[Rezi] Der Teufel von New York

http://www.dtv.de/buecher/der_teufel_von_new_york_24993.html#
von Lindsay Faye
Originaltitel: Gods of Gotham
DTV Verlag
480 S. 
ISBN 978-3-423-24993-5
15.90€


Inhalt:

Blut, Feuer und Schwefel
New York 1845. Die gerade gegründete Polizei der Stadt ist ein zusammengewürfelter Haufen von Schlägertypen und seltsamen Vögeln. Auch Timothy Wilde gehört dazu - gegen seinen Willen. Bei einem Brand wurden seine Zukunftspläne zerstört, sodass er jetzt jede Arbeit annehmen muss, die sich bietet. Eines Tages läuft ihm ein völlig verstörtes kleines Mädchen in die Arme, bekleidet mit einem blutdurchtränkten Nachthemd. Sie will oder kann nicht sagen, wer sie ist. Da sie selbst körperlich unverletzt ist, muss das Blut von einer anderen Person stammen. Kurz darauf findet Tim auf einem entlegenen Gelände neunzehn Kinderleichen. Es kursieren die wildesten Gerüchte, und die politische Situation ist bis zum Zerreißen angespannt 
 …


Meinung:

 Das Buch habe ich im Zuge einer Leserunde bei Lovelybooks gelesen.  Oder besser gesagt, ich hab es innerhalb von zwei Tagen mehr oder  minder gerissen. 

Fangen wir zunächst mal mit dem Titel an. Der Titel ist eins der wenigen Dinge die mir an diesem Buch nicht gefällt, erst ist (mal wieder) zu gewollt reißerisch und sowas liegt mir nicht. Außerdem bleib ich bei der Meinung, dass er Erwartungen weckt, die, jetzt da ich das Buch beendet habe, nicht wirklich erfüllt wurden. Den Originaltitel Gods of Gotham, gibt m.M.n. viel besser wieder um was es in dem Buch im Grunde eigentlich geht. Aber ich will ja nicht zu sehr spoilern. 

Bevor ich zum Inhalt komme, will ich noch etwas ansprechen, was sich bei der Leserunde herauskristalisiert hat und an was viele Leser ... na ja Anstoß genommen haben. 
Die Sprache. 
Es ist vielleicht hilfreich zu erfahren, dass die Figuren des Buches mitunter Flash reden. Das ist eine Gangstersprache, klingt m.M.n. in bisschen wie Yiddisch. Es gibt natürlich ein Glossar am Ende des Buches, trotzdem war dieser Dialekt für viele ein Problem. 
Mir persönlich gab das einen ganz besonderen Kick und ist aus meiner Sicht ein großer Pluspunkt des Buches. Die Gaunersprache macht das ganze unheimlich authentisch, das mag ich. 
Ich lese außerdem viele Bücher, mit "Fremdworten" oder "Dialekten" und ich hab immer wieder festgestellt, dass sich das meiste eh aus dem Kontext ergibt und ich benutze so gut wie das Glossar.

Die Inhaltsangabe fasst eigentlich ziemlich gut zusammen um was es bei dem Buch geht. Der Teufel von New York ist eine Mischung aus historischen Roman, Krimi und Thriller. Die Autorin, Lindsay Faye, hat unheimlich viel Arbeit in die Recherche gesteckt. Man braucht nur zwei, drei Seiten und man fällt kopfüber ins New York von 1845. 

Timothy Wilde ist Baarkeeper, bis ein Feuer seinen Arbeitsplatz, seine Erpsarnisse und ein Teil seines Gesichts zerstört. Von seinem halbseidenen großen Bruder Valentine bekommt er einen Job bei der neu gegründeten Polizei von New York zugeschustert. Zuerst will Tim hinschmeißen, aber dann begegnet er Bird, das Mädchen mit dem blutverschmierten Nachthemd. Schon bald hat die Polizei alle Hände voll zu tun, Kinderleichen werden gefunden und das von den Iren überrannte New York wird zu einem Pulverfass mit extrem kurzer Lunte. 

