Montagsfrage: Baust du gerne religiöse Themen/Konflikte/Hintergründe in deine Geschichten ein?

Baust du gerne religiöse Themen/Konflikte/Hintergründe in deine Geschichten ein?

Gerade wenn man sich im historischen Sektor bewegt, kommt man an der (leidigen) Religion nicht vorbei. 

Da mein Plot ja auch Fantasyelemente enthält, und ich keinen Bock auf Parallelgeselschaften hatte - ernsthaft das ist nur unnötiger Stress - musste ich mich natürlich fragen: Wie reagiert die Kirche auf meinen duften Weltenentwurf. Denn Magie ist Teil der Welt und ... hey ... dabei ist mir aufgefallen, dass man in frühen Jahrhunderten eh glaubte "Magie wäre real" und deshalb ... 

Bei dem Verständnis dafür hat mir persönlich das Buch "Thinking with demons" unheimlich viel weitergeholfen. 
Denn Magie anno dazumal, war nicht das, was wir heute unter Magie verstehen. 

Ich hab mich einfach mal bewusst dafür entschieden, die Kirche (als Institution) so weit es eben geht, aus der Handlung außen vor zu lassen. Hat einfach nix mit zu tun, so im Großen und Ganzen. Es ist Barock Baby! Alle Priester haben doch eh Geliebte und Bischofswürden werden vom König verteilt wie Eclairs, also was soll der Geiz und ... oh der Pornopriester? Aaaaaaaaaaah ja, stimmt ja, da kommt ja doch so ne Art Kirche in meinem Plot vor in der ... ach das müsst ihr dann irgendwann selber lesen. Das würde hier zu weit führen. 

Sagen wirs einfach so: 

Mein Paris ist eine ultrareligiöse Stadt (aus dem Zwang heraus, nicht von XXXX abgemurkst zu werden, ist jeder hyper-super-duper religiös). Duscht in Weihwasser. Hat überall Heiligenbildchen (mit den Dingern kann man echt ein Vermögen machen) über all gibts eh Kirchen und Wanderprediger. Aber auf der anderen Seite sind die viel zu große Party-People um sich wirklich Bibel-Christen-mäßig damit das Leben schwer zu machen. 
   
Ich glaube damit komm ich dem barocken Lebensgefühl sehr nahe. 

Man sollte nicht vergessen: La Voisin - historische Hexenkönigin von Paris. Top-Engelmacherin. Giftmörderin und Bonvinant ihrer Zeit - ging jeden Sonntag in die Kirche. Konntest du die Uhr danach stellen. 

Und in Versailles gingen die ganzen Ladies nur in die Kirche, um die Predigten von Bossuet zu hören. Der war sowas wie der Robbie Williams des Barock. Er war Bischof, Kanzelprediger and a mother f*cking born entertainer! "And for the next four hours YOUR ARSE IST MINE!!!"

Im historischen Roman kommt man einfach nicht daran vorbei. Egal wie am es dreht und wendet, denn die Kirche hatte einfach einen zu großen Klammergriff um alles. Aber ich verzichte in meinem Plot bewusst auf diesen ganzen Inqiositionsmüll. Einfach weil Paris, als Schauplatz, das einfach nicht hergibt. Da gabs halt keine groß angelegte Hexenverfolgung oder Häretikerverbrennung. Nach allem Fachbüchern die ich gelesen  hab, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Obersten der Stadt das selbst für ein bissel dämlich und an den Haaren herbeigezogen fanden (in 30 Jahren grade mal 12 Anklagen ... pffff) 

Ich empfinde den Barock immer wie so eine Art Pendel. Auf der einen Seite gibt es krasse Religiosität. Auf der anderen Seite total die "pfeif drauf" Stimmung. Und ich glaub das hab ich in meiner Geschichte ganz gut hinbekommen, mich auf die normale Mitte einzustellen.






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