[Rezi] Fyn Erben des Lichts

Obwohl alle technsichen Geräte irgendwie einen natürliche Abneigung gegen mich haben, mag ich Steampunkromane.

(Ein Genre das m.M.n. immer noch nicht richtg gefördert wird)

Also war es irgendwo klar, dass ich mir den neuen Roman von Nadine Kühnemann hohle, und endlich schaffe ich es eine Rezi dazu zu schreiben.


von Nadine Kühnemann
BookshouseVerlag
372 S. 
9789963727681 (P-Book)
9789963727704 (.epub)
5.99€ E-book
14.99€ Print

Inhalt: 

Fyns Zukunft ist von Geburt an vorherbestimmt: Als Sohn eines Elitesoldaten absolviert er eine Ausbildung zum Krieger an der königlichen Akademie. Doch der Friede ist trügerisch, denn der junge Alve scheint ohne Magie geboren worden zu sein - ein Makel, der für seine Rasse als inakzeptabel gilt. Man verachtet ihn, bezeichnet ihn als verrückten Sonderling oder feindet ihn sogar offen an.
Als ein Krieg über das Land hereinbricht, überschlagen sich die Ereignisse. Der König wird heimtückisch ermordet, und natürlich kann es nur einen Schuldigen geben: Fyn. Niemand glaubt ihm und man verurteilt ihn zum Tod. Ylenia, eine Menschenfrau, in die sich Fyn entgegen aller Gesetze seiner Rasse verliebt hat, befreit ihn aus dem Kerker. Gemeinsam fliehen sie quer durch das Land, doch der in Ungnade gefallene Krieger kann die Qualen, die er erlitten hat, nicht vergessen und sinnt auf Rache ...



Meinung: 

Ich hatte mich sehr auf den ersten Teil der "Fyn Dilogie" gefreut. (der zweite Teil "die Saat der Dunkelheit" erscheint im März 2014) und mir das E-book sofort als es verfügbar war auf meinen E-Reader geladen. 

Jetzt nachdem ich es beendet habe, stehe ich der Sache etwas ... gemischt gegenüber. Fyn ist kein schlechtes Buch, nur hatte ich aufgrund der Inhaltsangabe irgendwie teilweise mit etwas anderem gerechnet. 

Der erste Teil dieser Dilogie erstreckt sich zu beginn über mehrere Jahre. Fyns Kindheit, das erwachen seiner "Gabe" denn ganz so "ohne Magie" scheint der Bursche doch nicht auf die Welt gekommen zu sein. Dazu kommt noch sein "düsterer Begleiter" Norizz bei dem man nie so genau weiß, ob er Fyn sich ihn jetzt nur ausdenkt, oder ob er wirklich da ist. 

Zuerst plätschert die Handlung so ein wenig dahin. Natürlich kommt Fyn Geheimnissen auf die Spur, er geht zur weißen Akademie, aber ich hatte so ein klein wenig Probleme damit mit Fyn warm zu werden. 
Er ist eigen, aber auf eine Art und Weise mit der ich nicht immer voll und ganz einverstanden war. Er kann schon ein kleiner Snob sein und obwohl ich selbst zum Perfektionismus neige, hat es mich an ihm manchmal schon etwas genervt. Und gerade am Anfang hatte ich irgendwie das Gefühl, dass er manche Entscheidungen nur deswegen trifft, damit die Autorin einen Grund hatte, dieses oder jenes anzusprechen, und so die Geschichte in eine gewisse Richtung weiterzuschubsen.
Fyn ist ... nicht nett, aber er ist auch nicht so ...  nicht nett, dass ich ihn wegen seiner Bösartigkeit, oder seines Wahnsinns mögen könnte. Mir hat da irgendwie so das letzte bisschen zur Sympathie gefehlt. Entweder in die eine, oder in die andere Richtung. 
Ich konnte zwar mit ihm fühlen, wie das ist immer den Erwartungen seines Ziehvaters gerecht zu werden, und an ihnen meist zu scheitern (kann man  es solchen Leuten  eigentlich überhaupt recht machen?) aber irgendwie war Fyn für mich weder Fisch noch Fleisch.

Im Mittelteil hatte ich mich dann schon an ihn gewöhnt (wobei er mir nie wirklich zu 100% symphatisch wurde), und die Handlung nahm endlich fahrt auf. Insgesamt ist die von Nadine Kühnemann entworfene Welt detailreich und vielschichtig.

 Stark angelehnt an das England des 19. Jahrhunderts. Meist düster, schmutzig und dunkel (was mir sehr gut gefällt) ist sie aber auch von dem Steampunkaspekt durchdrungen. Es gibt Technoide (halb Mensch, halb Roboter), für ein solches Setting schon zur Pflicht gehörende Waffen. Aber es gibt auch das Fantasyelement. Die Alven die magiebegabt sind, eine elitäre Klasse die über die Menschen herrscht.In der Summe ein geniales Setting, aus dem man noch viel mehr hätte herausholen können.

Fyn - Erben des Lichts, endet mit einem kleinen Cliffhanger und man muss wohl oder übel auf Bd. 2 nächstes Jahr warten, um zu sehen, wie die Geschichte weitergeht. 

Sprachlich gesehen, ist es das beste Buch von Nadine Kühnemann bisher. Ich hab von ihr ja schon die Lyx Kurzgeschichte und "Herzen aus Asche" gelesen, aber Fyn wirkt insgesamt runder. Obwohl ich mich als Leser wie oben schon erwähnt hier und da noch zu sehr von ihr geführt gefühlt habe. Manchmal war mir irgendwie klar, dieser und jener Charakter entscheidet sich so und so, nur damit er das und das belauschen/finden/tun kann. 
Das machen andere Autoren auch, aber da springt es  mich nicht so direkt beim Lesen an. 

als Fazit kann man sagen: 

Eine interessante Welt, mit im Kern interessanten Figuren, die eine sehr lange Anlaufzeit braucht. Ich persönlich wurde mit dem Protagonisten nicht richtig warm, was glaube ich mein größtes Problem an dem Buch war. Die fehlende Empathie für den armen Fyn.

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