[Rezi] Bienensterben

Okay, das hab ich ja echt selten.
Also das ich im Buchladen ans Regal gehe, und einfach so ein Buch rausziehe das dann auch was ist. Bienensterben war so ein absoluter Zufallsfund.
Und ein absolut geniales Buch.



von Lisa O´Donell
320 S.
ISBN 978-3-8321-9728-5
16.99 €

Inhalt: 

 Heute ist Weihnachten.
Heute hab ich Geburtstag.
Heute werd ich fünfzehn.
Heute hab ich meine
Eltern im Garten begraben.
Geliebt wurden sie beide nicht.

Heiligabend in Glasgow: Die fünfzehnjährige Marnie und ihre kleine Schwester Nelly haben gerade ihre toten Eltern im Garten vergraben. Niemand sonst weiß, dass sie da liegen und wie sie dahin gekommen sind. Und die Geschwister werden es niemandem sagen. Irgendwie müssen sie jetzt allein über die Runden kommen, doch allzu viel Geld verdient Marnie als Gelegenheits-Dealerin nicht. So ist es ihnen ganz recht, als ihr alter Nachbar Lennie, stadtbekannter (vermeintlicher) Perversling, sich plötzlich für sie interessiert. Lennie merkt bald, dass die Mädchen seine Hilfe brauchen. Er nimmt sich ihrer an und gibt ihnen so etwas wie ein Zuhause. Als die Leute jedoch beginnen, Fragen zu stellen, zeigen sich erste Risse in Marnies und Nellys Lügengebäude, und es kommen erschütternde Details aus ihrem Familienleben zum Vorschein, was ihre Lage nur noch komplizierter macht. 


Meinung: 

Wie gesagt, ich hab normalerweise kein Händchen für Zufallskäufe. 
Aber Bienensterben, war ein absolut grandioses Buch, das mich auf so vielen Ebenen amüsiert und berührt hat. 

Worum geht es?

Es geht um Marnie. Marnie ist fünfzehn und das was man gern  als assozial bezeichnen würde. Sie wohnt in einer abgerissenen Bude, ihre Eltern sind Junkies/Alkies die von der Stütze leben. Nebenbei vertickt sie Drogen in einem alten Eiswagen zusammen mit Mick, mit dem sie auch ein Verhältnis hat. 

Eines Tages, also an Weihnachten, befördert sich Gene mit einer riesen Menge Drogen aus dem Leben und Izzy hängt sich einen Tag später im Schuppen auf. 
Und da stehen Marnie und Nelly ganz allein, und müssen ein Jahr durchhalten. Denn dann kann Nelly bei Marny bleiben und sie werden nicht vom Jugendamt getrennt. Also verbuddeln sie die Leichen ihrer Eltern draußen im Garten. 

Aber damit fangen die Probleme ja erst an. 

Ich hab absolut alles an diesem Buch geliebt!
Marnie ist so knochentrocken. Ich hab mich auf jedes Kapitel mit ihr riesig gefreut. 
Ihre Schwester Nelly ist ein bisschen wunderlich, und redet die ganze Zeit, als wäre sie aus einem Jane Austen Roman gefallen. 
Lennie, der Stadtbekannte vermeintliche Perverse, der eigentlich nur ein einsamer alter Homosexueller ist, der nicht über den Tod seines Partner hinweggekommen ist. 

Diese drei Protagonisten waren einfach genial. 

Marnie und Nelly dürfen wie gesagt keinem erzählen, was passiert ist. Und immer wenn du denkst, es kann nicht mehr verrückter werden, wird es verrückter. Entweder ein Drogendeal geht schief und ein Dealer verwüstet das Haus, oder Lennies Hund buddelt Genes Kniescheibe aus. Die Autorin zeigt uns einfach unverblümt und ohne Schnörkel einen Teil unserer Gesellschaft die wir am liebsten vergessen oder ignorieren würden.

Dieses Buch ist zu gleichen Teilen verflucht lustig, auf eine fiese, schwarzhumorige Art und Weise. Traurig, ehrlich, tief und einfach nur absolut wunderbar. 
Ich hab zwar in einem Buch noch nie so viele Schimpfwörter gelesen, aber Bienensterben ist einfach runderhum gelungen.

Ihr solltet es wirklich alle lesen.



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