Allein unter Wölfen - [Rezi] die Gräfin der Wölfe

Wie ich ja schon vor ein paar Tagen geschrieben habe, hat der Bookshouse-Verlag uns Lesern ein nettes Geschenk gemacht.

"die Gräfin der Wölfe", ist der erste Roman im historischen Segment des Bookshouse-Verlag.


von Isabella Falk
380 Seiten 
ISBN: 978-9963724338 
Preis: 14.99€ (Print); 5.99€ e-book (alle gängingen Formate)

Leseprobe: KLICK

Inhalt:

Die lebenslustige und intelligente Prinzessin Amalia von Falkenstein, geboren 1682, lebt in einer Zeit, die geprägt ist von Hexenglauben und aufkommender Vampirhysterie. Die Tochter des Fürsten von Torgelow ist mit einem unglückseligen Makel geschlagen, doch obwohl sie deshalb unter ihrem Stand heiraten muss, ist sie glücklich über ihre Vermählung mit dem Grafen von Falkenstein. Voller Vorfreude auf ihr neues Leben zieht sie mit ihm auf seine Burg. Der Einzug durch das Dorf wirft jedoch dunkle Schatten auf ihre junge Liebe. Ein missgestaltetes Kind wird geboren, kaum dass der Graf und Amalia die kleine Gemeinde passiert haben. Die abergläubigen Dörfler geben der neuen Gräfin die Schuld. Amalias Stand wird immer schwerer, und als sie beginnt, die Milch von Wölfen zu trinken, um ihre Fruchtbarkeit zu steigern, ist es um die Loyalität der Dorfbewohner vollends geschehen. Aberglaube, Gehässigkeit, Furcht und mangelndes Mitgefühl reißen Amalia in tiefe Verzweiflung. Schließlich diagnostiziert der langjährige Hofarzt ihres Gemahls auch noch die teuflische Krankheit: Vampirismus!

Meinung:

Zu allererst muss ich sagen, ich liebe historische Romane. Wenn es ein Autor schafft, eine vergangene Epoche vor meinem Augen lebendig werden zu lassen, bin ich immer tief beeindruckt.


Ich war von Seite eins an, gebannt von "die Gräfin der Wölfe". Normalerweise, lese ich Romane über diese Zeit (17./18. Jahrhundert) und sie spielen in Versailles, es dreht sich um höfische Possenspiele und Ränke bei Hof.

"Die Gräfin der Wölfe" ist anders.
Düsterer, engmaschiger, ohne den Pomp und das Gloria großer Spiegelsäle, spielt es in der beschränkten Welt einer kleinen Grafschaft, irgendwo im Nirgendwo.

Zu Anfang erleben wir eine noch sehr lebenslustige und iteligente Amalia, die nicht so recht in die Gepflogenheiten ihrer Zeit passen will. Sie ist schon besonders, die junge Prinzessin, vorallem zu Hunden und Wölfen pflegt sie ein besonderes, fast schon magisches Verhältnis.

Daran stößt sich die, noch sehr vom Aberglauben durchsetzte, Gesellschaft.

Sie wird mit dem Grafen Wenzel von Falkenfried vermählt, aber schon zu Beginn ihres neuen Lebens legen sich Schatten über sie. Kaum dass sie ins Dorf einreitet, begleitet von ihrem Hund, bringt eine Frau, eine Missgeburt zur Welt.

Sofort entstehen Gerüchte um die "Wolfsgräfin".

Das Buch folgt Amalia über viele Jahre hinweg. Wir erleben die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln.

Amalias, das ihrer Zofe, verschiedener Leute aus Zwinzau, der Hebamme Margeht und zuletzt, auch die des Arztes Erasmus von Spießen.

Seine Figur, war die, die in mir die zwiespältigsten Gefühle ausgelöst hat. Ich weiß nicht, ob er der Antagonist dieser Geschichte ist, oder ob er nur im Rahmen seiner Möglichkeiten "das Richtige" getan hat.

Zunächst versucht er zu ergründen, warum eine Prinzessin so tief unter ihrem Stand heiratet. Und wir kommen durch ihn Amalias "Geheimnis" auf die Spur.

Er ist es auch, der von dieser Vampirkrankheit geradezu besessen ist. Und so langsam alle um ihn herum mit in diese Hysterie reist.

Fazit:

Das Buch beginnt eigentlich so, wie man es gewohnt ist, ich hatte wirklich gedacht, ich erlebe über die Jahre hinweg eine rebellische, sich gegen ihre Zeit stemmende Frau.

Aber es kommt anders.

Je mehr Zeit vergeht, je mehr Menschen sterben, desto drückender wird die Stimmung auf Falkenfried.

Ich kann das gar nicht richtig in Worte fassen, aber diese Ausweglosigkeit der Figuren. Das wirkte auf mich schrecklich niederdrückend.

Aber nicht im negativen Sinn. Ich konnte nicht aufhören zu lesen, und zuzusehen, wie sich diese Spirale immer weiter drehte.

Es ist unglaublich, wie abergläubig die Menschen damals waren. Normale Ereignisse, werden aus dem Zusammenhang gerissen und falsch interpretiert.

Psychische Probleme werden als dämonische Besessenheit, oder Vampirismus gedeutet.

Manchmal wollte ich in das Buch kriechen und Erasmus oder Amalia oder eine der anderen Figuren einfach an den Schultern packen, schütteln und anschreien: "oh großer Gott, kapiert doch endlich, die Frau hat nur ein Trauma, die ist nicht besessen".

Wer einen packenden, historischen Roman zu einem ausergewönlichen Thema sucht, der ist hier an der genau richtigen Adresse.
Hoffentlich schreibt Frau Falk, noch viele weitere historische Romane!












Kommentare

  1. Hey ((:

    Ich liebe auch historische Romane, ich bevorzuge aber eher das 19. Jhdt in England oder Amerika, aber Frankreich im 17. od 18. Jhdt ist auch wahnsinnig interessant (:

    Die Gräfin der Wölfe klingt gar nicht mal so schlecht (;

    Ich habe dir einen Award verliehen :))
    http://n-everlandbooks.blogspot.co.at/2013/02/its-award-time.html

    Liebe Grüße Franzi

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  2. Hallo Dina, vielen lieben Dank für die gute und wirklich umfassende Rezension. Ich habe sie mit wachsendem Interesse gelesen und komme dem Wunsch nach mehr Büchern gerne nach. Mein zweiter Roman, leider nur ein halbes Historikel, erschein im Juni und an einem echten Historischen Roman bin ich am schreiben. Vor allem dass der Roman als Dicht empfunden wurde, macht mich stolz. Genau das wollte ich, denn ich lese selbst am liebsten "dichte Romane" die mich noch eine Zeitlang beschäftigen. Grüße Isabella Falk

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