Verwirrung pur - [Rezi] verbotene Begierde

Ich mag erotische Romane, wirklich ich mag sie.
Also hab ich keine Sekunde gezögert und mit den ersten erotischen Roman den der "Bookshouse-Verlag" herausgibt besorgt.



 von Leah Boysen
Bookshouse-Verlag 
300 Seiten 
 ISBNs: 9789963722150 (P-Book)
       9789963722174 (.pdf)
         9789963722181 (.epub)
         9789963722167 (.mobi)
      9789963722198 (.prc) 
 Preis: 4,99€ E-book; 12,99€ print.

Inhalt:

Seit die junge Ärztin Vanessa Carter von ihrem Lebensgefährten verlassen wurde, wünscht sie Männer zum Teufel, versinkt gleichzeitig in Liebeskummer, ist mit ihrem Sexualleben unzufrieden und quält sich zudem mit Vorwürfen, weil sie glaubt, einen Fehler bei der Behandlung eines verstorbenen Patienten gemacht zu haben. Abends im Park begegnet ihr ein geheimnisvoller Fremder. Entgegen jeglicher Vernunft geht Vanessa auf sein dreistes Angebot ein und nimmt den Unbekannten mit nach Hause, ohne zu ahnen, damit einer lauernden und tödlichen Gefahr knapp entkommen zu sein. Sie gerät in einen Strudel aus Begierde, sexuellen Höhepunkten und Vergessen. Vanessa und ihre Freundin Lauren verfallen dem Charme der Gestaltwandler Jack, Dylan und Alec, die ein unfaires Spiel mit ihnen treiben – bis Ereignisse aus der Vergangenheit die Gegenwart einholen und ein erbitterter Feind gnadenlos zuschlägt.


Meinung:

Ich wollte dieses Buch mögen. Wirklich ich wollte es. Aber es ging nicht.
Doch ohne unfair sein zu wollen, das Positive zuerst.


Das Cover ist sehr schön geworden und Frau Boysen kann erotisch schreiben.

Kommen wir nun zu dem, was mir an dem Buch nicht gefallen hat:

London????


Das Buch soll in "London" spielen, aber im Ernst, das Buch hätte genausogut in Stuttgart, oder Niedersachsen spielen können. Ich erwarte ja bei Leibe keine Sightseeingtour durch die britische Hauptstadt, aber die Figuren, das Setting, das Verhalten war DEUTSCH.
Sorry das zu sagen, aber ein bisschen mehr Recherche, würde hier gut tun.

Natürlich sind das alles nur Kleinigkeiten. Wenn z.B. die Freundin versucht eine Katze mit LEBERWURST anzulocken. LEBERWURST? Wo hat sie dir her? Aus dem Delikatessenladen?

Wenn die Autoren von den "Bergen" in der Landschaft schreibt. "Berge???" in England ... alles klar, oder sie ihre Figuren zu Douglas einkaufen schickt. Also ich war ja schon oft in London, auch in großen Einkaufszentren, aber ein Douglas wäre mir da noch nicht aufgefallen. Ein Krankenwagen kurvt, ungefähr nach 2 Minuten nach Anruf, schon um die Ecke und das gerade in London wo man gleichzeit den Pizza-Service und die Ambulanz rufen kann und die Pizza ist eher da!

Der Park in dem Vanessa am Anfang auf Jack trifft wird einfach nur als "Stadtpark" bezeichnet und das in London, wo jede Wiese die größer als 1 1/2 Qadratmeter schon nach irgendwem benannt ist!
Auch der Wunschtraum innerhalb von einer dreiviertelstunde aus London rauszufahren (40 Meilen!) ist eher ein Wunschtraum. ;)

Das alles trägt nicht gerade dazu bei das Setting glaubhaft zu gestalten. Wie gesagt, beim lesen musste ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen "das spielt in England!!!! In London".
Die reden sich ja noch nicht mal mit Mister an, sondern mit Herr! Sehr verwirrend!

Es kam mir eher so vor, als hätte die Autorin hinterher beschlossen, das dann in England spielen zu lassen (warum auch immer). Vielleicht wirkt London cosmopolitischer ... oder hipper oder schicker, als Saarbrücken. Aber unterm Strich ist es glaube ich egal.


Klischees, Klischees, Klischees:

Frau Boysen hat in ihrem Buch so tief ins Klischeeglas gelangt, dass es fast nicht zum aushalten war. Sie macht den Kreis der peinlich, rührigen Fremdschammomente einfach voll.
Ganz egal, ob "Schwester die auf die schiefe Bahn kommt"; "Prügelnder Freund"; "Sozialer ab- und Wiederaufstieg"; "Hochzeiten"; "Todesfälle".

Die Geschichte war bei knappen 50% angekommen, und außer "Sex mit Unbekannten an die ich mich später nicht mehr erinnern kann", war außer Spesen nix gewesen. Und ich habe schon angefangen quer zu lesen, die Augen zu verdrehen und mich zu fragen, was als nächstes kommt.

Aufhören wollte ich ja schon, als die Sunny-Boys von Frauenbeglückern in Afrika die armen, notleidenden Kinder versorgt haben und Jack diesem ausgehungerten somalischen Flüchtlingsjungen sein LETZTES Stück Brot in die Hand drückt.

Fast die Hälfte des Buchs geht für diese, oder ähnliche Histörchen drauf!
Dazwischen immer wieder etwas "Erotik"

Natürlich verlange ich von einem Roman dieser Art keinen Shakespeare. Aber es hat mir einfach keinen Spaß gemacht, mit Vanessa und Sophie oder Lauren auf die Schönheitsfarm zu gehen, oder einkaufen, umziehen, oder bei MCD arbeiten oder, oder oder.

Und das Allerschlimmste daran ist ja, dass immer alles GUT wird. Und alle so nett sind. Und verständnisvoll. Natürlich die Schwester zieht zu ihrem Mann, also spenden wir ihre Möbel der Wohlfahrt, und die netten Vermieter, lassen uns in ihrer Finca in Spanien wohnen und spendieren uns den Flug, wenn wir da mal durchwischen!

NICHT ZUM AUSHALTEN!

Spannung:

Auch wenn es nach den 50% etwas besser wird, aber wirkliche Spannung kommt nicht auf. Ich konnte auch nicht so wirklich nachvollziehen, warum die zwei jetzt die ganze Zeit über nicht zusammen sein konnten. Natürlich gibt es diesen Grundkonflikt, aber das war mir dann doch etwas zu schwach.

Fazit:

Persönlich finde ich nicht, dass die Inhaltsagabe so gut zum Inhalt passt. Ja auf Seite eins stirbt ein Patient, aber das Thema ist ab Seite 2 obsolet. Und es ist auch nicht so, dass Lauren und sie jetzt so sehr "verfallen" da stelle ich mir was anderes drunter vor.
Z.B. vergehen an die 47% auf dem Kindle (das dürften so 145 Buchseiten sein) mit oben genannten Alltagsbelanglosigkeiten, die einfach irgendwann nur noch zum augenrollen sind. Diese 47% decken einen Zeitraum von 1 1/2 bis 2 JAHREN ab! In dieser Zeit hatten Lauren und Vanessa immer mal wieder Sex mit den Kerlen, die sie später wieder vergessen. Aber besessen?
Nein das ganz sicher nicht!

Wenn ich Sterne hier zu vergeben hätte, bekäme das Buch 2/5.

Die erotischen Szenen sind wie gesagt gut ausgearbeitet, aber sie wiegen die Defiziete bei weitem nicht auf!
Schade eigentlich, ich hoffe Frau Boysens nächstes Buch wird von der Story her ausgereifter!









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