[Rezi] Falkenmagie

Mit Falkenmagie wollte ich das neue Carlsen-Label Impress antesten, das E-books von deutschen Autoren verlegt.

Leider blieb das Ergebnis weit hinter meinen Erwartungen zurück.


von Katjana May
Impress Verlag
74 S. 
ISBN: 978-3-646-60003-2 
1.99€

Inhalt: 

Alles, was Kyra an diesem Abend wollte, war, noch vor dem Regen nach Hause zu kommen und gründlich auszuspannen. Stattdessen fällt ihr buchstäblich aus heiterem Himmel ein junger Mann vor die Füße – und entführt sie in eine Parallelwelt, in der sie einen herrschsüchtigen Despoten heiraten soll. Das KANN doch gar nicht real sein! Oder doch?

Meinung: 

Seit ich einen E-Reader besitze, hab ich meine Vorliebe für Novellen entdeckt. 
Falkenmagie passte genau in dieses Schema und deshalb ist das Buch auf meinem Kindle gelandet. 

Das Gute:
Impress macht wirklich tolle Cover!
Ein Eyecatcher der mich sofort dazu gebracht hat das Buch anzuklicken, dafür ein großes Lob!

Die Grundidee der Geschichte ist ganz gut, leider hat die Autorin zu wenig Raum ihre Ideen ordentlich auszuarbeiten. 

Das weniger Gute:

Eine Fantasygechichte mit einer Parallelwelt auf gerade mal 72 Seiten. 
Die Latte war also ziemlich hochgelegt und daran ist die Geschichte für mich einfach gescheitert. Auf nicht einmal hundert Seiten eine Geschichte zu quetschen die einfach alles enthällt: Parallelwelt, Liebesgeschichte, Befreiungsaktion, Magie mit mehreren Welten. 

Alles, besonders die Lovestory zwischen Kyra und Jannis, wirkte eher in den Text hineingehämmert, als das sie sich entwickelt hätte. Wie denn auch? Es sind ja nur 72 Seiten. 

Die Geschichte war für mich eher eine Enttäuschung, was auch der geringen Seitenzahl geschuldet ist. Es ist immer mal wieder was passiert, aber es war eher ein abarbeiten von Punkten, denn eine wirklich spannende Story. 

Charaktere: 

Mit Kyra wurde ich nicht warm. 
Ich hab in vielen Rezis gelesen, sie wäre eine starke Heldin, mit Sinn für Humor. Das kam bei mir leider gar nicht an. 
Die Versuche der Autorin "witzige Dialoge" oder "witzige innere Monologe" zu schreiben, hat bei mir leider nicht gezündet. 
Sie ist die Ich-Erzählerin dieser Geschichte und ich konnte wie gesagt keine Beziehung zu ihr aufbauen. Ich könnte nicht einmal sagen, wie Kyra jetzt eigentlich ich. Für mich besitzt sie keinen Charakter, sondern ist einfach nur da und macht irgendwas. 

Auch der Rest der Figuren konnte mich irgendwie nicht wirklich berühren und unterm Strich waren sie mir alle einfach nur egal. 

Spannung: 

Auch hier eher mäßig. Was auch am Schreibstil der Autorin liegt, aber dazu mehr. 
Von vielen Szenen war ich einfach nur enttäuscht. z.B. (ohne zu spoilern) die Kampfszene. Sie wird einfach abgebrochen und dann beim Aufwachen gibt es eine Erklärung, was jetzt passiert ist. Als Leser sehr bitter.

Welt: 
Ich gebe zu, dass die Idee von vielen Welten die nebeneinander existieren, schon ihren Reiz hat. Leider fehlt der Geschichte die Zeit diese Ideen auszubauen und so bleibt alles an der Oberfläche und wird nur kurz angekratzt, was schade ist. 
Ich hatte beim lesen immer so einen, ja gehetzten Eindruck. Man kann nicht einsinken, weil die Prozentzahl unten auf der Leiste gnadenlos immer weiter zählt und man ja auch noch die Lovestory und die inneren Monologe der Protagonisten einbringen muss. 

Schreibstil: 
Ein riesen Manko war für mich der Schreibstil der Autorin. 

Wie ich oben schon erwähnt habe, haben die Witze oder witzigen Elemente bei  mir nicht gezündet. Um ehrlich zu sein, hat mich dieser "flapsige Stil" der an den Tag gelegt wurde, sogar eher etwas genervt. Aber das ist eine persönliche Geschmacksfrage, viele Leser werden es mögen (was die vielen 5 Sternerezis zeigen)

Was mich viel mehr gestört hat, waren die Dialoge. 
Zunächst einmal fand ich viele davon sehr hölzern und die Auftritte von Arik (dem Antagonisten) in der Burg, fast schon zum Lachen. 
Hinzu kommt, dass die Autorin die Dialoge nutzt um Infos zu streuen. Also die Dialoge sind reine Infodumps, die mich wirklich genervt haben. 

Das lief immer so ab: 
Kyra hockt in ihrem Burgzimmer, dann öffnet sich die Tür und ein kleines Männchen (von dem ich den Namen nicht mehr weiß, ich glaube es war Ravek) kommt herein. 

Dann geht es los und Kyra stellt Fragen, wie: Wo bin ich? Was soll das? Was ist los? Wie funktioniert Magie?

Ravek legt dann los und rattert Infos herunter, bis zu einem gewissen Punkt. Dieser Punkt (immer dann wenn Kyra kurz davor ist wirklich wichtige Infos zu bekommen) wird dann mit "wir haben keine Zeit mehr. Wir reden später weiter" eingeleitet und dann bricht der Dialog ab. Ravek verschwindet für ein paar Seiten um dann wieder aufzutauchen und das nächste Infodumpgespräch zu führen.

Im Großen und Ganzen, war der Schreibstil eher mäßig. Fesseln konnte mich die Autorin nicht. 

Fazit: 
Die an sich nette Idee scheitert an der Kürze der Geschichte und an der schieren Masse von Themen die man versucht hineinzuquetschen. 
Hinzu kommt ein wenig fesselnder Schreibstil und Charaktere mit denen ich nicht warm wurde. 

Unterm Strich bleibt nur zu sagen, dass Falkenmagie mich eher enttäuscht zurück gelassen hat. Schade ...


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

[Rezension] Eisige Schwestern

[Montagsfrage] Kommentare

[Bookrant] Pakt des Blutes