[Rezi] In guten wie in toten Tagen

von Gina Mayer
Script5-Verlag
360 S. 
ISBN: 978-3-8390-0164-6 
14.95€ (Klappbroschur)
 
Inhalt: 
 
Helenas Hochzeit soll das gesellschaftliche Ereignis des Jahres werden: Das Kleid, die Torte, die Gäste – alles muss perfekt sein, wenn sie vor den Altar tritt.
Vor allem aber ist der Bräutigam perfekt: Tom Schenker, von allen Schülerinnen angehimmelter Vertrauenslehrer des Gymnasiums. Helena war schon in ihn verliebt, als er noch ihr Deutschlehrer war. Genau wie die meisten ihrer Freundinnen.
Eine Woche vor der Hochzeit steigt der klassische Jungesellinnenabschied. Bis spät in die Nacht ziehen die jungen Frauen, beschwingt und reichlich alkoholisiert, durch die Bars und Clubs der Stadt. Zum krönenden Abschluss werden noch ein paar Pillen eingeworfen.
Am nächsten Morgen ist Helena verschwunden und Tom wurde brutal ermordet. Und keine der Freundinnen kann sich erinnern, was in der Nacht wirklich passiert ist. 

Meinung

Ich bin nicht die größte Thrillerleserin, aber der Plot von in guten wie in toten Tagen hat mich schon gefuchst. Ist mal eben was ganz anderes in meinem Bücherregal. Offen für Neues sozusagen. 

Und das Buch startet einfach großartig. 
Wir treffen auch Cara, die den den Jungesellinnenabschied ihrer perfekten Schwester Helena planen soll/darf/muss. 
Denn Helena wird heiraten, den perfekten Mann. Tom. Ihren ehemaligen Deutschlehrer vom Gymnasium. 

Alles scheint perfekt. Tom und Helena lieben sich und ihre Clique von besten Freundinnen ist total happy. 
Dann kommt der große Tag des Feierns und mit jedem Glas Champus kippt die Stimmung ein bisschen mehr. Die perfekte Fassade bröckelt. Und am Ende gibt es das Geständnis einer Freundin das alles ändert. 

Am nächsten Morgen wird Cara von der Polizei aus dem Bett geklingelt. Tom wurde ermordet. Und ihre Schwester Helena ist urplötzlich die Hauptverdächtige. 
Niemand glaubt an ihre Unschuld. Niemand. Bis auf Cara. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und stößt bei den Menschen in ihrem und Helenas Umfeld, auf Geheimnisse und Abgründe. 

Ich muss sagen, ich hab das Buch an einem Tag gerissen. 
Das erste Drittel war schnell vorbei und man hat mitgerätselt wer jetzt der Mörder gewesen sein könnte. 
Die Tatsache das wir alle, auch beste Freundinnen, Geheimnisse haben und was für welche. Das regt schon zum Nachdenken an. Ich hab ein paar Mal geschluckt. Das ist ja nichts aus der Luft gegriffenes, sondern die pure Wirklichkeit. 

Wir erzählen niemandem alles von uns. Es gibt immer Dinge die wir uns verschweigen. Aus Höflichkeit, weil wir andere nicht verletzen wollen, aus Ärger, aus schlechtem Gewissen. Und wenn man erst einmal anfängt in dem ganzen Dreck zu wühlen, dann können ein paar sehr unschöne Dinge ans Licht kommen. 

Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr will man wissen: Ja was ist denn jetzt eigentlich passiert?
Wer wars denn jetzt?

Und genau da war der große Knackpunkt dieses Buches für mich. 
 
Denn als die Story anfängt sich aufzuklären, da dachte ich nicht: Oh wow, ach du meine Güte, krass!
Sondern es war eher ein: Hm ... naja ... okay. Dann war das also so. In Ordnung. 

Die Auflösung war ... okay. Aber sie hatte nicht so diesen Aha-Effekt. Der Schluss war etwas enttäuschend für mich. Ich hätte schon gern gewusst, wie das jetzt im Endeffekt ausgeht und wie die Reaktion der Mitmenschen auf diese Enthüllung ist. 

Schade. 

Fazit: 
In guten wie in toten Tagen ist ein solides Buch, das einem geradezu zwingt immer weiter zu lesen. Ich konnte es nicht aus der Hand legen, bis ich die Lösung kannte. 

Die Auflösung blieb etwas hinter meinen (zu) hohen Erwartungen zurück. Im Allgemeinen weiß ich auch nicht warum der Verlag dieses Buch als Thriller verkauft. 
Ich würde es eher als ein klassisches who-done-it bezeichnen. Teilweise Familiendrama, teilweise Dedektivgeschichte mit zwischenmenschlichen Abgründen. 
Aber eben nicht als Thriller. 


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