Wie ich nicht müde werde zu betonen fand ich dieses Buch absolut genial. Es ist unheimlich figurenlastig, denn unterm Strich waren die Morde und die Aufklärung des Falls eigentlich nicht wirklich der Rede wert. 
Fluch des Krimis, ich wusste schon nach knappen zweihundert Seiten, wer der Mörder ist und warum. Hm. Genau deshalb mag ich Krimis eigentlich nicht. 

Die für mich relativ frühe Aufklärung des Falls, tat dem Buch keinen Abbruch. Timothy hat eine wunderbare Erzählstimme. Ich könnte ihm noch fünf Bände zuhören, das Flash stört mich nicht die Bohne. Die Athmosphäre ist einfach nur umwerfend und ich hab einen ungesunden Crush auf Valentine. 
Val ... Oh Gott ich war da wirklich im Fangirlmodus. Er hatte alles was ein toller Charakter für mich braucht. Er ist Feuerwehrmann, Politiker, Gangster, Polizist, Unterweltgröße, partiell Bisexuell und heilger Strohsack einfach nur umwerfend abgebrüht. Hab ich eigentlich erwänt, dass er in meiner Fantasie auch noch umwerfend gut aussieht? Nein? Er sieht in meiner Fantasie umwerfend gut aus! Allein wegen Valentine Wilde lohnt es sich schon das Buch anzufangen, Mädels!

Und Tim ... ach Gott. Es gibt auch eine umheimlich süße, traurige, schreckliche und für mich total herzzereisende Lovestory. Zwischen Tim und Mercy. Wie gesagt, ach Gott war das Zucker. Ich wollte immer ihre Köpfe mit Tape zusammenkleben weil es so perfekt war. Bis ... oh Mann. Vor lauter Frust hätte ich das Buch wirklich super gern gegen die Wand geschmissen. 
Nein, die Art und Weise wie Tim in Mercy verliebt ist, ist einfach so ... hach.

Und neben diesen Personen und ihren kleinen und großen und riesengroßen Dramen, gibt es auch noch eine Menge Politik, Geschichte, Straßenkämpfe, explodierte Stadtteile, Massengräber, Bordelle und den Konflikt zwischen den katholischen Einwanderern und den nicht katholischen Einheimischen. 

Fazit:

Zwar kam das Buch bei einigen in der Leserunde nicht so gut an, aber für mich ist es eins der Highlights im März. 
Einziges Manko ist der Titel, der ist mir zu "typisch deutsch": viel zu reißerisch und irgendwie am Thema vorbei. 

Vom Inhalt her hab ich an dem Buch nichts auszusetzen. Wer gerne figurenlastige Histos liest, ist hier gut bedient. Wer eher einen Krimi/Thriller sucht, könnte bei der Teufel von New York ein wenig enttäuscht sein. 

Für mich war es wie gesagt ein Highligt und ich hoffe, dass DTV auch bald den zweiten Teil "seven for a secret" übersetzt, weil an Flash im Original trau ich mich dann doch nicht ran. 

Also Leute: LESEN! LESEN! LESEN!

Kommentare

  1. Hallo Nadine,
    danke für deinen Besuch auf meiner Seite, jetzt wollte ich natürlich wissen, wie das Buch bei dir abgeschnitten hat. Du hast wahrscheinlich recht, was den Titel und die Erwartung angeht. Für mich war die Story einfach zu beladen. Daher habe ich auch nicht zu den Folgebänden gegriffen, aber so begeistert wie du bist, war das vielleicht ein Fehler ;-)
    Wenn man mal den Kriminalfall außen vor lässt, dann gefällt mir die Geschichte schon viel besser, denn es herrscht eine besondere Atmosphäre im Buch. Ich finde den Zeitgeist hat die Autorin super eigefangen. Also vielleicht bekommt die Reihe jetzt noch eine Chance von mir.
    LG Kristin
    #Rezitalk

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