Nicht das was ich erwartet habe - Rezi zu "Night School du darfst keinem trauen"

Heute die Rezi zu einer meiner neusten Errungenschaften:



von C. J. Daugherty
464 S.
ISBN: 978-3-7891-3326-8
Preis: 17.95 €

Inhalt:
Nachdem Allie mal wieder beim Randalieren erwischt wird, schicken ihre Eltern sie auf die Cimmeria Akademie.
Einem Internat irgendwo im Nirgendwo in England, auf dem es nicht einmal Fernsehn, geschweige denn Handys oder Internet gibt.
Schon bald muss Allie feststellen, dass es auf dieser Schule nicht mit rechten Dingen zugeht. Die mysteriöse Night-School, ist ein offenes Geheimnis über das keiner sprechen darf.
Dann geschieht ein Mord und Allie wird in dunkle Machenschaften verstrickt.
Wem darf sie trauen?
Wer spielt ein falsches Spiel?

Erwartung und Wirklichkeit





Nach einem Blick auf das Cover und dem lesen des Klappentextes, war ich auf Fantasy eingestellt.
Das Cover wirkt auf mich irgndwie ... magisch. Die junge Frau erinnert mich etwas an Emily the Strange, mit den ganzen Ranken und Symbolen.
Auch der Begriff Night School, es klang für mich nach Fantasy.

Nachdem ich Bd. 1 (von 5!!!) nun beendet habe, bin ich ziemlich ratlos.

Das Buch ist keine Fantasy!!!!!
Jeder der also auf einen Fantasyplott hofft, sollte die Finger davon lassen!

Figuren:


Wir erleben Night School ausschließlich durch Allie, unsere Hauptperson.
Am Anfang des Buches wird sie als "rebellisch" beschrieben. Sie trinkt, begeht Vandalismus und man merkt, dass es von ihr eine Art Rebellion ist.

Ihr Bruder Christopher ist vor einiger Zeit verschwunden, seitdem geht es mit Ally bergab. Sie hat Panikattacken und zählt wahnhaft Herzschläge, Atemzüge und Schritte.

Doch kaum ist sie in Cimmeria angekommen, werden ihre Fuck-You Doc-Martins ganz unten im Schrank versteckt. Faltenrock, Bluse und Lipgloss ausgepackt und aus "Rebellen-Allie", wird innerhalb von zwei Kapiteln die perfekte Musterschülerin.

Eine Wandlung vom Saulus zum Paulus, kaum dass sie die elitäre Schwelle des ehrwürdigen Cimmeria Institus überschritten hat.

Natürlich sind sofort zwei junge, gutaussehende Schüler sofort in sie verschossen. (Wie ich diese Dreiecke satt habe)

Auf der einen Seite Sylvain. Seines zeichens Milliadärssohn aus Paris. Mit wunderbar heißem französischem Akzent.
Auf der anderen der rebellische Carter West, mit seinem dunklen Haar und seinen dunklen Augen.

Natürlich ist die neue sofort "Schulgespräch" und findet sofort Freunde.

Das ist schon alles sehr klischeehaft.

Auch das Allie anstatt weiter einen auf Rebellion zu machen, ihre Tage lieber in der Bibliothek verbringt, fleißig eine Hausarbeit nach der anderen herunterreißt und mir nichts dir nichts zum Streber mutiert. Humpf.

Schon bald wird sie natürlich in die "Geheimnisse" von Cimmeria verstrickt.

Ständig will sie herausfinden, was es mit der Night School und den Vorgängen innerhalb der Schule auf sich hat.
Aber ihre Versuche sind so halbherzig, dass ich sie nicht ernst nehmen konnte.

Wenn ich etwas wissen WILL dann sollte mich nichts davon abhalten es herauszufinden.
Doch Allies Versuche bestehen aus: Ich schleiche mich einmal in den zweiten Stock, werde erwischt und lasse es dann.
Und: Ich frage Leute, die mir eh nichts erzählen.

Das Allie im Laufe des Buches in den den Mittelpunkt der "Verschwörung" rutscht, war zu erwarten.
Aber auch hier.
Versuche an Informationen zu kommen, enden meist darin, dass sie mit ihren Freunden über was ganz anderes lang und breit redet (ihr Liebesleben, die (psyschichen)Probleme von anderen)

Positiv muss man ihr zu Gute halten, dass Allie keine Mary-Sue ist.
Sie ist zwar klischeebeladen, und ihre Wandlung ist zack zack, aber sie ist konsequent und sie lässt sich (meistens) nicht herumschubsen. Und sie ist nicht auf den Mund gefallen.

