Schlangenmenschen II - [Rezi] Schlangenfluch II - Ravens Gift

Manchmal kann das Leben echt enttäuschend sein.

Wie bei Inferno, das immer noch halb gelesen, auf meinem Nachttisch Staub ansetzt. Ich hab es, nach der ersten "ich werds in einer Nacht durchlesen" Session (die grandios an der Mittelmäßigkeit des Textes gescheitert ist) dorthin gelegt, und nicht mehr angerührt.

Am nächsten Tag hab ich den zweiten Teil von Schlangenfluch angefangen,  in Hoffnung, meine Stimmung könnte sich heben.

Es ist, wie es in 95% der Fälle immer ist: Ich sollte mich auf nichts freuen. Ich werde immer nur ... ja enttäuscht.


von S.B. Sasori
Dead-Soft-Verlag
224 S. 
ISBN: 978-3943678802
Preis: E-Book: 5.99 €; gedruckt: 13.95€


Inhalt: 

Raven verbirgt ein grausames Geheimnis, um seinen Bruder zu schützen. Tag und Nacht stellt er sich allein einer Herausforderung, der er nicht gewachsen ist. Samuel und Laurens ahnen nichts von der Gefahr. Sie kämpfen darum, die Geschehnisse am Loch Morar vergessen zu können - bis ein alter Feind auftaucht, der alles daran setzt, ihre Liebe für immer zu zerstören.

Meinung: 

In Erwartung dass es in diesem Band eher um Raven (Samuel giftigen Bruder) geht, fing ich an zu lesen. 

Erstens: Falsch gedacht. 
Zweitens: Alles was am Ende von Bd. 1 in trockenen Tüchern schien, ist es nicht. ALLES. Was schon relativ frustrierend ist.
Drittens: Es ist depressiv auf eine Art und Weise die einem (mich) irgendwann anfängt zu nerven.

Natürlich braucht ein Buch einen Konflikt (oder auch mal zwei drei vier davon) und Band 1 hatte auch einen Konflikt, eine Story, neben der Erotik und dem emotionalen Teil auch einen Plot dem man folgen und den man mögen konnte. 

"Samuels Versuchung", war ein gutes Buch. 
"Ravens Gift", war ... ja unterm Strich gesehen großflächig unnötig. Es bricht mir echt das Herz das zu sagen, einfach weil ich mich so auf das Buch gefreut habe, und einfach nur maßlos enttäuscht bin. 

Ich weiß nicht, vielleicht erwarte ich auch einfach zu viel von einem Buch. 
Aber die Konflikte, die aufgebaut wurden, waren einfach zum größten Teil vollkommen an den Haaren herbeigezogen, und die Ausführung fast schon lächerlich billig.Ich will nicht spoilen, aber manche Plottwists waren schon eher mit dem Holzhammer reingeprügelt.

Wie gesagt, ich hab ja von Freunden des Öfteren zu hören bekommen, nur ich würde Bücher auf diese Art und Weise sezieren und mir so die Lesefreude nehmen. Aber was soll ich machen, wenn mich solche Sachen geradezu anspringen????

Also weiter: Band eins war in seiner Darstellung und Ausführung und dem zusammenwürfeln von Paaren ja schon krass. Ohne größere Spoiler, Band 2 toppt das noch, in vielerlei Hinsicht. Doch wo Band eins mich noch (weil ich Empathie für die Figuren empfand) geschockt hat, hab ich bei Band 2 nur noch gedacht: Och komm schon, DAS jetzt auch noch, ich mein WIESO ... WAS soll das?

Passiert das jetzt wirklich nur, um des Schocks willen? Denn einen Sinn hinter manchen Handlungen konnte ich nur schwerlich ausmachen.

(Ich meine, wenn ich mich WEIT aus dem Fenster lehne, kann ich alles rechtfertigen und nachvollziehen, aber so geht gutes Erzählen halt nicht. Natürlich kann man aus der Staffage die man hat, immer und immer wieder neue Konflikte generieren und die Figuren auf diese Art und Weise in immer neue Situationen prügeln. Sie quälen. Ihr Leben zerstören. Ihnen neue Figuren an die Seite stellen und alles am Laufen und Weiterlaufen halten. Die Frage ist nicht, ob ein Autor das kann, sondern ob er es tun sollte.)

Einige Figuren (z.B. der eklige Schönheitschirurg) waren nur anwesend um tote Figuren (den bösen Onkel) zu ersetzen und so den "aufgezwungener Sex"-Level hoch zu halten.

Wo wir gerade bei Sex sind ... japp Sex kommt vor.
Eine Menge Sex. Ohne jetzt groß herumzuspoilern kann ich sagen: Danke G.R.R. Martin, dass du mich gegen so vieles abgestumpft hast, sonst hätte ich das nicht so gut verkraftet!

Die Sprache des Buchs ist derb. Derber als in Teil eins, was irgendwo ziemlich konträr zu den vielen viel zu kitschig, fast schon unerträglich kitschigen Passagen ist.
Ich mag Romantik irgendwo, aber ich bin keine Romantiksau. Ich brauch dieses ganze Drachen/Ritter Gequatsche wirklich nicht in diesem Ausmaß. Hatten wir ja in Bd. 1 schon, aber in dezentem Maß.

Hier wechseln sich solche übertrieben blumigen Passagen, mit derber Ausdrucksweise, Sex und größtenteils unnötigen Nebenplots ab. Und irgendwie ist man am Ende und denkt: Hätte man nicht lieber nach Bd 1 einen Strich ziehen können und es einfach so stehen lassen?

Ein offenes Happy End und gut ist?
Ravens Gift war genau das was Inferno auch ist. Eine unnötige Erweiterung eines guten Buches. Ob ich Band drei auch noch lese, lasse ich jetzt mal offen.






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