[Rezi] Sibirisch Rot.

http://www.droemer-knaur.de/buch/7787123/sibirisch-rot
von Sam Eastland
Droemer Knaur
368 S.
ISBN: 978-3-426-51393-4
9.99 €

Inhalt:

September 1939:
 Inspektor Pekkala bekommt von Stalin einen neuen, höchst unliebsamen Auftrag.
Wieder soll er einen Mord aufklären. Doch es ist kein gewöhnliches Verbrechen. Der Mord hat sich in dem gefürchteten sibirischen Straflager Borodok
ereignet, wo Pekkala selbst zehn Jahre lang Zwangs­arbeit verrichten musste. Nun soll er, als Häftling
getarnt, dorthin zurück. Ein Alptraum – doch ihm bleibt keine Wahl …


 
Meinung:
 Inspektor Pekkala. Ich habe letzten November mit der Serie angefangen und war von Band 1 so begeistert, dass ich Band 2 sofort nachgeschoben habe. Band 2 hatte schon kleinere Schwächen, war aber immer noch ganz okay. Also Bd. 3. 

Jetzt so im Nachhinein muss ich sagen, ich hätte das mit Band 3 lassen sollen. Sibirisch Rot war eine Enttäuschung und ich frage mich wirklich, wie eine so gute Reihe so abstürzen kann. 

Pekkala soll zurück nach Bodorok. Dem sibirischen Straflager indem er viele Jahre seines Lebens als Insasse verbrachte. Er soll für Stalin den Mord an einem Häftling aufklären, wobei Stalin der Mann an sich egal ist. Er will wissen, wo das letzte Gold des Zaren versteckt liegt.

Ich persönlich bin kein Fan für Geschichten aus dem Gulag. Deshalb hab ich damals auch den Nachfolger von Kind44 nicht gelesen. Etwas daran schreckt mich einfach ab. Vielleicht bin ich in dieser einen Sache zimperlich, aber ich finde ein Action-Thrillerplot in einem Gulag ist einfach grenzwertig. 

Der Erzählstil ist wie immer rasant. Wie in jedem Band gibt es auch in Sibirisch Rot "Rückblenden" in die Zarenzeit. Diese Kapitel mochte ich am Liebsten. Ich bin eben ein Romanow-Fangirl. Das Problem was ich mit dem Buch hatte war, dass mitunter halbe Kapitel aus den vorhergegangenen Bänden einfach nochmal wiederholt wurden. Natürlich, zwischen den Bänden liegen ein paar Jahre. Und man soll die Reihe nicht in einem Rutsch lesen. Ich finde es gut, wenn Autoren dem Leser immer wieder gewisse Ereignisse ins Gedächtnis rufen, aber doch nicht die selben Szenen ... schon wieder. Da konnte ich manche Passagen einfach überfliegen. 

Was mich aber wirklich genervt hat an diesem Buch waren die vielen Deus ex Machina Momente. Ja, es ist ein Thriller. Ja, Pekkala is sowas wie ein sowjetischer Superman-James-Bond-Jason-Borne-Batman. Auch in den vergangenen Bänden hatte der Bursche manchmal mehr Glück als Grips, aber hier nimmt es wirklich Überhand. 
Irgedwann im Laufe des Plots schreibt der Leiter des Lagers eine Nachricht an Stalin, in der er Pekkala auf die dümmste Weise denunziert. Stalin springt aber sofort drauf an (was für mich recht wenig Sinn ergeben hat, auch wenn Stalin Pekkala nicht traut ... ) und ordne Pekkalas Tod an. 
Der Lagerkomandant freut sich wie Bolle, will aber mit der Hinrichtung noch warten, bis Pekkala am nächsten Morgen die Suppe ausgegeben hat ... und genau das ist der Morgen an dem Pekkala plant zu türmen. 
Na, wie praktisch. 


Fazit:

Sogar für einen Thriller war die Sache zu konstruiert und zu arrangiert. Ich hab mich über einen Monat durch diese knapp 400 Seiten gequält und werde erst mal keine weiteren Bände lesen. 
Es bricht mir wirklich das Herz, eine Reihe, die so gut angefangen hat, so abstürzen zu sehen. Sibirisch Rot hat einfach keinen Spaß mehr gemacht, es ist ein solider Thriller, die zwei ersten Bände waren einfach besser.


3/5 Sternen

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