[gehört] Der Ruf des Kuckucks

von Robert Calbraith 
a.k.a J.K.Rowling
Gelesen von Dietmar Wunder
Hörbuch Download, Laufzeit: ca. 960 Minuten
ISBN: 978-3-8371-2499-6
€ 8,95 [D] 
 
Inhalt:
 
Auftakt für Cormoran Strike & Robin - ein außergewöhnliches Ermittlerduo!

Als das berühmte Model Lula Landry von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzt, steht für die ermittelnden Beamten schnell fest, dass es Selbstmord war. Der Fall scheint abgeschlossen. Doch Lulas Bruder hat Zweifel – ein Privatdetektiv soll für ihn die Wahrheit ans Licht bringen.

Cormoran Strike hat in Afghanistan körperliche und seelische Wunden davongetragen, mangels Aufträgen ist er außerdem finanziell am Ende. Der spektakuläre neue Fall ist seine Rettung, doch der Privatdetektiv ahnt nicht, was die Ermittlungen ihm abverlangen werden. Während Strike immer weiter eindringt in die Welt der Reichen und Schönen, fördert er Erschreckendes zutage und gerät selbst in große Gefahr …
 
Meinung:
 
Man hat ja schono viel gehört über J.K.Rowlings Krimi. Gutes. Schlechtes. 
Ich hatte mal wieder Lust auf ein Hörbuch und weil Krimis mein bevorzugtes Genre dabei sind, bin ich bei der Ruf des Kuckucks hängen geblieben. 
 
Jetzt nachdem ich das Buch beendet habe und der letzte Satz verklungen ist, bin ich ziemlich zwiegespalten, was diesen Krimi anbelangt. 
 
Die Handlung ist sehr auf die handelnden Charaktere, allen voran auf den Privatermittler Cormoran Strike, zentriert. Es ist nicht blutig, nicht vordergründig actionreich. Es ist eine Charakterstudie Londons, mit all seinen verschrobenen Bewohnern. Eigentlich mag ich so etwas ja ... eigentlich. 
 
Ich bin ein großer Fan von vielschichtigen Charakteren. Protagonisten mit Ecken und Kannten und ja, der Ruf des Kuckucks bringt das alles mit. Wir haben einen Mordfall der zunächst wie ein Selbstmord aussieht. Wir haben all diese handelnden Personen von denen jede ihr eigenes Süppchen kocht, was sie auch bald zu einem wahren Netz aus Lügen, Intrigen und Halbwahrheiten verstrickt, allerdings konnte ich das Buch nicht zu 100% genießen und das hatte seine Gründe. 
 
+ Diese Namen. 
Frau Rowling (ich lass das Pseudonym jetzt weg) hatte ja schon in Harry Potter mitunter ein sehr ... spezielles Händchen für Namen. 
Ich bin kein Fan davon Figuren nach ihren Eigenschaften zu benennen, aber gut, jedem das Seine. Ich will hier auch gar nicht Harry Potter und der Ruf des Kuckucks gegeneinander aufwiegen. Verschiedene Genre, Zielgruppen und so weiter. Es ist einfach nur eine schlichte Tatsache, dass die Namen in diesem Buch absolut die Hölle waren. Ich, obwohl  ich das Buch an zwei Tagen durchgehört hatte, immer wieder durcheinander gekommen bin. Mich andauernd fragen musste: WER war das jetzt nochmal und manchmal echt perplex war.
Ich glaube in diesem ganzen Buch hat nur ein Bruchteil der Figuren einen einigermaßen normalen Namen. 
 
Falls ihr mir nicht glaubt, hier mal die Namen, in Auswahl: Cormoran Strike; Robin Venetia Ellacott; Lula Landry; Cyprian May; Evan Duffield; Rochelle Onifade; Guy Somé; Deeby Macc; Kieran Kolovas-Jones; Ciara Porter; Tansy Bestigui; Bryony Radford; Jonah Agyeman
 
Vielleicht lags dran, dass ich das Teil gehört hab, aber mal im Ernst jetzt. Wenn eine oder zwei Figuren einen ich nenns mal "besonderen" Namen haben OKAY. Aber diese Namensgebung war echt einfach zu over the top. Sorry. Das war einfach nur verwirrend.
 
+ Adjektivorgie
Ich sage nicht, dass das Buch vom Stil her schlecht war. Frau Rowling kann wirklich schreiben. Sie kann erzählen. Sie kann Bilder vor meinem Auge entstehen lassen, aber der Ruf der Kuckucks war einfach eine Adjektivorgie. 
 
Sobald es Beschreibungen von irgendwem oder irgendwas gab, haut sie uns 5-7 Adjektive in einen Satz. Jedem anderen Autor hätte der Verlag wohl gut die Hälfte davon gestrichen. Ich hab nix gegen bildhafte Beschreibungen, aber genau wie bei den Namen war es auch hier zu viel des Guten. 
 
+ Dietmar Wunder
Herr Wunder hat eine sehr angenehme Stimme. Die Stellen ohne wörtliche Rede und Cormorans Sätze hat er gut vertont. 
Sobald jedoch Robin oder eine andere weibliche Person etwas sagte wurde es einfach nur schrecklich. In seinem Versuch Frauen eine Stimme zu geben näselt sich Herr Wunder durch den Text. 

Ich kann mir natürlich vorstellen, wie schwer es für einen Mann sein muss eine Frau zu "vertonen" aber dieses näseln lässt einfach alle wörtliche Rede aller Damen in diesem Buch arrogant, gelangweilt und von oben herab klingen. Manchmal war es sogar so komisch, dass ich lachen musste, weil gesprochenes Wort und Inhalt so gegensätzlich waren.
 
 
Fazit
 
Der Ruf des Kuckucks ist ein ruhige, charakterorientiertes Buch. Fans von Blut und Action könnten enttäuscht werden. 
Allerdings hat es einige Längen . Durch die Namensgebung und den zu adjektivlastigen Erzählstil war es nicht so gut, wie zunächst gedacht. 
Der Sprecher bemüht sich jeder Figur ihre eigene "Stimme" zu geben, aber mir hat die Interpretation der Frauen akkustisch nicht zugesagt. 

3/5 Sterne
 
 
 
 

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