Spannung/Aufbau/Stil:

Die Spannung bezieht Night School einfach aus der Tatsache der Nichtinformation.
Das ist auf den ersten 200 Seiten noch okay. Aber je weiter das Buch voranschreitet, desto mehr hoffte ich darauf endlich etwas zu erfahren.

Jetzt nach fast 500 Seiten, bin ich eigentlich genauso schlau wie vorher. Und das ist das Frustrierende an dem Buch.
Es wird NICHTS aufgelöst!
Gar nichts!

Wir haben nach Ende des ersten Bandes zwar ein paar Infos, aber die sind so spärlich, dass ich innerlich sogar Wut empfinde. Ja, ich fühle mich etwas ... vorgeführt.

Denn würde man den ganzen Herzschmerz, das Teenie-Herumgezicke und die Unterrichts/Lern/Bibliotheksszenen streichen, bliebe unterm Strich nicht mehr viel über.

Es ist nicht so, dass in dem Buch nichts passieren würde.
Im Grunde genommen, passiert sogar andauernd was.
Aber es ist einfach nichts, was einem auf irgendeine Art und Weise befriedigt zurück lassen würde.

Ständig gibt es Szenen in denen irgendwer zu Allie sagt:
Komm heute Abend da und dort hin, wir müssen reden.

Und jedesmal fällst du als Leser drauf rein.

Allie kommt zum verabredeten Platz.

Dort steht Person X:
Allie du bist in Gefahr. Ich darf dir nichts genaues sagen, aber sei vorsichtig.

(beim zwölften Mal ziemlich frustrierend für mich) dann folgt aus heiterem Himmel immer eine Unterhaltung über irgendwas, was mich jetzt wirklich nicht interessiert. Z.B. mit wem Allie jetzt geht, was für Probleme ihre Freundin Jo gerade hat etc. pp.

Der Antagonist taucht zwar ein paar Mal auf, aber vieles an seinem Auftreten wirkte geradezu lächerlich auf mich.
Es tut mir leid, aber es gehören mehr, als ein paar markige Sprüche und Drohungen dazu, um einen guten Antagonisten zu formen.

Sein Auftritt am Ende des Buches, war einfach nur lächerlich, ich musste mit den Augen rollen.

Vieles an dem Buch wirkte konstruiert, und nur so gemacht, damit der Plot funktionert.
z.B. WIESO sollten ALLE Alarmanlagen auf Cimmeria (einschließlich lebensrettender Einrichtungen wie RAUCHEMLDER und des FEUERALARMS) Atrappen sein?

Wieso?
WO ist da bitte der Sinn?

Auf mich wirkte es so, dass die Autorin so versucht hat ihren Plott möglich zu machen.
Ohne Alarmsicherung, MUSS Allie wieder rein ins Feuer, und nur so ...

Den Sinn suche ich noch immer.

Folgebände:


Es sollen insgesamt 5 Bände werden.
Ich frage mich ehrlich was das soll?
WAS ist Night School?
Fantasy ist es nicht.
Ein Thriller? Dafür wird zu wenig geklärt und das Stilelement der prinzipiellen Nichtinformation braucht sich schon sehr bald auf.
Mysterie? Dafür braucht sich das mysteriöse zu schnell auf.

Am ehsten ist Night School ein Internatsroman mit Spannungselementen, viel Herzschmerz und Teenietum.

Bd. 2 erscheint im Februar unter dem Titel:

Night School - der den Zweifel säht

die anderen sind:

3. Night School - denn Wahrheit musst du suchen
4. Night School - um der Hoffnung willen
5. Night School - und Gewissheit wirst du haben

Was da noch auf uns zukommt bleibt abzuwarten!

Fazit:

Am Anfang konnte ich das Buch nicht zur Seite legen.
Doch die erzählerischen Schwächen und unlogischen Elemente haben mir das Lesevergnüngen doch sehr verhagelt.

Ich hätte mir einen etwas befriedigerenden Schluss gewünscht, anstatt um der lieben Serie Willen nichts zu klären und den Leser so zu zwingen sich die anderen Bände auch noch zu kaufen.

Alles in allem ist Night School ein nettes, im Ansatz sehr spannedes Buch. Aber insgesmat ist es für mich weder Fisch noch Fleisch.
Ob ich die anderen Bände lese, bleibt abzuwarten.









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