[Rezi] Eine Liebe im Sturm

Es gibt Bücher die kauft man wegen dem Cover.
Oder wegen dem Thema.
Oder weil man den Autor einfach mag.

Eine Liebe im Sturm, hab ich mir wegen einem Wort auf dem Klappentext gekauft. Ihr werdet schon bald sehen welches.


von Mo Ira Snow
Bookshouseverlag
79 S. 
9789963521777 (.mobi)
0.99 €

Inhalt: 

Antonia ist jung, lebenshungrig und voller Erwartungen für ihre Zukunft, doch diese ist bereits seit ihrer Kindheit von ihren Eltern vorgeplant.
Kurz vor der erwarteten Hochzeit beschließt sie, aus dem Fahrwasser auszubrechen. Sie reist als Rucksacktouristin nach Portugal. Auf einem Campingplatz an der Algarve überrascht sie ein Unwetter, und plötzlich vermisst sie ihren Rucksack samt Bargeld und Papieren.
Doch nicht nur ihr Zelt wird im Sturm erobert, denn da gibt es noch den attraktiven Alexander Pereira, Sohn des Campingplatzbesitzers und Ziegenhirte ...
Antonias Gefühswelt gerät aus den Fugen und lässt sie zwischen Pflichtgefühl und Abenteuerlust schwanken.

Meinung:

Ich bin sofort an dem Wort "Ziegenhirte" hängen geblieben. 
Mal ehrlich, sollte das sexy sein? Ich mein ... Ziegenhirte ... ernsthaft? Schon allein das war ein Grund das E-book zu kaufen. 

Eine Liebe im Sturm lässt sich bequem in einer Stunde lesen. 
Das Buch hat gerade einmal 2 Kapitel und wird als "romantisch prickelnde Kurzgeschichte" mit dem Stichwort "Erotik" vertrieben. 

Es geht um Antonia (Toni) die aus ihrem geordneten Leben mal so richtig ausbrechen will, in dem sie als Rucksacktouristin durch Europa tourt. 
(Wenn sie meint, das würde zur ihrer Emanzipation beitragen, bitte schön)

Irgendwo im Nirgendwo in der unwirtlichen Weite eines portugiesischen Campingplatztes gerät sie in einen Sturm. Als Bonzenkind, hat sie sowas sonst immer nur von Fenster von Papas Villa aus beobachtet und sieht sich den Naturgewalten schutzlos ausgeliefert. 

Schnell wird alles zusammengepackt und sie flüchtet Strand aufwärts in die Cantina. Und trifft dort auf Alexander. Den Sohn des Campingplatzbetreibers und der oben erwähnte "Ziegenhirte". Jetzt sind grad keine Ziegen in der Nähe, aber die hätten in der winzigen Cantina eh keinen Platz. Während draußen der Sturm tobt und Palmen entwurzelt, brutzelt Alexander für sie ein lecker Essen. 
Während sie in die (viel zu knappe) Kellnerinnenuniform seiner Schwester schlüpft. 

Wer jetzt denkt uh wow, es wird prickelnd erotisch oder dergleichen, der irrt gewaltig. 

Zwar fragt sich Toni sagt sich Toni immer wieder, dass Alex unverschämt gut aussieht, gut riecht. Er nimmt bei der Rucksacksuche am Strand ihre Hand und fährt mit ihr (Zwecks Passwiederbeschaffung und Botschaftsbesuch) nach Lissabon. Aber so richtig springt der Kinsterfunke nicht über. 

Einfach weil die Autorin zu viel Zeit darauf verschwändet Tonis zu Hause gebliebene Probleme zu behandeln. Ihr Vater, ihr "Verlobter" (also der Typ von dem ihre Eltern wollen, dass sie ihn heiratet", das "ich bin total Selbstständigthema". Weshalb die romantische, erotische Stimmung irgendwie nicht aufkommt. 
Und plötzlich ist man bei 80% und fragt sie: Ja kommt da jetzt noch was?

Weil bis jetzt war es viel Gerede (für eine Story von unter hundert Seiten, wirklich viel viel viel Gerede) 
Es kam raus, und das finde ich skandalös! Alexander ist gar kein Ziegenhirte!Nein er züchtet sie nur, also ist er eher Ziegenzüchter. Der Klappentext lügt!

Als es dann endlich zur Sache geht, wusste ich nicht so recht ob ich das Ernst nehmen kann. Die Autorin hat manchmal Beschreibungen mit drin, die leicht ... missverständlich sind. 
(Einmal ist von Tonis Spitze die Rede. Sie meint zwar ihre Brustwarze, aber ich bin es gewohnt, wenn man von jemandes "Spitze" so redet, dass man ein ganz anderes, männliches Körperteil meint)

Und dann ist ganz schnell alles vorbei und es kommt zu einem zugegeben ziemlich kitschigen Schluss. 

Fazit: 
Ich kann nicht sagen, dass es nicht kurzweilig war. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen, aber irgendwie unterm Strich war "eine Liebe im Sturm" erschreckend belanglos. Und die Sexszene am Ende reist es wirklich nicht raus. 

Wenn ihr also etwas sucht, was ihr schnell in der Mittagspause lesen könnt, dann seit ihr hier richtig. 
 
                       

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