Romeo und Julia in der Wüste - [Rezi] Der Kuss des Feindes


von Titus Müller
Fischer Verlag (Schatzinsel)
284 S. 
ISBN: 978-3-596-85445-5
Preis: Preis € (D) 14,99 (Hardcover)

Inhalt: 

Liebe kennt keine Grenzen

Kappadokien um 800 n. Chr.: Über zehntausend Menschen leben in der geheimen unterirdischen Stadt Korama. Es sind Christen. Sie haben hier Zuflucht gefunden vor den Arabern, die das Land erobert haben. Arif, der Sohn eines arabischen Hauptmanns, entdeckt bei einem Streifzug das Christenmädchen Savina und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Unbemerkt folgt er ihr und entdeckt so den geheimen Zugang in das Höhlensystem der Christen. Eigentlich müsste Arif seinem Vater melden, dass er die Stadt der Christen entdeckt hat … 


Meinung: 

Nach gerade einmal zwei Abenden bin ich fertig mit "der Kuss des Feindes" ich habe das Buch zugeschlagen und jetzt sitze ich hier und werde das Gefühl nicht los, dass mir irgendetwas fehlt. 

Vom Thema her, hatte das Buch mich schon mit dem Klappentext neugrierig gemacht. Christen die sich in unterirdischen Höhlensystemen vor ihren Feinden verstecken müssen und dann verliebt sich eine von ihnen in den Feind. 

Ich bin wirklich ein großer Fan von Liebesgeschichten die unter einem schlechten Stern stehen. Das hat immer so etwas, tragisches. 
Ich fand auch das Setting und die Idee die hinter "der Kuss des Feindes" steht sehr interessant. Allerdings fehlte mir beim lesen dann doch der gewisse Kick dahinter. 

Titus Müller gibt uns zwei Protagonisten an die Hand, die mir selbst nach knappen dreihundert Seiten, seltsam fremd sind. Zwar habe ich viele Abenteuer, Hochs und Tiefs mit ihnen durchlebt, aber irgendwie bleiben sie doch auf Distanz. 
Savina hat einen Hang dazu dumme Entscheidungen zu treffen. Zwar gäbe es ohne ihre "heimlichen Ausfluge an die Oberfläche" natürlich keine Story, das ist mir schon klar. Aber ihre Naivität hat ihr schon ein paar Sympathiepunkte gekostet. Ich kann ihren Freiheitsdrang natürlich nachvollziehen (was gibt es Schlimmeres, als eingesperrt zu sein) aber sie ein bisschen weiter hätte sie mitunter schon denken können. 
Arif kommt insgesamt besser weg. Wobei auch er mich nicht so richtig gepackt hat. 
Das Setting ist wie gesagt sehr interressant, und die Lage und der Aufbau von Korama ist wirklich Wahnsinn. Wenn man bedenkt wie tief die Leute ihre Gänge und Tunnel in den Stein getrieben haben. Wohnräume, Kirchen, Ställe und Schulen errichtet haben. Und alles unter Tage! Das hat mich glaube ich an dem Buch am allermeisten Beeindruckt. 

Die Lovestory. Gut, es ist eben ein Buch für Teenager. Da hatte ich nicht viel erwartet und auch nicht viel bekommen. Man trifft sich ein paar Mal und beschließt einvernehmlich, dass es jetzt die große Liebe ist. Das war es auch nicht, was mich an dem Buch ... ja gestört hat. Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht genau, was mir im Endeffekt gefehlt hat. Aber irgendwie ... 

"Der Kuss des Feindes" war kein schlechtes Buch, aber auch kein besonders gutes. Es war eine nette Geschichte, bei der mir irgendetwas gefehlt hat. Vielleicht, weil ich mit den Helden nicht wirklich warm werden konnte. Ich weiß es nicht.

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