[Rezi] Traumschlange


von Rainer Wekwerth
254 S. 
ISBN: ?
2.99 €

Inhalt: 

Abby Summers fliegt nach Haiti:
Die Leiche ihrer Schwester ist verschwunden.
Die Behörden verweigern jede Auskunft.
Da taucht ein geheimnisvoller Fremder auf...

Als Abby Summers nach Haiti fliegt, um den Leichnam ihrer Schwester Linda nach England zu überführen, erwartet sie am Anfang noch, eine Insel voll karibischen Flairs vorzufinden. Tatsächlich aber taucht sie in eine Welt ein, die von Chaos, Elend und Korruption reagiert wird. Lindas Leichnam ist verschwunden, die Behörden sind keine Hilfe. Mutig macht sich Abby selbst auf die Suche, um bald darauf festzustellen, dass es nicht nur wilde Voodoopraktiken sind, die diese Insel in der Karibik zur Hölle machen.
Meinung: 

Das Buch habe ich zufällig entdeckt, als es bei Amazon bei den "gratis" Büchern ganz oben stand. Die Story klang mal nach etwas ganz anderem und für meine lies dich um die Welt Challenge, bin ich immer daran interessiert einmal neue Länder und Städte, abseits von Paris und London kennen zu lernen. 

Der Roman beginnt überraschend gut. 
Als Abbys Schwester überraschend stirbt, beschließt diese die Tote von Haiti zurück ins heimische England zu überführen. 
Sie fliegt nach Port au Prince und sticht mit ihren Nachforschungen in ein Wespennest aus Korruption, Entführung und Vodoo. 

Der Roman lässt sich schnell und flüssig lesen. 
Allerdings gibt es ein paar kleine Mängel, die mir das Lesevergnügen doch schon etwas vergrätzt haben. 

Zwar hat der Autor viel über Haiti, die Geschichte die Landes, die Kultur und Riten recherchiert. Allerdings kommen die Erklärungen und die eingestreuten Fakten über Vodoo, Hahnenkämpfe und die politische Situation des Landes eher wie Infodumps daher. 
Immer das gleiche Schema. Abby trifft irgendwen und der fängt an zu erzählen und diese Passagen lesen sich (weil z.B. auch groß und breit Jahreszahlen eingestreut werden) eher wie aus Wikipedia in den Text kopiert. 

Natürlich muss man als Autor Hintergrundinfos in den Text einbauen, allerdings kann man das etwas geschickter machen, als Rainer Wekwerth es hier versucht hat. 

Die Geschichte ist in ihren Grundzügen eigentlich ganz gut und spannend. Allerdings fand ich dass der Autor die Gebrechen der Protagonistin (Asthma und ein angebrochener Fuß) immer nur dann eingebaut hat, wenn es ihm gerade passt und die Spannung steigert. 
Ein Beispiel: Abby kletter über einen Zaun und fällt auf der anderen Seite herunter. Es knackt in ihrem Fuß. Wir als Leser wissen, er war gebrochen, sie hatte vor einer Woche noch nen dicken Gips. Ein paar Seiten später rennt sie durch ein Zuckerrohrfeld. 
Natürlich ist mit einem ordentlichen Adrenalinstoß viel möglich, aber ich glaube irgendwo sind auch da Grenzen. 

Der Showdon war eigentlich kein richtiger Showdon und die Auflösung der Situation fand ich auch auch etwas zu konstruiert. 
Das eigentliche Ende war dann doch schon sehr dick aufgetragen.

Ein weiteres großes Ärgernis war das fehlende Korrektorat. 
Ich habe nichts gegen ein paar Schreibfehler, aber hier tummeln sich schon einige zu viel. Manche Worte wollen nicht so recht passen und Wortwiederholungen sind ein häufiger auftretendes Problem. 
In der Mitte des Buches heißt die Protagonistin plötzlich Anny und nicht Abby, was mich für einen Moment beim lesen ziemlich verwirrt hat (man fragt sich ganz automatisch: Hä? Und wer ist jetzt Anny?) 

Fazit:

Als Fazit kann ich sagen, Traumschlange ist ein durchaus spannender Roman, den man bequem an einem Tag lesen kann. 
Leider gibt es ein paar Abstriche, wegen Aufbau und Korrektorat. 


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