[Rezi] Drache und Phönix - goldene Federn

http://www.dotbooks.de/e-book/232816/drache-und-phoenix-goldene-federn#author
von Angelika Monkberg
DotBooks Verlag
185 S.
ISBN: 978-3-95520-392-4
3,99 €
Inhalt:
Eine große Liebe.
Eine gefährliche Reise.
Das Abenteuer beginnt.

Venedig im 18. Jahrhundert. Jan Stolnik führt ein rastloses Leben. Niemand ahnt, welches Geheimnis er hütet: Jan ist ein Drache, gefangen im Körper eines Menschen – dazu verdammt, ewig zu leben, ohne jemals seine Flügel entfalten zu können. Der Besuch der Lagunenstadt soll ihn für einige Zeit von seinem Schicksal ablenken. In den engen Gassen und prachtvollen Palazzi hört er immer wieder einen Namen: La Fiametta. Schon nach ihrer ersten Begegnung weiß Jan, dass die Sängerin mit der verführerischen Stimme und dem kapriziösen Wesen keine gewöhnliche Sterbliche ist. Er verliebt sich unsterblich in das schillernde Geschöpf – und erkennt rasch, dass Gefühle zum Fluch werden können …
Meinung:
 Historische Fantasy ist sowas wie ein Cronut. Du nimmst zwei Dinge, die an sich schon super sind und verbindest sie zu etwas, das noch toller ist. 
Drache und Phönix ... das klang ... und ja, ich benutze das Wort, einfach oberaffengeil. Venedig. Das 18. Jahrhundert. Mischwesen. Noch dazu gab es das Buch irgendwann mal kostenlos. 

Bevor ich mit dem lesen anfing, hab ich mir die Bewertungen im Internet angesehen und dachte: Hö? Fast nur schlechte Bewertungen? Was soll an einem Buch, mit so toller Inhaltsangabe, bitte so schlecht sein. 

Tscha ... jetzt weiß ich es. 

Bevor ich mit der eigentlichen Besprechung anfange, will ich sagen, Drache und Phönix, ist wieder eins von den Büchern die mich sauer machen. Die eigentliche Idee ist super. Die Umsetzung aber eine kleine Katastrophe. 
Das hätte wirklich was werden können, aber ... wie gesagt ... hätte. 

Zunächst einmal wäre da der Schreib und Erzählstil. 
Himmel Herrgott nochmal. Ich lese so viele historische Romane, aber keiner, kein einziger, kam so gottverdammt gestelzt daher. 
Die Autorin denkt, dass sie, wenn sie eine kapriziös gesteltzte Sprache, gemischt mit diesem "Rennaissancemarkt Pseudo-Sprech" mixt, würde das ganze wirklich historisch werden. 
Der Stil wirkte auf mich ... ja belehrend und hochnäsig. So als wollte uns die Autorin die ganze Zeit unter die Nase reiben "da schau, ich weiß was, ich habe recherchiert". 
Ich bin kein Fan großer Erklärungen, was dieses oder jenes Wort denn nun ganz genau bedeutet. Bei Drache und Phönix war es aber so, dass die Autorin immer wieder mit Worten um sich wirft, ohne sie genau zu erklären. 
Bis ich kapiert habe, das "Messer" eine Anrede ist, musste ich den Satz 3 Mal lesen, einmal sogar laut. Bei manchen Sätzen rätsele ich immer noch, was die Autorin mir damit eigentlich sagen will. 

"Wenn sie abhielt, konnte ein Mann eine Frau mit einem einzigen wonnigen Stoß nehmen"

Wie gesagt ... keine Ahnung, was das heißen soll. 
Der Satz ist übrigens eine klasse Überleitung zum nächsten Punkt. Das Buch ist ein schlechter Porno. 

Nein ... ehrlich. 
Nichts, und ich wiederhole, nichts, deutet darauf hin, dass es in diesem Buch eigentlich nur ums F.... geht. In der Inhaltsangabe ... kein Wort. 
Große Liebe?
Bitte was?
Ich glaube, die Autorin hat hier Liebe mal ganz geschickt mit Geilheit, Lüsternheit und Promiskuität mit Liebe verwechselt. Ein Autsch von mir dafür.
Ich  habe NICHTS gegen gut gemachte Erotik. Ich lese gern Erotikbücher aller Art, aber das hier ist eine Frage der Einstellung. Wenn ich ein Erotikbuch lesen will, wenn ich Lust darauf habe, dann kaufe ich mir ein Erotikbuch. 
Wenn ich einen Fantasyroman lesen will, dann kaufe ich mir einen Fantasyroman. Nichts! Weder das Cover, noch der Klappentext deutet darauf hin, dass dieses Buch eigentlich nur eine lockere Aneinanderreihung von Sex, Sex, Sex ist. Und schlechtem, peinlichem Fremdschamsex noch dazu. 

