[Rezi] Die Artus-Chroniken - der Winterkönig

http://www.rowohlt.de/buch/Bernard_Cornwell_Die_Artus_Chroniken_Der_Winterkoenig.2370422.html

von Bernard Cornwell
Rowolth Verlag
688 Seiten
ISBN 978-3-499-24624-1
9,99€

Inhalt: 

Winter über Avalon

Britannien zum Ende des fünften Jahrhunderts: Die Tage der großen Dunkelheit sind angebrochen. Längst ist die Erinnerung an das römische Imperium verblasst, und die heidnischen Götter weichen vor dem erstarkenden Christentum zurück. Über das Meer dringen die Heere der Sachsen auf die Insel. Eine tödliche Gefahr, denn die Bündnisse zwischen den keltischen Königreichen sind zu zerbrechlich, um dem Ansturm der Feinde auf Dauer standzuhalten. Als der Großkönig Uther Pendragon stirbt und sein Nachfolger noch ein hilfloses Kind ist, gibt es nur einen Mann, der den Thron halten kann: Uthers Bastardsohn, sein Name ist Arthur ...


Meinung: 

Ich hab das ganz selten, dieses Blockbuster-Gefühl bei einem Buch. 
Du liest eine Zeile, einen Abschnitt, eine Szene und denkst nur: WHOA!

Beim lesen von der Winterkönig hatte ich genau dieses Gefühl ein paar Mal und das macht dieses Buch zu etwas wirklich besonderem. 
Ich kannte Cornwell schon von den Sharpe Romanen (dich ich unheimlich gern mochte) und er ist so ziemlich der einzige der über Artus schreibt, ohne das Thema für Kinder oder Feministinnen zu verwursten.

Wenn man mich fragen würde: Um was gehts denn jetzt eigentlich in dem Buch.
Ich müsste sagen: Ja ... tscha ... hm ... das lässt sich schwer sagen. Und dieses Gefühl hab ich bei allen unheimlich guten Büchern. Man kann das nicht ein einem Satz beschreiben. Es geht schon um Artus, aber man könnte sagen: "It´s not your grandfathers King Arthur story".

Und wie gesagt genau das fasziniert mich daran so arg.

Du bekommst die ganzen Dinge die du kennst. Artus, Guinivere, Lancelot, Merlin, Morgan, Avalon, Excalibur. Aber du bekommst sie in einer Art und Weise, wie du sie noch nie zuvor erlebt hast.

Erzähler der Geschichte ist Defel, einst Ritter und enger Freund von Artus, vegetiert er im JETZT in einem Kloster und schreibt für die junge Königin Ingraine (nicht Artus Mutter) die Geschichte seines Herrn auf.

Und was soll ich sagen, es war genial. Nichts ist so, wie ich es erwartet habe, oder gekannt habe oder gedacht habe es zu kennen.
Artus ist kein strahlender Held, sondern ein von Selbstzweifeln zerfressener Mensch und vor allem ... er ist kein König. :D
Lancelot ist ein Feigling, Merlin absolut irre (aber dabei unfassbar unterhaltsam), Morgan entstellt und Nimue wirklich von allen guten Geistern verlassen.
Es wird gekämpft bis die Gedärme fliegen, alle zwei Zeilen gespuckt und gespien was das Zeug hält. Wirklich, ich habe noch in einem Buch eine so enorme Menge an Speichel erlebt.

Das Britannien des 5. Jahrhunderts ist ein unfassbar faszinierender Schauplatz.
Die Römer sind weg, ihre Gebäude, Straßen, Rüstungen, Handwerkswaren sind zurückgeblieben, aber die Briten haben keinen Dunst, wie man z.B. Steinhäuser, Aquädukte und der gleichen baut, bzw. in Stand hält. Also wohnen die in den letzten Überresten einer untergegangenen Zivilisation. Das Christentum, das langsam Einzug hält, macht die Sache eher schlimmer, denn besser und jetzt bekämpfen sich nicht nur die Sachsen und die Briten untereinander, sondern auch die alte Religion und die Christen.

Was aber dieses Buch so unfassbar genial macht, sind die Figuren.
Wie oben schon erwähnt geht es Blut, Gedärm und Speichllastig zu. Hinzu kommen noch die ganzen "verrückten" Bräuche.
Wenn z.B. Derfel einen Champion tötet, vor zu der gegnerischen Schlachtenreihe stiefelt und dann erst mal fünf Minuten einen echt coolen Siegestanz vorführt. Oder wenn sich die Druiden gegenseitig bekämpfen und einbeinig über ein Schlachtfeld hopsen.

Unterm Strich muss ich sagen: Selten hat mich ein Buch schockiert, unterhalten und fasziniert wie dieses. Obwohl diese knappen 700 Seiten voll mit ausufernden Schlachten, Reisen und Gerede waren, habe ich mich keinen Moment auch nur im Ansatz gelangweilt.

Cornwell ist einfach ein Meister seines Fachs und ich stürze mich gleich auf die nächsten beiden Bände der Reihe (und das obwohl ich Reihen normalerweise nicht ausstehen kann).


Kommentare

  1. Eine schöne Rezi zu einem tollen Buch! Bei mir ist es schon ein wenig her, dass ich diese geniale Reihe gelesen hab, aber ich weiß noch genau wie gerne ich die Bücher gelesen habe!

    Bernard Cornwell erzählt seine eigene Geschichte und das ist es, was die Bücher so toll macht! :)

    Viel Spaß wünsche ich dir bei den weiteren Bänden ;)
    Liebe Grüße
    Chianti

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