Zeitreisen für Dummies II - Rezi zu "Sturz in die Zeit"

Es gibt viele Bücher auf diesem Planeten, bei denen es mir nicht einleuchtet, wie sie so viele positive Rezis sammeln können.

Liegt der allgemeine Anspruch an gute, lesenswerte und logische Literatur extrem niedrig? Geben sich die meisten Frauen/Mädchen mit dem Geringsten zufrieden, Hauptsache der Protagonist ist reich und sieht gut aus ... oder liegen meine Ansprüche in gerade zu Mount-Everest-artigen Höhen?

Im Zuge eines Wanderbuchs, bin ich in den Genuss (mehr oder weniger) des Werkes gekommen.

Sturz in die Zeit, von Julie Cross





von Julie Cross
Verlag: Fischer Verlag (von deren HP wurde das Cover entnommen)
ISBN: 978-3-8414-2209-5


Inhalt:


Jackson Meyer kann in der Zeit zurück reisen, aber immer nur für ein paar Minuten oder Stunden, ohne dass es einen Effekt auf die Zukunft hätte. Er hällt das für einen harmlosen Spaß, bis Unbekannte seine Freundin Holly töten und er in der Zeit zurückreist, um das zu verhindern.

Meinung allgemein:


Ich fing vollkommen unvoreingenommen an. Es ist ein YA-Roman, also setzte ich keine großen Erwartungen auf, irgendwas Neues.

Zeitreisen sind immer problematisch, bringen viele Probleme mit sich (Paradoxien; was passiert wenn ich aus Versehen meinen Großvater überfahre; Schmetterlingseffekt)
Und meist verzetteln sich Autoren da sehr schnell.

Sturz in die Zeit, verzichtet erst einmal großflächig darauf überhaupt einzugehen. Jackson bleibt körperlich in der Jetztzeit zurück und seine Handlungen haben keinen Einfluss auf die Zukunft. (Was sorry, ja wohl schon komplett an den Haaren herbeigezogen ist und mir schon nach fünf Seiten die Suppe versalzen hat. Denn diese Sprünge, im weiteren Verlauf Halbe Zeitsprünge genannt, sind genau deshalb ja total witzlos ... Oo)

Er nimmt Zeitreisen als Spaß und versucht dem Ganzen, zusammen mit seinem Freund Adam, der, oh welch ein Glück ein "Physikgenie" ist, auf den Grund zu gehen.

Dann aber wird seine Freundin Holly erschossen und Jackson landet im Jahr 2007. Eigentlich kein Problem, aber er steckt fest. Also fast er den Plan Holly zu retten.

Der ganze Aufbau hat mich sehr an den Film "Jumper" erinnert, der mich ebenso verwirrt und unzufrieden zurückgelassen hat, wie dieses Buch. Alles wirkt sehr in den Text hineingequetscht, nichts wird richtig erklärt (dafür wird es wohl noch Bd. 2-3 geben)

Denn nicht genug, dass er Holly neu kennenlernt, er trifft auch auf seine in der Jetztzeit tote Zwillingsschwester und kommt dunklen Machenschaften, in die auch seine Familie verstrickt ist, auf die Spur.

Die Handlung, die zu Anfang aus "rettet Holly" besteht, wird zu einem kruden Mischmasch aus Weltuntergangstheorien, CIA-Agentendrama, Science-Fiction Anleihen und wirkt in ihrer Gesamtheit sehr krude zusammengschustert, dass ich beim lesen manchmal dachte:

Hä?

Der Schluss, ich will eigentlich gar nicht so viel über den Schluss sagen, außer dass er m.M.n. nicht wirklich befriedigt.

Die Handlung (rettet Holly) hätte man können in einem Buch locker über die Bühne bringen. Aber dieses Überaufgebot an Themen, die die Autorin unbedingt anschneiden und abfrühtücken will, bläht das Buch zu sehr auf. Deshalb wird es wohl oder übel ein Dreiteiler.

Band 2 und 3 werde ich mir schenken.



Figuren:

Jackson:
Schon nach den ersten Kapiteln hielt ich die Figur Jackson Meyer für absolut unrealistisch und überzeichnet.
Er ist reich, er sieht gut aus, er kümmert sich in seiner Freizeit um Kinder, er studiert englische Literatur.
Es ist nicht zum aushalten.
Der Augenrollfaktor im Bezug auf Jackson Meyer war, ohne Witze, höher, als bei Edward Cullen. (und das will was heißen)
Er war einfach ZU perfekt. Reich, gutaussehend UND er interresiert sich auch noch für klassische englische Literatur = eine erfundene Figur. Anders kann man es nicht sagen.

Solche Menschen KANN es einfach nicht geben. Solche Menschen SIND erfunden. Er wirkte auf mich wie der feuchte Kleinmädchentraum eines Bücherwurms, nicht wie eine Figur der ich es abkaufe, real zu sein. Und bevor hier jetzt wieder rumgemotzt wird, von wegen, ist ja Fantasy:

Zu perfekte Figuren sind nur eins: Langweilig!

Neben seiner totalen Überzeichnung, konnte ich ihn noch dazu einfach nicht ausstehen. Er ist in meinen Augen ein verzogenes reiches Gör.

Das er in der Zeit zurückspringen kann, war, ich weiß das es verrückt klingt, noch das normalste an ihm.

Jackson ist so ein Typ in einem Buch, mit dem ich nicht warmwerden kann. Ein von null auf hundert Durchstarter. Ein Sunnyboy, sorry, keine Punkte dafür von mir. Er hat mich die ganzen knapp 400 Seiten nur genervt.

Holly:
Holly. Blond. Süß. Herzig. Einfach das all american girl.
Holly, die unglaublich eindimensionale, langweilige und perfekte Freundin, die es zu retten gilt.
Auch hier: wenig bis nichts, was mich dazu bringt die Figur zu mögen.

Adam:
Der Nerd. Der immer dann auftaucht, wenn es etwas nerdiges zu tun gibt. Der Talking-Head des Buches, der uns aufklärt wir das "physikalisch" funktioniert. Der ab und an ein paar schlau klingende Sätze einwirft.

Fast wie in Transformers der Satz "das geht über die Fouriertransformation hinaus! DAS muss Alientechnologie sein!"
(Großes Gelächter bei meinem Freund und mir)

Fazit:

Mal wieder so ein Buch, das irgendwo an mir vorbeigeht.

Mal wieder so ein Buch, bei dem ich die vielen positiven Kritiken nicht verstehen kann.

Mal wieder so ein Buch, bei dem ich mich frage, ob mit mir was nicht stimmt Oo











Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

[Rezension] Eisige Schwestern

[Montagsfrage] Kommentare

[Bookrant] Pakt des Blutes