Shakespeare retold [Rezi] the turquoise ring

Was hab ich gesucht und als ich den Titel dieses Buches sah, wusste ich, ich muss es lesen.
The turquoise Ring erzählt die Geschichte von Shakespeares "der Kaufmann von Venedig" als Roman.

Ich bin ja ein riesen Shakespeare-Fangirl und hab auch schon ein paar Adaptionen seiner Werke gelesen.


von Grace Tiffany
368 S. 
ISBN: 978-0425202487
nur noch antiquarisch zu bekommen (ich hab 3 Euro gezahlt)

Inhalt: 

In 1568, twenty-one-year-old Shiloh ben Gozán flees the Spanish Inquisition to live openly as a Jew in Venice. He brings with him a baby daughter and an oddly made turquoise ring, given to him by a woman he cannot forget. As this ring is hidden, stolen, traded, lost, and finally found again, it shapes not just Shilo's life but that of his great enemy and business rival, Antonio di Argento, whom he finally- and horrifyingly-confronts in a Venetian courtroom. The ring also becomes entangled in the fortunes of five women who deeply affect Shiloh's life: Leah, his first love; Jessica, his rebellious daughter; Nerissa, an irrepressible maidservant; Portia, an outrageously rich and alarmingly intelligent heiress; and Xanthe, a Spanish refugee who can unlock the secret of his past

Leseniveau: 

Leicht - Mittel

Die ersten zwei POV Charaktere (Lea + Jessica) waren sehr einfach zu lesen, zumindest für mich, die ja des öfteren englische Bücher liest. 
Für mich zog das Niveau an, als Porzia ins Spiel kam.  

Meinung: 

Wie schon gesagt: Ich liebe Shakespeare und ich liebe den Kaufmann von Venedig und am meisten an diesem Stück, liebe ich Shylock. 
Ich war bis zum Schluss immer voll auf seiner Seite. Also was lag näher, als dieses Buch zu kaufen?

Wie in der Zusammenfassung gesagt, das Buch wird von fünf sehr unterschiedlichen Frauen erzählt, die alle irgendwie mit diesem verfluchten Ring zu tun haben, und alle irgendwie Shilohs Leben beeinflussen. 
Die eine mehr, die andere weniger. 

Zuerst Leah: Shilohs Frau. Dieser erste Teil des Buchs war mal wieder Inquisitionsdrama pur. Und ich muss zugeben, dass ich am Ende dieses Abschnitts verflucht wütend war. Wütend auf Leah, weil sie einfach nur total dämlich war. Tut mir leid das zu sagen, aber es ist die Wahrheit. Dieser Teil der Geschichte spielt VOR dem eigentlich Shakespeare-Plot. Im Stück wird ja nur mit einem Satz angedeutet, dass Shylock verheiratet war und es jetzt nicht mehr ist. Die Autorin hat so eine glaubwürdige Basis für Shylocks Figur geschaffen. 

Als nächstes kommt Jessica: Jeder der das Stück kennt, kennt auch Shylocks Tochter, die mit dem Edelmann Lorenzo durchbrennt, ihm sein Geld (und seine Diamanten) klaut und Christin wird. Dieser Teil ist jetzt schon Shakespeare und er ist grandios. 
Jessicas Teil ist mein Lieblingsteil, denn am Ende von Part II hab ich so laut gelacht, dass ich mich fast nicht mehr eingekriegt habe. 

Nerissa: Part III geht an Nerissa. Wir kennen sie als Portias Zofe, doch Grace Tiffany gibt auch ihr eine Vergangenheit und eine eigene Geschichte. Wie sie vom Festland nach Venedig, von dort zu Shylock und Jessica und von dort zu Portia kommt. 
Ich gebe zu, dass sobald Nerissa POV wird und die Handlung von Venedig nach Bellmont umschwingt, ich die Story nicht mehr ganz so spannend fand. 

Portia: 
Ja ... Portia. 
Portia ist so ... so ... sie ist wie Sheldon Cooper. Nur ohne Comics und Computer. Portia die reiche Erbin wegen der die jungen Herrn von Marrokko bis England schlange stehen. Portias Part in Bellmont war der zähste Teil des Buchs. Hier musste ich wirklich kämpfen, um durchzuhalten. Die Buchportia unterscheidet sich doch sehr gravierend von der Stückportia. 

Xanthe: 
Nach Portia war Xanthe wieder eine, ich nenns mal "angenehme Abwechslung", obwohl sie eine komplett hinzuerfundene Figur ist, hat es mir mehr Spaß gemacht von ihr zu lesen, als von Portia oder Nerissa. 

Im Großen und Ganzen kann man sagen: Grace Tiffany (die übrigens Professorin für Shakespearestudien ist) hat ein tolles Buch geschrieben, das für meinen Geschmack manchmal etwas zu träge geworden ist. 
Vielleicht bin ich auch einfach zu Shylock-fixiert was dieses Stück/diese Geschichte angeht und mich Bellmont und Porzia noch nie wirklich interessiert haben. 
Die Autorin macht eine runde Sache aus dem Stück. Überall finden sich Anspielungen auf andere Werke Shakespeares (Romeo und Julia und vorallem Othello. Bei dieser Szene saß ich mit offenem Mund da und dachte: Oh Gott, wie genial! Ich verrate nicht, welche andere Figur in die Geschichte eingeflochten wurde, aber jeder der Shakespeare kennt, wird es sofort wissen!)

Wenn ihr also Shakespeare und historische Romane mögt, besorgt euch dieses Buch!


Anmerkung: 
Bei Berkley hab ich das Buch nicht mehr auf der HP gefunden, ist wohl zu alt. 
Ich hab den Verlag natürlich trotzdem verlinkt. 
Das Cover ist von der HP der Autorin. Ein Click aufs Cover führt Euch zu ihr.  

 

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