[Rezi] The Ghost Bride

Immer auf der Jagd nach anderen und besonderen Büchern, bin ich beim Stöbern auf "the Ghost Bride" gestoßen.


von Yangsze Choo
William Morrow Publishing
368 S. 
ISBN:  978-0062227324
8.90 € TB

Inhalt: 

Li Lan, the daughter of a respectable Chinese family in colonial Malaysia, hopes for a favorable marriage, but her father has lost his fortune, and she has few suitors. Instead, the wealthy Lim family urges her to become a “ghost bride” for their son, who has recently died under mysterious circumstances. Rarely practiced, a traditional ghost marriage is used to placate a restless spirit. Such a union would guarantee Li Lan a home for the rest of her days, but at what price?

Night after night, Li Lan is drawn into the shadowy parallel world of the Chinese afterlife, where she must uncover the Lim family’s darkest secrets—and the truth about her own family.


Meinung: 

One evening, my father asked me whether I would like to become a ghost bride. . . .

Dieser erste Satz ist ein Killer. 
Ich hab ihn gelesen und wusste: Dieses Buch willst du haben. Die Geschichte ist mal was ganz anderes, das Cover ist wunderschön und ich kann das Buch in meinem heißgeliebten Roughcut haben. 

So viele gute Gründe dieses Buch zu kaufen und was soll ich sagen. Es hat mich nicht enttäuscht. 

The Ghost Bride, spielt im Malaysia während des Jahres 1893. Also kann man es einen historischen Roman nennen. 
Was mir besonders gut gefallen hat, waren die absolut neuen Leseeindrücke. 

Ich liebe historische Romane. Verschlinge sie und hab zu jeder Epoche meine Bilder im Kopf. 
Während des Mittelalters bin ich in England, Frankreich und im heiligen Land unterwegs. Die Renaissance verbringe ich in Italien. Den Barock in Versailles und im vicotrianischen England ressidiere ich in London. 

Alles gewohnte Pfade, man trifft öfters als einem lieb ist auf alte Pappenheimer und erlebt die selben Wegmarken der Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln. 

The Ghost Bride war vollkommen frei davon. 

Für mich ist es ein autonomes Buch. 
Ein Buch das mir neue Länder, neue Kulturen und Möglichkeiten gezeigt und nähergebracht hat. 
Und genau das ist es, was ich neben dem eigentlichen Unterhaltungswert eines Buches, am lesen so liebe. 

Ich finde nach der Lektüre hab ich zumindest eine Grundidee von chinesischer Mythologie. Vieles war fremd, vieles war neu, aber es war wirklich keine Sekunde über langweilig. 

Kommen wir zur Story. 
Li Lan ist die einzige Tochter ihres Vaters. Durch die Pocken entstellt und opiumsüchtig, hat er in den letzten Jahren seine Geschäfte schleifen lassen. Die Familie ist gesellschaftlich auf dem Sinkflug. 
Was auch bedeutet, dass es keine Freier für die nun 18jährige Li Lan gibt. 

Eines Abends eröffnet ihr Vater Li Lan, dass die mächtige Lim Familie sie als Braut für ihren Sohn auserkohren hat. 
Das Problem: Der Junge ist vor einem knappen Jahr gestorben. 
Sie soll seine Geisterfrau werden. Ein alter Brauch der im 19 Jahrhundert nur noch selten praktiziert wird. Li Lan ist entsetzt von der Aussicht zwar alle Rechte eine reichen, verwöhnten Ehefrau zu genießen, aber niemals Kinder oder einen lebendigen Ehemann haben zu dürfen. 

Doch damit nicht genug. 
Der ruhelose Geist ihres "so gut wie Verlobten" verflogt sie und sie verliebt sich ausgerechnet in dessen Cousin Tian Bai. 

Irgendwann sieht sie keinen anderen Ausweg mehr, als selbt in der Geisterwelt nach dem Rechten zu sehen und kommt dabei den dunklen Geheimnissen der Lim Familie auf die Schliche und lüftet nebenbei auch noch die ihrer eigenen Familie. 

Wie gesagt ich war total begeistert von dem Buch. 
Die Totenwelt in "the Ghost Bride" hat mich wirklich ensetzt, und zum ersten Mal seit langem bin ich froh einfach nur Christin zu sein. 
Lieber gleich Hölle und Tür zu, als rachesüchtige Ex-Konkubinen. Automatendiener. Hungrige Geister. Geschmackloses Opfergabenessen und Ochsenkopfdämonen die einem auf Geheiß verstorbener Feinde an die Gurgel wollen. 

Es war eine wilde, bunte, merwüridge und ja ... so ganz andere Reise in eine Welt die mir so vollkommen fremd war, dass ich mich keine Sekunde gelangweilt habe. 

Obwohl ich zugeben muss, dass das Buch im Mittelteil (vorallem Part III) ein paar böse Hänger hatte. Da wusste ich manchmal nicht, wie lange diese Episode sich noch zieht, und wohin das ganze führen soll, aber dank den Enthüllungen die immer mal wieder eingestreut werden, macht Part III dennoch Sinn und hat seine Daseinsberechtigung in der Geschichte. 

Wer also auf eine Entdeckunsreise durch die chinesische Mythologie gehen will, der ist hier bestens bedient. 
Wer ein Actionfeuerwerk und einen typischen Histo-Plot erwartet sollte eher die Finger davon lassen. 

Als Fazit kann ich sagen: Ich mag das Buch. Es war einfach auf eine gute Art total anders.

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