[Rezi] the Summer Prince

http://www.arthuralevinebooks.com/book.asp?bookid=221

von Alaya Dawn Johnson
Arthur A. Levin Publ.
304 S. 
ISBN: 978-0-545-41779-2
13.99€ gebunden

 Inhalt:

The lush city of Palmares Tres shimmers with tech and tradition, with screaming gossip casters and practiced politicians. In the midst of this vibrant metropolis, June Costa creates art that's sure to make her legendary. But her dreams of fame become something more when she meets Enki, the bold new Summer King. The whole city falls in love with him (including June's best friend, Gil). But June sees more to Enki than amber eyes and a lethal samba. She sees a fellow artist.
Together, June and Enki will stage explosive, dramatic projects that Palmares Tres will never forget. They will add fuel to a growing rebellion against the government's strict limits on new tech. And June will fall deeply, unfortunately in love with Enki. Because like all Summer Kings before him, Enki is destined to die.

 
Meinung: 

Cover: WOW Wie wunderschön. Ich bin echt kein Coverkäufer, aber das Cover ist ein Eyecatcher!
Inhalt: Wow wow wow. Es klingt unheimlich unheimlich genial. Nach etwas, das ich sofort bestelle!

Die ersten paar Seiten hielten dieses Versprechen dann auch noch, was danach folgte war ein krasser Absturz auf Raten. 

Ich hatte unheimlich hohe Erwartungen an the Summer Prince. Ich war auf den ersten Seiten wirklich gebannt, aber meine Güte ging es dann abwärts. 

Worum geht es?
The Summer Prince ist das, was ich als eine klassische Dystopie beschreiben würde. Die Erde wurde durch einen atomaren Krieg und Naturkatastophen verwüstet. Die USA liegen unter einer Eisdecke, von Europa wollen wir gar nicht erst anfangen. 
Das was von der Menschheit übrig war, wurde noch von einem, nicht näher erleuterten, Y-Virus dezimiert, das Männer reihenweise dahingerafft hat. 

Die Menschnheit zog es Südwärts, z.B. nach Brasilien wo sich ein Matriachat aus sogenannten Aunties (Tanten) die Macht an sich gerissen hat. 
Diese bilden ein Regierungsgeflecht, das ... naja auch nicht so richtig erklärt wird. 
Sicher ist nur, es gibt Mond und Sonnenjahre, und dementsprechend Mond und Sonnenkönige, aber nur die Sonnenkönige haben wirkliche politische Macht, denn der Sonnenkönig wählt, während er qualvoll stirbt, die neue Königin. 
Warum man dann auch Mondkönige hat und diese abschlachtet, oder warum die Typen sich freiwillig melden, um zu sterben. Oder wie das alles funktioniert. Darüber schweigt die Autorin sich aus. 
Es ist halt einfach so. 

Und genau da sind wir bei einem der großen Punkte die the summer prince zu einem Ärgernis machen. 
Es wird nichts erklärt. 
Gar nichts. 
Weder konnte ich mir die Umgebung wirklich vorstellen, noch habe ich bei dem Gesellschaftssystem durchgeblickt.
Ich weiß Palmares Três sieht wie eine riesige Pyramide aus, wie June es jetzt schafft durch mehrere Etagen nach unten zu sehen, wenn sie oben drauf steht, das wird leider nicht erklärt. :/
Auch flechtet die Autorin Worte ein, die in keinem Wörterbuch stehen, auch das Internet kennt sie nicht. Eine Erklärung wird ebenfalls nicht geliefert, aber die Figuren reden darüber, als wäre es unheimlich wichtig. 
Erst nach mehreren Kapitel kam dann, über den Kontext heraus, dass ein/eine Waka wohl jemand ist, der noch die 30 noch nicht überschritten hat. 
Das Kiri Selbstmord bedeutet ... ja ... das hat auch gedauert. 

Dieses ganze nicht aufklären zieht sich durch das Buch und lässt einem irgendwie hungrig zurück. Denn eigentlich ist die Idee, das Setting und die Story wirklich gut, aber du willst beim lesen einfach MEHR. Du willst es verstehen, einen Sinn erkennen, wissen was gemeint ist und die Autorin liefert es einfach nicht. Und das enttäuscht auf voller Linie!

