[Rezi] Friedhof der Raben

Es wird Herbst.
Zeit für Grusel, ich dachte mir, leute die Tee, Laub und Drachensteigphase des Jahres mal mit einer Kurzgeschichte aus dem Bookshouse-Verlag ein.


von Dora Joers
Bookshouse-Verlag
46 S. 
9789963521548 (.pdf)
9789963521555 (.epub)
9789963521562 (.mobi)
(E-Book only)
0,99€

Inhalt: 

Sybille begrüßt ihren neuen Wohnsitz auf dem Land als Abwechslung in ihrem Leben, doch das ändert sich mit dem Erwerb einer schwarzen Katze grundlegend. Beeinflusst durch die abergläubischen Warnungen einer Freundin und deren Bestätigung durch die ansässigen Landleute, sieht Sybille zwischen der Katze und den unheimlichen Begebenheiten auf ihrem Landsitz einen Zusammenhang.

Als ihre Ehe genauso wie die prickelnde Affäre zu Marc, dem attraktiven Landarzt, zerbricht, wendet sich Sybille enttäuscht von den Menschen ihrer geliebten Katze Mrs. Ohara zu. Eine verhängnisvolle Entscheidung.
 
 
 
Meinung: 
 
Die Zusammenfassung von Friedhof der Raben klang genau nach dem, was ich für ein verregnetes Wochenende mit Tee auf der Couch gesucht habe. 
Ich mag einfach dieses abgeschiedenes Haus auf dem Land, Friedhof, Aberglaube, Katzen-Thema und war ziemlich gespannt was auf diesen 46 Seiten so alles passieren würde, ich hab mich wie gesagt auf ein bisschen Grusel eingestellt. 

Jetzt nachdem ich die Geschichte beendet hab, bin ich ein bisschen enttäuscht. 

Zunächst einmal Sybille ist Mitte fünfzig. Das soll um Gottes Willen keine Kritik an der Generation meiner Eltern sein, nur zählen diese nicht gerade zu meinen bevorzugten Helden in Büchern. Denn auf dieses "frustrierte Hausfrau ist (sexuell) frustriert"-Thema war ich durch die Inhaltsangabe einfach mal nicht vorbereitet. 

Die Story ist eigentlich schnell erzählt. Sybille und ihr Mann ziehen von der Stadt aufs Land. Er verlottert, sie langweilt sich. 
Dann bekommen sie die schwarze Katze und schon bald beobachtet sich wie immer wieder Raben zu dem alten Friedhof kommen. Zwar passieren immer wieder Sachen, aber wirklich spannend oder gruselig ist es nicht. 
Natürlich geht man davon aus, dass Mrs. Ohara dahinter steckt, aber so genau wird der Sache nie wirklich auf den Grund gegangen. 

Die Autorin hat ja "nur" 46 Seiten zur Verfügung, um die Geschichte, die sich über mehrere Monate hinzieht, aufzubauen und zu beenden. Deshalb wirkt alles sehr ... heruntererzählt. Eintauchen konnte ich in die Story nicht wirklich, weil zu viele Punkte einfach nur abgearbeitet werden. Das ist immer ein großes Manko bei solchen Kurzgeschichten. Die Autoren wollen zu viel, auf zu wenig Raum quetschen und killen damit jegliche Stimmung, die aufkommen würde, wenn die geschichte zehn oder zwanzig Seiten mehr gehabt hätte. 

Der Spannungsbogen ist relativ flach. Es gibt keinen großen wirklich großen Knall, alles verläuft glatt und sauber, und ja ... für meinen Geschmack hätte Mrs. Ohara noch ein bisschen teuflicher sein können. Ich hätte mir das sogar fast schon gewünscht. 

Die "verhängnisvolle Entscheidung" die im Klappentext angedeutet wird, also der Schluss, ist okay. Aber auch hier hatte ich eigentlich mit etwas anderem gerechnet und war von der "Milde" die die Autorin hier walten lässt doch etwas überrascht. 

Als Fazit kann man sagen: Friedhof der Raben, kann man bequem in einer Stunde lesen. Die Story ist okay, bleibt aber irgendwie hinter ihren Möglichkeiten zurück.

 

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