Ein Krieg, zwei Männer und eine starke Frau

Vor Wochen hatte ich das Glück, das Buch "die Frau die vom Himmel fiel" im Zuge einer Leserunde bei LB zu gewinnen.

Endlich habe ich Zeit, eine Rezi dazu zu schreiben.


 von Simon Mawer
Verlag: DVA
384 Seiten 
ISBN: 978-3-421-04565-2
 Preis 19,99€

Inhalt:
Paris 1943
Marian Sutro, ist anders, als andere Mädchen.
Gerade hat sie die Schule beendet, da wird sie schon für ein geheimes militärisches Projekt abgeworben.
Da sie gleichzeitig Französin und Britin ist, eignet sie sich perfekt dafür das von den Nazis besetzte Frankreich von innen zu infiltrieren und für die britische Regierung als Spionin zu arbeiten.
Marian nimmt das angebot an, und befindet sich plötzlich in einer anderen Welt, in der verschiedene Interessengruppen, völlig verschiedene Pläne mit ihr haben.
Und sie steht zwischen zwei Männern. Ihrer Jungedliebe Clement, der in Paris an einer Erfindung arbeitet die den Krieg entscheiden könnte.
Und Benoît, der mit ihr in Frankreich ausgesetzt wird, und mit dem sie schon längst eine leidenschaftliche Afffäre begonnen hat.
Wird Marian ihre Aufgabe erfüllen, und vorallem, wird sie überleben?

Meinung

Nach "die Bücherdiebin" und "Stadt der Diebe" war, "die Frau die vom Himmel fiel" das dritte Buch, in einem Jahr, über den zweiten Weltkrieg.


Im Gegenastz zu den anderen beiden Büchern, ist man hier, mitten in diesem gigantischen Kriegsapparat.
Man begleitet Marian beim Absprung aus einem Flugzeug (damit steigt man in die Geshichte ein); zum Trainingslager nach Schottland und schließlich mitten hinein in das besetzte Herz von Frankreich.

Marian ist eine sehr ungewöhnliche Frau. Ich kann mich immer noch nicht entscheiden, ob sie diesen Nervenkitzel braucht, wie eine Art Adrenalinjunkie, oder ob sie einfach ein unbedarfter Spielball ist, der hin und hergeschoben wird, wie eine Schachfigur, ohne es wirklich zu begreifen.

Marian ist nicht, wie andere Protagonistinnen. Sie ist hart im nehmen, ohne dabei übertrieben cool zu sein. Auf mich wirkte sie, wie jemand der für den Krieg geradezu perfekt geeignet ist.

Ihr Zwiespalt zwischen den beiden Männern Benoît und Clement, empfand ich als glaubhafter, als viele andere Dreiecksbeziehungen (bei denen ja oft, einer der Kerle nur da ist, damit man ein Dreieck hat)

Clement war der Traummann ihrer Kindheit, mit dem sie unheimlich viele Sommer in Frankreich verbracht hat. Der Freund ihres Bruders (beides Physikgenies)
Doch der Kontakt brach, aufgrund von widrigen Umständen, die im Buch aufgedeckt werden (kein Spoiler hier) ab.

Benoît.
Nun ... Benoît steht auf einem ganz anderen Blatt. Benoît ist Franzose und mit einem Hass im Herzen ausgestattet, das man es sich nicht vorstellen kann. Er will nur wieder nach Hause, nach Frankreich (typisch Franzose halt) und wenn er sich dafür aus einem Bomber schmeißen muss, dann soll es eben so sein!

Er ist ein jugendlicher Draufgänger, bei dem man sich nie entscheiden kann, ob man ihn küssen oder verprügeln soll.

Der Erzählstil es Autors ist ... erwachsen. Ja, ich glaube so, kann man es am Besten beschreiben. Erwachsen. Wer hier viel Herzschmerz und Drama, erwartet, wird zumindest auf weiten Teilen, ziemlich enttäuscht.

Marian ist zu sachlich für Dramen. Ihr steht so etwas nicht. Und genau das gefiel mir an dem Buch so ausnehmend gut. Gerade der zweite Weltkrieg, kann ja sehr rührig ausfallen, wenn es um schlimme Schicksale geht.

"Die Frau die vom Himmel fiel", kommt ohne Kitsch aus. Es ist Krieg, Punkt. Und alle müssen ihren Teil leisten.

Das Buch war sehr gut. Ich kann es jedem, nur ans Herz legen.

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