wänden sich alte und neue Meister tummeln. Auch das konnte nich nicht verstehen, genauso wenig wie Alexanders beschluss Halder nicht zu töten. Warum? Nur weil er Sariel begegnet ist und verwirrt von der Tatsache war, das sie ihn sehen konnte? Das kam mir sehr gestellt und von ihm unprofessionell vor.

Spoiler Ende.

Vom Schreibstil her, ist es ja ganz nett, aber es bleibt mir nur zu erwähnen, dass die Autorin die ... <= überstrapaziert. Als gut eingetztes Stilelement mögen die ... noch angehen, aber in " schwarze Hostie" werden sie ganz klar überstrapaziert. Nicht nur wörtliche Rede wird andauernd damit auslaufen gelassen. Auch Text. Manchmal sogar so, dass ich nicht wusste, WAS die Autorin mit den ... jetzt eigentlich sagen wollte. Der "Schluss" empfand ich als enttäuschend, es gibt keinen wirklichen Schluss und man fühlt sich als Leser genötigt auch noch die nächsten Bände zu kaufen. (Insgesamt gibt es 5) Wenigstens eine Teillösung wäre hier nett gewesen. Aber ein cleverer Zug von der Autorin so ihre Leser dazu zu bringen noch mehr zu kaufen ;) Figuren:

Alexander.
Auch nach dem lesen kann ich relativ wenig über Alexander sagen. Er ist ein Feuerdämon der geschickt wird um Morde zu sühnen. An sich eine nette Idee, doch von wem er geschickt wird (Dämonen sind doch normalerweise die Bösen und Mörder ihre Freunde :D) oder warum er das tut, bleibt offen (und wird vielleicht in einem der nächsten Bände hoffentlich geklärt)

Vieles was Alexander tut ist geistlich. Andauernd versucht er in Halders Geist einzudringen oder in Sariels um sich davon zu nähren und sich daran zu kräftigen. Seine Abschnitte bestehen eigentlich fast nur daraus, dass er leidet oder geistig verucht Kontakt aufzunehmen, was in als Figur sehr in die Defensive rückt.

Hier hätte mehr Aktion Not getan, um dem Protagonisten mehr Tiefe zu verleihen, das und mehr Infos und ich wäre ja schon zufrieden.

Sariel
Sariel ist der große Knackpunkt. Natürlich Waise, ohne soziale Bindungen und eigentlich die typische Mary-Sue, ist Sariel nicht das, was ich mir als Heldin wünsche. Sie lässt sich zuerst von ihrem Onkel herumschubsen und einsperren (obwohl sie volljährig und Erbin eines gigantischen Vermögens ist), man merkt wie negativ sie zu ihm eingestellt ist, nur um am Ende wieder zu ihm zurückzukehren.

Ihre Fähigkeiten akzeptiert sie zu schnell, zu wenig wird hinterfragt.

Spoiler:

Als Alexander vor ihren Augen erscheint/verschwindet. Fragt sie sich nur, wie er a) in ihr Zimmer kommt oder sie b) allein hocken lassen kann. Nicht wie sich ein Mensch plötzlich in Rauch verwandelen kann

Auch, als sie ihre Fähigkeiten erprobt, kam da von ihr zu wenig Überraschung, als das ich es nachvollziehbar finden könnte.

Das sie am Ende zu ihrem Onkel zurückkehrt, das war das Unlogischste von allen. Sie tut es um ihm zu sagen, ich will frei sein. Und das nachdem sie ihre Fähigkeit sich an jeden Ort der ihr passt begeben zu können entdeckt hat.

Und dann urplöztlich erinnert sie sich daran, dass ihre Mutter sich vor ihren Augen in Luft aufgelöst hat. Sie hatte das nur vergessen. Klingt für mich zu sehr nach Deus Ex Machina um es zu akzeptieren. WER vergisst SOWAS denn?

Spoiler Ende

Sariel, allein der Name verrät schon ihre Abstammung, ist mir zu sehr Klischee, als das ich etwas anderes als ein Augenrollen für sie übrig habe.

Mir liegen keine "Heldinnen" die andauernd Schutz und Rettung brauchen und sich von allen herumschubsen lassen.

Zwar versucht die Autorin ihr rebellische Züge zu geben, was ihre grandiose Blödheit zum Ende hin, aber wieder wettmacht.

An sich wären alle Figuren noch sehr ausbaufähig.

Cover:

Das Cover ist schön gestaltet, allerdings kann ich (bis auf den Feuerring) keine Verbindung zum Text herstellen. Denn das Mädchen das dort kniet hat m.M.n nichts mit Sariel Halder gemeinsam, die ich eher sehr verschüchtert fand. :D

Fazit:

Die in vielen Rezension beschriebene innovative Geschichte konnte ich in "die schwarze Hostie" nicht finden. Für mich war es nette Standartunterhaltung für zwischendurch (50 Seiten, ideal für die Mittagspause oder den Kaffee)

Da ich der Story ab und an nur schwer folgen konnte, und die Figuren entweder zu weit weg waren (Alexander) oder mir zu sehr Klischee (Sariel) war es leider nicht das beste Buch, das ich je gelesen habe.

Nette Unterhaltung für zwischendurch ja, Innovation in der Fantasy eher nicht.
Ob und wann ich die Folgebände lese weiß ich noch nicht.

Wer es gern ausprobieren möchte, momentan kostet der erste Teil nichts auf amazon und man kann einmal reinschnuppern.

---- Titelbild und Klappentext von der HP der Autorin entnommen ---








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