[Rezi] Polarfieber

http://www.sieben-verlag.de/buecher/Polarfieber/
von Kim Henry
SiebenVerlag
978-3-864432-53-8
212S. 
14.90€  Broschur
8.99€ E-book


Inhalt: 

Ex-Royal-Marines Hubschrauberpilot Silas Greve ist nach Grönland gekommen, um seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Als er den Auftrag der grönländischen Regierung erhält, die Geowissenschaftlerin Kaya Motzfeld aus der Einsamkeit ihres Forschungsstützpunktes in die Hauptstadt zu fliegen, ahnen beide noch nicht, dass sie bald rücksichtsloseren Feinden ausgeliefert sind, als gefährlichen Gletschern, Schneestürmen, dem eisigen Meer - oder ihren Gefühlen füreinander. Denn wenn das Eis taut, öffnet sich nicht nur der Blick auf die Schrecken der Vergangenheit mit Konsequenzen für die Zukunft, sondern auch auf zwei Herzen in Gefahr.  



Meinung:

Momentan pendele ich irgendwie so ein bisschen zwischen Liebesromanen und Histos hin und her. Kim Henrys Polarfieber hatte ich mir zunächst einmal besorgt, weil mich der Schauplatz der Geschichte, Grönland, gereizt hat.

Nicht nur, weil Dänemark (Grönland ist Teil Dänemarks) auf meiner lies-dich-um-die-Welt Challenge immer noch fehlt. Nachdem mich Survive im Sinne von "Überleben in der eisigen Wildnis" ziemlich enttäuscht hatte, war ich guter Dinge, mit Polarfieber endlich mal ein cooles Survivalbuch mit Lovestory gefunden zu haben. Diese Erwartung wurde, zumindest zum Teil, erfüllt.

Das Buch beginnt gut, man ist ziemlich schnell in der Story drin und lernt Silas und Kaya kennen. Sofort merkt man auch, dass beide schwer an ihrer Vergangenheit zu knabbern haben. Jeder auf seine Art und Weise.
Kaya soll zu einem Treffen mit den Unweltminister nach Nuuk, Silas ist ihr Pilot. Auf dem Weg durch das ewige Eis stürzt ihr Hubschrauber mitten in der Einöde ab und es sieht ganz danach aus, als wäre es kein Unfall.

Soweit so gut.
Die Autorin hat sich, zumindest aus Sicht von mir Laien, gründlich mit dem Thema Grönland beschäftigt. Man ist sofort vor Ort und taucht ins ewige Eis ein. Von der Atmosphäre gibt es nix zu meckern, allerdings ist das Thema des Buches an sich, weniger "Hilfe wir hocken im ewigen Eis fest und kämpfen ums Überleben" sondern "Tragische Vergangenheit ist tragisch". Was ich ein wenig schade fand, ich hätte jetzt wirklich gedacht, dass es, so wie der Klappentext suggeriert, doch mehr um diese Naturerfahrung geht. Aber nun gut.

Kaya und Silas kommen sich natürlich näher.
Wäre ja eine Schande wenn nicht, denn Silas ist wirklich voll die Schnitte und Kaya ist scheinbar auch nicht von schlechten Eltern. Allerdings wars mir schon ab und zu etwas to much. 
Ich bin nicht der große Fan von Kosenamen und das Silas sie schon Baby nennt, bevor was zwischen ihnen geht ... ich bin wirklich gar nicht der Baby-Typ.

Auch ist da einfach zu schnell, zu viel an Gefühlen. Ja, es ist ein Liebesroman mit Actionelementen und großen tragischen Schicksalsschlägen, aber für mich schießt die Autorin mit dem Drama übers Ziel hinaus. Und ja, ich gebs zu, ab und an konnte ich mir ein Augenrollen wirklich nicht verkneifen. Einfach weil es stellenweise wirklich richtig schmalzig wird. Und der Schmalztyp bin ich in etwa genauso viel wie der Baby-Typ. Nämlich gar nicht.

Nichts desto trotz ist das Rumgeschmalze ja Geschmackssache und es gibt bestimmt Menschen die mögen diese Mengen an Drama. Wenn man mal von den ganzen krassen Schicksalsschlägen und dem Herumgesülze absieht, ist Polarfieber ein packend recherchierte Roman mit Atmosphäre. Das Setting ist genial. Auch der Schreibstil überzeugt. Es lässt sich locker und rasch lesen (obwohl ich zwei Wochen dafür gebraucht hab, aber daran sind meine aktuellen Histos schuld).

Die Figuren waren mir (trotz der oben erwähnten Mankos) dennoch irgendwo symphatisch. Die Sexszenen sind gut und in ausreichender Anzahl vorhanden.

Wenn ihr also auf Liebe, Eisbären, Polarlichter, Helikopter, heiße Dänen und gaaaaaaaaaaaanz viel Gefühl steht, und keine Aversion gegen den Kosenamen Baby habt, dann könnt ihr mit Polarfieber von Kim Henry echt nix falsch machen.

4/5 Sternen

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