Ich hab aufgehört zu zählen, wie oft Jans Schwanz hart wird, wie oft Jans Schwanz anschwillt, wie oft Jans Schwanz steif ist. Ehrlich, der Drachentyp ist immer geil, immer rallig, immer kurz davor, irgendeine Frau mit irgendeinem seiner Körperteile zu f... 

"Er [Jan] packte La Fiametta, warf sie auf Hände und Knie und fickte sie gnadenlos. Er rammte seinen Schwanz in sie hinein, tiefer, mit jedem Stoß tiefer. [...] Ihre Scheide war heiß, wie die Hölle und molk seinen Schwanz wie ein gieriger zweiter Mund"  Kapitel 11
Also ich bin ja wirklich selten sprachlos, aber dieses Buch, hat es wirklich geschafft, dass ich eigentlich nicht weiß, ob ich darüber jetzt lachen oder heulen soll. 
Ganz ehrlich. Wenn ich in einem Satz zusammenfasste müsste, um was es in Drache und Phönix geht, würde ich sagen: "Da ist ein Halbdrache und der f... sich durch Venedig, und das nicht mal gut."

Und ich sollte noch erwähnen, dass Sex nicht Jans einziges Steckenpferd ist. Nein ... er kann sich auf zwei Arten aufgeilen. Entweder durch Bettgymnastik oder wahlweise ... Selbstverstümmlung durch das Versengen einzelner Körperteile.

Der Rest des Buches ... wie gesagt ...  ich weiß immer noch nicht, was ich vom Rest des Buches halten soll. 
Jan begleitet seinen Herrn, irgendeinen Kurfürsten von Sachsen, nach Venedig. Die wollen da Verhandlungen führen, aber weil sie das offiziell nicht dürfen, machen sie es beim Karneval hinten rum. Außerdem hat Jan, vom Bruder des Kurfürsten, den Auftrag bekommen, den frommen Jung mal endlich mit nem Mädel ins Bett zu bekommen. 
Aber das gefällt dem frommen Beichtvater nicht, weshalb er sich bei den Dommenikanern mehr oder weniger zu Tode geißeln lässt (???). Die haben es dann natürlich auch auf Halbdrache Jan abgesehen und irgendjemand steckt, dem Kurfürsten dann, dass sein buckliger Reisebegleiter gar nicht bucklig ist, sondern ein Halbdrache der seine Krüppelflügel versteckt. 
Der Kurfürst ist darüber total erstaunt. Und ich hatte lauter Fragezeichen über dem Kopf. Jan verbrennt sich andauernd irgendwelche Körperteile, vorzugsweise die Hände, hat aber super Heilfähigkeiten. Und DAS fällt dem Prinzen nicht auf?
Aber egal, das Buch ist eh voller Widersprüche. Zuerst nagelt Jan die Magdhexe in der Küche und gibt ihr hernach ein Goldstück. Zehn Seiten später, rühmt er sich selbst, für sexy time noch nie bezahlt zu haben ... 

Und Hexen ... so richtig erklärt wird die Welt auch nicht. Es gibt wohl weiße Hexen, die von der Kirche semi-tolleriert werden. Und Drachen, die von der Kirche nicht tolleriert werden. Und Phönixe. Aber wie das alles an sich funktioniert, und wer wie viel von den magischen Geschöpfen weiß, das wird nicht so richtig geklärt. Alles macht einen verqueren, unrunden Eindruck. Der Sex steht einfach zu sehr im Mittelpunkt.

Fazit:

Drache und Phönix hätte ein sehr gutes Buch werden können. Die gestelzte Sprache, die vielen unklaren Begrifflichkeiten und der belehrende Tonfall, machen es schwer in das Buch einzusteigen und es zu genießen. 
Hinzu kommt der Fokus auf Sex. Die vielen peinlichen, schlecht geschriebenen Szenen, sind größtenteils Fremdschamkandidaten. 
Die eigentiche Geschichte ist unausgereift, verworren und der Weltenbau schlecht erklärt. Die anderen sechs Bände werde ich nicht lesen.

Ich gebe Drache und Phönix 
1,5/5 Sternen
und wiederhole: Das hätte etwas Großartiges werden können, was für eine Enttäuschung 
:(


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