Das Buch ist als YA genkennzeichnet, aber der Inhalt hat es (wenn man amerikanische Standarts zu Grunde legt) schon in sich. 
Ich habe mehrere Reviews gelesen, in der sich Leute beschweren, dass die Sexualmoral in the summer prince zu wünschen übrig lässt. Um es mal gemäßigt auszudrücken. 
Wer dieses Buch liest, sollte sich im klaren sein, dass scheinbar jeder in Palmares Três Pansexuell ist und das auch auslebt. 
Junes Mutter heiratet nach dem Tod ihres Vaters eine Frau. 
Junes bester Freund und Enki haben sexy time auf der Pyramidenspitze und als auch June etwas mit Enki anfängt (denn mit Gil hatte sie schon längst was) ist Gil da auch voll okay mit. Scheinbar ist auch Eifersucht etwas was mit der alten Welt untergegangen ist. 
Diese Offenheit ist ja schön und gut, aber ich glaube schon, dass man bei einem eher konservativen Publikum damit anecken kann. 

Was jetzt noch fehlt, sind die Charaktere. 
Und auch hier hatte ich es nicht leicht. 
June Costa, unsere Protagonistin, ist nicht die rebellische Künstlerin die ich nach lesen des Rückencovers erwartet habe. 
Nein, June hat auf mich den Eindruck einer verwöhnten Göre aus der besseren Gesellschaft gemacht. Sie schiebt einen Hass auf ihre Mutter, die kurz nach dem Tod von Junes Vater wieder geheiratet hat. Laut Cover ist sie Künstlerin, sie wird auch nie müde sich als "beste Künstlerin von Palmares Três" auszurufen, aber unterm Strich sind die meisten ihrer "Kunstwerke" nichts weiter, als Sachbeschädigung und Vandalismus ;)
June wird, durch Mauscheleien ihrer Stiefmutter, auserwählt am Königinnenkontest mitzumachen. Was das jetzt so genau ist, wie die Regeln sind, usw. wird ... natürlich mal wieder nicht genau erklärt. Aber June MUSS gewinnen. 
Deshalb tut June sich ja auch mit Enki, dem Sommerkönig, zusammen. Denn auch Enki ist "ein Künstler". 
Zwar kann ich Enkis Kunst und sein Motiv/seine Motivation besser verstehen. Aber auch Enki ist nur ein bedingter Symphatieträger. Enki bespringt alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist und ... naja, wenn ich eine Figur nennen sollte, die mir in summer prince symphatisch war, dann wäre das wohl Gil. 
Wir wissen Enki wird sterben, sobald der Sommer vorbei ist. Weshalb ich eigentlich realtiv wenig Emotionen an ihn verschwendet habe. Klingt jetzt gemein, aber wenn einem immer und immer wieder vorgebetet wird, Enki wird sterben ... Enki wird sterben ... Enki wird sterben, dann wartet man eigentlich nur drauf, dass es endlich passiert. Dieses "Wissen" über den Tod einer Figur (in Anbetracht dessen, dass die Figur es ja freiwillig macht) stumpft einem emotional dagegen ab. Es ist ja nicht so, dass die Aunties irgendwen zwingen würden, sich als König zur Wahl zu stellen, nö. Die machen das alle freiwillig, warum? Was für einen Nutzen sie daraus haben? Was das alles soll? 
Naja ... wird eben nicht erklärt. 
Ist halt so. 

Als Fazit kann ich sagen: 
Ich hatte hohe Erwartungen an the Summer Prince, aber sie konnten nicht erfüllt werden. Das lag vor allem daran, dass die Autorin es versäumt hat, ihre Welt richtig zu durchdenken und den Leser auch in diese einzuführen. 
Es gibt weder ein Glossar, noch werden Fremdworte so erklärt, dass ich folgen kann. 
Das lässt die Geschichte unterm Strich an sich selbst scheitern, weil ich es wie gesagt nur bedingt durchgeblickt habe. 
Auch bei den Figuren macht es uns die Autorin nicht einfach. Irgendwann habe ich aufgegeben June Costa mögen zu wollen. 
Unterm Strich war the Summer Prince eine der größten Enttäuschungen der letzten Zeit. Ich wollte dieses Buch so gerne mögen, aber es hat es mir nicht leicht gemacht. 
Schade. Schade. Schade.



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