Der mir unbekannte Bestseller

Grade hab ich auf FB gesehen, dass es einen neuen Stephen King Roman gibt und da ist mir wieder einmal durch den Kopf geschossen, dass ich noch nie im Leben einen Stephen King Roman gelesen habe.

Ich lese generell eher wenig Bestseller, oder Bestsellerautoren.
Es hat bis Bd. 7 (!!!) gedauert, bevor ich einen Harry Potter angefasst habe, und es brauchte alle Überredungskunst um mich dazu zu bringen Rubinrot zu lesen.
Bei beidem kann ich nur sagen: Na Gott sei Dank, hab ichs gemacht.

Hier einmal meine aktuelle Liste all der Autoren, die ich eigentlich mal lesen MÜSSTE es aber noch nicht getan habe (Klassiker exklusive)

Charlotte Link: 

Nicht nur, dass ich bis vor ein paar Monaten dachte, sie wäre Engländerin (OMG das war ein so peinlicher Moment im Buchladen. Du wirst weil du so blöd bist, in Grund und Boden gestarrt.) und obwohl viele meiner Freundinnen auf ihre Bücher schwören. Ich hab noch kein einziges gelesen.

                                                                      von Blanvalet
ISBN: 978-3-442-37416-8
544 Seiten
Preis: 8.95€
 
Charlotte Link ist ein typisches Beispiel.
Die Konversation mit anderen Lesern sieht so aus.

Beliebiger Leser: "Uh das neue Buch von Charlotte Link ist raus" *freu*
Ich: "Echt? Ich hab noch nix von der gelesen".
Beliebiger Leser: *starrt dich an, als würde er versuchen mit seinen Laseraugen deinen Kopf zum explodieren bringen, wie ein Ei in der Mikrowelle* "WAAAAAAAAAAAAAAS? Aber Aber!"

Absolute Fassungslosigkeit. Das ist der Moment in dem du dich fühlst, als hättest du gerade gestanden kleine Kinder zum Frühstück zu essen. Mit Ketchup!

"Ne ne ne, so geht das nicht", dann verschwindet die Person in ihrem Wohnzimmer, auf dem Dachboden, oder wo auch immer sie ihre Bücher hortet und kommt mit der Sturmzeittrilogie unterm Arm zurück.
"Hier! Die MUSST du lesen!"

Meine ehemalige Mitbewohnerin war besessen von den Büchern. Ich persönlich glaub, sie konnte die auswendig. Sie hat mir allein die Szene mit dem Bärenfell vor dem Kamin ... in aller Ausführlichkeit ... und unter zu Hilfe nahme des Films mit Ben Becker ... also als Role-Model ... eine Stunde lang erzählt.
Das Plus ihre Emotionen dabei. 
Eine Stunde.
Und wir reden hier von Ben Becker, der so gar nicht in mein Beuteschema passt. 


Stephen King

Ich hab zwei Stephen King Erfahrungen.
Beides Filme.

Die Erste war besonders signifikant, und ich glaube ich spreche hier für eine ganze Generation.
Deine Eltern haben dich ins Bett geschickt, weil sie einen "Erwachsenenfilm" schauen wollen. Du hälst dich natürlich für viel klüger als sie und schleichst heimlich zurück.
Du versteckst dich hinter dem Sofa und schaust ab und zu mal hin und da ist da dieser Clown ... 

Ab diesem Moment sind Zirkusbesuche nicht mehr ganz so lustig, denn du hast eine Abneigung gegen Clowns entwickelt. 

Nummer zwei, ist "the green Mile" mit Tom Hanks.
Ich schaus mir an. Ich heule. Esse eine riesige Portion es und denke:
Du hast mir vielleicht Clowns auf immer verdorben Stephen King, aber das hier, das ist ganz großes Kino.

Sebastian Fitzek: 

Fitzek ist ja DER deutsche Thrillerautor schlechthin.
Für mich ist und bleibt er bis jetzt: Der Anleser.

Bei Fitzek ist es immer das gleiche Schema:

Gehe zu amazon => "Oh ein neuer Sebastian Fitzek Roman. Verdammt den wolltest du doch schon ewig mal lesen. *lachen* Hey vielleicht ist der neue ja toll!" => Cover "Uuuuuuuuuuuh" => Leseprobe: "Heilige Scheiße ... Ach du meine Güte ... *würg* ... Hammerhart ... Wahnsinn ... sollte ich kaufen". => auf Wunschzettel schieb => Ende

Es ist immer das Gleiche. Ich lese das Buch an und denke:

Wow ... heute Abend muss ich aber noch mal überprüfen, ob abgeschlossen ist.
Während Fitzeks Stimme in meinem Hinterkopf flüstert: "Ach Schätzen, glaubst du DAS würde ihn aufhalten ... du bist wirklich naiv".*böses Lachen*

Aber irgendwie schafft es ein Buch von ihm, nie in  meinen Warenkorb. Obwohl ich z.B. die Bücher von Jean-Christophe Grange sehr gerne lese, und der ja auch was Gewalt angeht kein Kind von Traurigkeit ist.
Das kann es also auch nicht sein, aber was hält mich davon ab, einfach mal einen Fitzek zu kaufen und zu lesen?
Ehrlich, ich weiß es nicht.
Keine Ahnung.

Patrick Rothfuss; Peter V. Brett; Tad Williams; Brandon Sanderson

Wenn du im Bezug auf einen von den Vieren den Satz "hab ich noch nicht gelesen" ranhängst, werden dich eingefleichte Fantasyfans bei lebendigem Leib häuten.
Kein Spaß.
Besonders Rothfuss und Sanderson.

Scheinbar stehen diese Autoren auf einer Stufe mit ... nein nicht Tolkien, das ist noch zu wenig. Mit Gott. Und es grenzt an ein Sakrileg, Majestätsbeleidigung oder ja ... Gotteslästerung, die nicht gelesen zu haben. 
Wenn die Phase des Starrens und ätzenden Schweigens, des ungläugiben Kicherns und Kopfschüttelns endlich nach einer gefühlten Ewigkeit vorbei ist, kommen Sätze wie: 

- Also bist du eher so der Twilightleser, hm
- Du magst also eher Romantasy, so den Krusch mit  Vampiren. *abfälliger Blick*
- Du hast keine Ahnung von Fantasy, wenn du die nicht gelesen hast. Das ist sozusagen Pflichtlektüre. Wie willst du wissen, was richtig gute Fantasy ist, wenn du das nicht gelesen hast?

und mein absoluter Favorit: Aber G.R.R. Martin kennste?
Wenn du jetzt darauf antworten willst, bedenke folgendes: 

Vorsicht! Es ist eine Falle!

Wenn du jetzt den Fehler machst und sagst: "Das ist doch der, der Game of Thrones geshrieben hat", wissen die genau dass du zuerst/nur die Serie geschaut hast und du bekommst den selben abfälligen Blick wie nach Herr der Ringe. Diesen "Omg für diese Banausen muss echt alles zuerst ins Fernsehn kommen, damit sie mitkriegen, dass diese Bücher existieren"-Blick. 

Hier also die richtige Antwort: "Klar kenn ich ASOIAF".  
Damit rettest du dich zumindest über die erste Runde. 



Die Liste könnte glaub ich noch ewig so weiter gehen. Ich ernte erstaunte Blicke bei:
- Frank Schätzing
- Nalini Singh
- E.L.James
- Cornelia Funke
- Nele Neuhaus
- Nora Roberts
- Joy Fielding
- Cody McFadyen
- Simon Beckett
und tausend anderen.





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