[Rezension] Cleo

von Lucy Coats
Orchard Books
384 S. 
ISBN: 978-1408334096
8,77 €
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Inhalt: 
Her precious mother is dead - and it isn't an accident! The young Cleopatra - Pharaoh's illegitimate daughter - must flee the royal palace at Alexandria or die too. As her evil half-sisters usurp the throne, Cleo finds sanctuary at the sacred temple of Isis, where years later she becomes initiated into the secret Sisters of the Living Knot. But now Isis's power is failing, Egypt is in danger, and Cleo must prove her loyalty to her goddess by returning to the Alexandria she hates. She must seek out the hidden map which is the key to returning Isis's power - on pain of death. But will she be able to evade her horrible sisters? And will she find dreamy Khai, the über-hot Librarian boy she met as she fled Alexandria years before? Cleo's powerful destiny is about to unfold...

Gorgeous and evocative, this captivating new YA novel imagines the life of the teenage Cleopatra before she became the icon we think we know

Meinung: 
Hallo meine lieben History-Enthusiasten!
Heute möchte ich euch ein englisches YA Buch vorstellen, dass sich mit Cleopatra, der letzten großen Pharaonin Ägyptens beschäftigt. 
Oder sagen wir besser, beschäftigen wollte. 

Gleich vornweg: 
Ich konnte dieses Buch nicht beenden. 
Bei 58% war die Grenze des Ertragbaren für mich erreicht. 
Das Buch wurde mir über Netgalley zur Verfügung gestellt, im Austausch für meine ehrliche Meinung. Deshalb, und wirklich nur deshalb, habe ich mich hindurchgequält, bis ich wenigstens etwas mehr als die Hälfte gelesen hatte. 

Zunächst einmal war die e-book-Kopie von Netgalley alles andere als ideal. 
Es fehlten überall Buchstaben. Aus Finger wurde nger. Ein Problem, das sich durch den gesamten Text zog. Ich kann nur hoffen, dass der Verlag da nachbessert. 
Zwar fließt dieses Missgeschick nicht in die Bewertung mit ein, aber es ist schon anstrengend immer Worte raten zu müssen. 

Zum Buch: 
Ich finde es, prinzipiell, immer gut, wenn Autoren historische Stoffe für Jugendliche bearbeiten. 
Was ist hingegen nicht gut finde, ist, wenn die Geschichte, die am Ende dabei herauskommt, rein gar nichts mehr mit der Realität zu tun hat. 
Vom historischen Standpunkt aus betrachtet, ist Cleo eine Katastrophe. 
Mir ist klar, dass ein YA Buch nicht gesamte politische Tragweite des Ptolemäerreichs erfassen kann und das Autoren selektieren müssen. Natürlich ersetzt ein historischer Roman oder sagen wir eher, ein historisch angehauchter Roman nicht den Geschichtsunterricht, oder Sach- und Fachbücher. Soll er ja auch nicht. 
Aber: Wenn ich mir als Autor eine historische Figur aussuche - noch dazu eine so bekannte, berühmte und beliebte - dann kann ich eben mit ihr auch nicht machen, was ich will. 
Beim lesen hatte ich immer den Eindruck Ms. Coats wollte aus Cleopatras Leben eine antike Version von Cinderella zimmern. 
Mitsamt bösen Stiefschwestern, toter Mutter und Insta-Love. 
Dabei verdreht sie rabiat historische Tatsachen. Schwestern werden vertauscht, Ereignisse einfach umgeschrieben, damit es in das dramatische Konzept und die Idee der Autorin passt. 
Für mich hat dieses Konzept, diese Idee von Cleopatra, einfach nicht funktioniert. 

Womit wir auch schon bei unserer streitbaren Hauptperson währen. 
Cleopatra. Cleo. 
Cleo?
Ja, Cleo!
Ihre Erzählstimme ist die eines modernen Teenagers. Und das ist sehr befremdlich. Zumindest war es das für mich. 
Cleo, Tochter von Ptolemäus, erzählt ihre Geschichte so, wie ich meine erzählen würde, nur, dass Cleo im antiken Ägypten wohnt und eine verwöhnte, kleine Göre ist, die ständig am jammern ist. 
Dieses Herumgejammere bessert sich zwar im Verlauf des Buches, schließlich ist sie immer noch Cleopatra! Die Frau, die Cäsar und Mark Anton mit ihrem Charme in die Knie zwang ... nun ja ... zumindest ist sie das dem Namen nach. 
Mit dieser Cleopatra wurde ich auf jeden Fall nicht warm. 
Sie war mir zu unhistorisch. Zu weinerlich. Zu viel von all den negativ belasteten Adjektiven, die mir bei der klassischen Marie Sue auf die Nerven gehen. 
Natürlich gibt es in dem Buch auch einen Jungen. Khai. Mr. Insta-Love. Ich hasse Insta-Love Plots, das ist ein Plotemelent das für mich in 99,9% der Fälle einfach nicht funktioniert.   
Auch hier fühlte es sich gewollt und unnatürlich an. 
Wie wenn man in eine Box mit grünem Glibber greift. 

Fazit: 

Das Buch wird Mitte Mai erscheinen. 
Es tut mir wirklich in der Seele weh, es schlecht zu bewerten, aber ich kenne niemanden, dem ich es guten Gewissens empfehlen könnte.
Cleo ist eine vertane Chance. 
Schade. 

2/5 Sternen  
 

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