[Zeit für Indie] - Rezi zu "wie ein schwarzer Spiegel"

Es war mal wieder Zeit für Indie!
Und um Mila Wintars "wie ein schwarzer Spiegel" schleiche ich ja schon länger herum.

                         Wenn der Traum einer Modelkarriere zum Albtraum wird           








  von  Mala Wintar
61S.
veröffentlicht über: amazon
0,99 €







 Inhalt:
Bewundernde Blicke, Blitzlichtgewitter und atemberaubende Garderobe; Lita wünscht sich nichts sehnlicher, als Fotomodell zu werden und selbst in die Welt des schönen Scheins einzutauchen. Als sie auf einer Benefizveranstaltung dem Modedesigner Marcel Mahren begegnet, scheint dieses Ziel in greifbare Nähe zu rücken. Doch schon bald entwickelt sich das, was sie für die bisher größte Chance ihres Lebens hielt, zu einem Alptraum. 

Meinung:

Ab und an packt es mich einfach und ich beschließe das Werk eines Indie-Autors zu lesen und "wie ein schwarzer Spiegel" war dafür perfekt. 
Das Thema klang interessant, und das ganze blieb unter 100 Seiten. 

Zu Beginn ist die Story wirklich gut.
Lita eine junges Ding, das Model werden will, trifft auf einer Party Marcel, den Modedesigner der ihr das blaue vom Himmel verspricht. 
Bis zu diesem Punkt gebe ich zu, hatte ich eher einen Krimiplot erwartet. Sowas wie "oh Gott er entführt sie und bringt sie um". Ich hatte mir, wenn ich erhlich bin, das Cover nicht so genau angesehen und den Zusatz "Mystery-Novelle" nicht gesehen. 

Lita und Marcel fahren also irgendwo ins Nirgendwo, zu einer alten Kaserne, um dort mit einem ehemals berühmten Fotografen ein Shooting zu veranstalten.
Bis zu dem Moment, als das "Mystery"-Element einsetzt, ist die Story gut. Bis zu dem Moment, als der Grusel einsetzt, ist am Schreibstil der Autorin nichts auszusetzen. Es war flott, kurzweilig und gut geschrieben. 
Dann kommt das Übernatürliche und es geht bergab. Die Autorin schafft es nicht wirklich diesen Grusel rüberzubringen. Andauernd "scheinen" Dinge irgendwas zu sein. Szenen werden mit Beschreibungen überhäuft und die Atmsophäre so mehr oder weniger im Keim erstickt. 

Obwohl ich mit Lita hätte Mitleid haben sollen, konnte ich gerade im letzten Teil der Geschichte nicht mit ihr mitleiden. Sie war so emotionslos, dass es mir egal war, ob sie stirbt oder nicht. 
Im letzten Drittel, gibt es dann eine Rückblende, und bei diesem Teil des Plots verliert die Autorin endgültig die Bodenhaftung. 

Ich war beim Lesen entsetzt. Aber nicht von dem, was da gerade passiert, sondern dass sich der Schreibstil von Gut so sehr und so rasant nach unten verschlechtert. Mystery hin oder her, aber dieser Plotteil war einfach nur unlogisch, an den Haaren herbeigezogen und sehr schlecht ausgearbeitet. 

Zum Ende will ich nur so viel sagen, dass auch dieses einen Deus Ex Machina Moment bereit hält. 

Fazit:

Als Fazit bleibt zu sagen: "wie ein schwarzer Spiegel" fängt gut und hoffnungsvoll an. Man ist schnell in der Story drin, aber mit einsetzen des "Übernatürlichen" wird es mit Logik und Erzählstil immer dünner. 
Sehr schade. Ich hatte mir da wirklich mehr erhofft


Kommentare

  1. Habe die Kurzgeschichte auch gelesen (vor dieser Kritik) und stimme weitgehend zu. Spannung erzeugt die Geschichte schon, aber sie spielt unter ihren Möglichkeiten.

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