[Rezi] Kalte Berechnung

Es ist mal wieder Zeit für eine Kurzgeschichte.
Heute auf dem Weg zur Autowerkstatt (mein Mann ist natürlich gefahren) hab ich kalte Berechnung von Stefanie Maucher gelesen.


von Stefanie Maucher
Dotbooks Verlag
56 S. 
  ISBN: 978-3-943835-15-1
1.49€

Inhalt: 

Er denkt, er kann sie kontrollieren.
Er denkt, sie wird ihm ihre Unschuld schenken.
Er weiß noch nicht, auf was er sich eingelassen hat …

Hand auf’s Herz: Wenn Sie hören, dass ein Kind missbraucht wurde – hegen Sie dann nicht auch für einen Moment den Wunsch, den Mistkerl zu bestrafen? Nur: Was passiert, wenn jemand es wirklich tut?


Inhalt: 

Ich bin jetzt ja wirklich nicht so der große Krimi/Thriller-Leser aber irgendwie hat mich diese Inhaltsagabe von "kalte Berechnung" doch ziemlich gefuchst. 

Hand aufs Herz immer wenn wir die schockierenden Nachrichten im Fernsehen sehn ist das erste was meine Mutter sagt: "So einem würd ich den Sch.... abschneiden, wenn ich den erwischen würde". Und noch mal Hand aufs Herz, es ist oft nur so gerede, mal eben schnell dahin gesagt, einfach um seiner Wut über das was passiert ist Ausdruck zu verleihen. Das ist fast schon so, wie eine Art Schnappreflex. Wir sehen eine Schlagzeile und sagen den vorgefertigten Satz, den wir uns für diese spezielle Schreckensmeldung zurechtgezimmert haben. 

Also um was geht es in "kalte Berechnung". 
Es geht um naive Teenager, um die Gefahren des grenzenlosen World-Wide-Web, die Polizei der bei vielen Straftaten durch das Gesetzt mehr oder minder die Hände gebunden sind und eine Mutter die die Sache eben selbst in die Hand nehmen will. 

Sie verabredet sich mit dem Mann, der ihre Tochter über das Internet terrorisiert und zu sexuellen Handlungen mehr oder minder gezwungen hat. 
Das ist alles krank, abschäulich und mehr als aktuell. 

Die Mutter hat nur ein Ziel, den Mann der ihrer Tochter das angetan hat auszuschalten, denn er ist mehr als nur ein kranker Perverser der im Internt auf Mädchenfang geht. 

Okay. 
Wow. Selbstjustitzdrama. Und ganz im Ernst, ich hab bis zum Schluss nicht absehen können, tut sie es, oder tut sie es nicht. Vieles was die Frau getan hat, konnte ich irgendwo nachvollziehen, aber ich geb zu (und das ist der einzige Kritikpunkt) die abschließende Konklusio hab ich nicht so ganz verstanden. Entweder hab ich was überlesen, oder es ist irgendwo ein Denkfehler mit drin. 

Aber wie dem auch sei kalte Berechnung ist eine super Kurzgeschichte!
Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar knackig, ehrlich, knallhart und echt. Ich mag ihn unheimlich gern und sauge ihn regelrecht in mich rein. 

Die Spannung ist immer da, auch wenn ich jetzt vielleicht nicht magnetisch an den Seiten geklebt habe, gab es doch keinen Moment wo ich quer gelesen hätte. 

Alles in allem kann man sagen: Ihr sucht etwas für die Mittagspause, für die Zugfahrt oder einfach so für Zwischendurch. Dann lest kalte Berechnung, denn das Thema ist aktuell und die Autorin kann unheimlich gut schreiben.

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