[Rezi] 1/2986

von Annelie Wendeberg
173 S.
3.30€

Inhalt:

Remnants of humanity are scattered high in the mountains, far from the deadly disease that wiped out ten billion lives. While everyone claws for survival, Micka cuts lines and numbers into her skin. The day she decides to press the blade deeper, a stranger steps into her life and makes an offer she finds hard to decline.

Warning: This book is not for the faint of heart. Do not buy if you abhor violence, intense language, and non-explicit sex. 

 
Meinung:
 Dystopien. Science-Fiction. Beides nicht so meins. Aber ich bin ein großer Fan von Annelie Wendebergs Anna Kronberg Serie, ich mag den Stil der Autorin und ich bin, was Bücher anbelangt, immer offen für was Neues. Ich lasse mich gern überraschen. 

Ich mag wie gesagt den Stil der Autorin. Er ist so herrlich anders. So herrlich realistisch, brutal, blutig und einfach gerade aus. Die Figuren sind nicht gerade das was man angenehmn, oder einfach zu händeln nennen würde. Und ja, ich mag das. Es fordert mich als Leser, aus meiner YA-Dystopie-Zone herauszukriechen, in der alle unterm Strich doch heiß, hübsch und heroisch sind, und sich alles irgendwie schon fügen wird. Das finde ich wirklich großartig. 

Wie in den Anna-Kronberg-Romanen, spiet auch hier tödliche Krankheiten (Cholera und TB) eine Schlüsselrolle. Die haben uns Menschen mal so richtig die Tour vermasselt und einen Großteil der Erdbevölkerung einfach mal ... gekillt. Den Rest hat der Mensch dann selbst, durch Säuberungsaktionen, übernommen. Und so ist nur noch 1/2986 der Erdbevölkerung übrig. Haben wir ja ganz großartig hingekriegt. WUHU. 

Ich finde dieses Szenario bedrückender, als das ausgelutschte "alle haben ihre Atomraketen gezündet und die Erde in Schweizer Käse verwandelt"-Szenario anderer Dystopien. Man merkt die Autorin ist vom Fach, fiese Keime sind ihr Ding. Und ja ... der Gedanke, dass Trinkwasser uns abmurksen kann ist echt beängstingend. 

In dieser dystopischen Welt wohnt Micka. Sie ist der Dorf-Looser. Und ja, ich meine Looser. Nicht dieser Twilight-Mary-Sue-Grütze von "eingebildeter Looser, der eigentlich wunderhübsch ist und auf den jeder fliegt"-Looser, sondern wirklich ein Looser. Sie hat vor sich das Leben zu nehmen, aber genau an diesem Tag kommt der neue Sequencer in ihr Dorf und bietet ihr an, sie mitzunehmen. Das Abenteuer beginnt. Auf Micka und Runner (das ist der Sequencer) und die Welt in der sie leben muss man sich einlassen. Ich mochte es, ich mochtes es so sehr, dass ich den zweiten Teil gar nicht abwarten kann, weil die Autorin einen echt üblen Cliffhanger am Ende eingebaut hat.

Und noch ein Hinweis. Dieser Zusatz "Not for the faint of heart" ist hier mal wieder wörtlich zu nehmen. Wäre dieses Buch ein Film, ich hätte mir öfter die Augen zugehalten, als mir lieb ist. Die Autorin hält auf alles voll drauf. Zuckerguss und dezent umschreiben, ist hier nicht. Ich glaube ich habe selten eine Protagonisten das Wort "Fuck" so oft benutzen hören.

Fazit:

 Fuck, war das gut.

von mir gibts 5/5 Sternen

Kommentare

  1. Hi Dina,
    danke für die Rezi, von dem Buch hatte ich noch nie gehört. Und dabei klingt es doch genau nach meinem Geschmack. Ich hab dieses Weichgespülte bei Jugenddystopien manchmal einfach satt, da brauche ich mal wieder eine richtige "Erwachsenen-Dystopie", in der es brutal und schonungslos zugeht. Deshalb werde ich dieses Buch hier auf jeden Fall im Auge behalten.

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