[Rezi] Die Affäre

von Gill Paul
Aufbau Verlag
ISBN: 978-3-7466-2544-7 
512 Seiten
9.99€

Inhalt: 
Liebe, Leidenschaft und großes Kino

Diana, eine kleine Londoner Museumsangestellte, erhält im Sommer 1961 das überraschende Angebot, an den Dreharbeiten von „Cleopatra“, dem teuersten Film des 20. Jahrhunderts, als historische Beraterin mitzuarbeiten. Das ist die Chance ihres Lebens! Doch ihr viel älterer Ehemann Trevor ist geradezu empört über ihr Ansinnen, für ein paar Monate allein nach Rom zu gehen. Nur widerwillig lässt er sie fort. In Rom ist für Diana erst einmal alles fremd. Aber bald genießt sie die Sonne, die neuen Freundinnen, die Restaurants, die italienische Mode, die Nähe von weltberühmten Schauspielern. Wie alle am Set bewundert sie Liz Taylor, die Hauptdarstellerin des Films. In ihrem Schatten entdeckt sie ihre Weiblichkeit neu und beginnt eine verhängnisvolle Affäre mit dem so zärtlichen wie undurchsichtigen Ernesto.
Ein spannender Roman um große Kinogeschichte und große Leidenschaften.

Ein spannender Roman um faszinierende Kinogeschichte und große Leidenschaften.

Meinung

Ich hab den Roman bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen und gelesen. Ich weiß nicht, ob ich ihn guten Gewissens einen Histo nennen darf, er spielt 1961 aber ist das schon historisch?

Wie dem auch sei. Ich mag ja besondere Settings, und Cleopatra, Hollywood-Stars. Kino. Das hat mich total neugierig gemacht. 

Das Buch startet gut. Der Prolog ist klasse und auch danach ist man sofort in der Story drin. Diana, eine Historikerin aus London, bekommt das Angebot ihres Lebens. Walter Wanger bittet sie nach Rom zu kommen, um beim Dreh von Cleopatra als historische Beraterin zu arbeiten. Die Chance ihres Lebens!

Leider ist ihr Mann - Trevor - nicht begeistert davon, und Diana trifft die erste folgenschwere Entscheidung (ihres Lebens). Sie emanzipiert sich und fliegt nach Rom. Zu Anfang ist sie noch unsicher und sehr verklemmt, ein richtiges Mauerblümchen. Aber sie blüht in der italienischen Sonne mehr und mehr auf. Findet Freunde und einen Verehrer. Ernesto. 

In der Leserunde hatte sich dieser aalglatte Typ zu Anfang noch ein paar Fans erobert. Ich persönlich mag dieses bella, und amore mio Gequatsche nicht und mir sind solche schleimenden Lackaffen zu wider. Deshalb konnt ich da auch keine großen Symphatien entwickeln. Ich hab Diana zwar ihre kleine Liebelei gegönnt, aber ... mir war der Kerl einfach zu fischig. Sorry. 

Es gibt noch einen zweiten Handlungsstrang. Scott. 
Scott ist Reporter und ein richtiger kleiner Lebemann. Er schreibt für eine mittelgroße Zeitung und hofft auf den Coup seines Lebens. Leider ist er nicht sonderlich helle und macht sich mehr Feinde, als jemals gut für ihn sein könnte. 

Ich bin ehrlich, die Scott Kapitel mochte ich nie wirklich. Lange Zeit liefen dei zwei Stränge parallel zu einander und hatten nur minimale Berührungspunkte. Gegen Ende brauchte die Story dann Scott, aber das hat es für mich nicht spannender gemacht. 

Ich habe gesagt die Affäre beginnt gut, und das stimmt auch. Aber in der zweiten Hälfte wurde es mir um ehrlich zu sein etwas zu abstrus. 
Mich hat ja immer gewundert, was da noch passieren soll, nachdem ein wichtiges Handlungselement sich in Wohlgefallen aufgelöst hatte. (Etwas mit dem ich irgendwie gerechnet hatte) 

Nach dem "großen Knall" waren aber immer noch knappe 150 Seiten über und da hat die Autorin jemanden sterben lassen. 
So und ab da begann der steile Sinkflug auf den letzten 90 Seiten. Es gibt Mordanklagen und Gefängnisaufenthalte, aber die Aufklärung der Ereingnisse ist ... einfach nur eine totale Enttäuschung.  Es kam mir so vor, als hätte die Autorin gern noch die 500 Seiten vollkriegen wollen und hat sich das mit dem Todesfall halt noch so ausgedacht. 

Natürlich musste sie die Story abschließen, aber ich hatte mir von dem Buch auch irgendwie was anderes erwartet. Allein schon durch den Titel.

Was ich der Autorin zugestehe ist, dass sie es wunderbar schafft die Zeit und des Lebensgefühl der 60er einzufangen. Auch das Flair großer Hollywoodstars und die wunderbare Landschaft Italiens werden gut und ausführlich beschrieben.

Leider täuscht das nicht über den, für mich, eher enttäuschenden zweiten Teil des Buches oder über das grässliche Verhalten mancher Figuren hinweg.

Ich werde hier nicht spoilern, aber ich war an manchen Buchstellen so wütend, dass ich es am liebsten gegen die Wand gepfeffert hätte. Das Verhalten der Protagonistin, die Tatsache, dass sie scheinbar keine Apothekerunze Selbstwertgefühl hat, lässt sich IMHO auch nicht dadurch entschuldigen, dass es die 1960er Jahre sind. Denn egal ob heute oder vor 40 Jahren, kein Mann hätte sowas zu mir gesagt, und wäre einfach so davon gekommen. 

Fazit: 

Die Affäre besticht duch die Atmosphäre und dem Flair. Leider bleibt das titelgebende Element hinter den Erwartungen zurück. 

Die Spannung ist eher mäßig und man sollte auch nicht auf eine große, epische Lovestory hoffen. Es ist eher eine Art Comming-of-age Romane einer jungen Frau. Leider bricht die Story im zweiten Teil des Buches ein. 

Schade, ich hatte mir mehr von dem Buch erhofft.

3.5 Sterne

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