[Rezension] Das Gold des Südens - die Flucht

von Ulf Schiewe
Droemer-Knaur Verlag
48S. 

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Inhalt: 

Karibik 1635: In den spanischen Kolonien hat der Schwarzhandel überhand genommen. Der neue Gouverneur von Hispaniola schwört, jeden Schmuggler, den er erwischt, eigenhändig aufzuhängen. Die schöne Doña Maria zittert um ihren Gemahl, einem reichen Pflanzer und heimlichen Drahtzieher des verbotenen Handels. Im fernen Bremen hat der junge Handelsherr Jan van Hagen nur die Wahl zwischen Schuldturm und Flucht in die Neue Welt, um als Schmuggler das verlorene Familienvermögen wieder herzustellen. Noch in der Nacht entkommt er den Schergen und nimmt Kurs auf Westindien. Seine Suche nach dem Gold des Südens hat begonnen. "Die Flucht" ist der erste Teil des großartigen fünfteiligen historischen eBook-Serials "Gold des Südens".

Meinung:
Das Gold des Südens - die Flucht - ist der Teil 1 eines fünfteiligen Serials aus dem Knaur Verlag. Ich wurde darauf aufmerksam, als ich die Rezension dazu bei Lord Byrons Buchladen gelesen habe.  Die gute Betty war ja schwer begeistert von dem Stoff und ich dachte mir: Hey! Piraten! Schmuggel! Das 17. Jahrhundert! Das klingt total genial und vor allem Teil 1 ist kostenlos! Also her damit!

Die ersten knapp 50 Seiten umfassen 3 Kapitel. Wir lernen unsere Protagonisten und ihre Probleme kennen und die Geschichte kommt langsam ins Rollen. 
Ich sage gleich, das Buch bekommt von mir 2,5 Sterne und ich runde auf 3 auf. Das hat natürlich seine Gründe. 

Zum einen funktioniert der Erzählstil des Autors für mich nicht. 
Das ist natürlich persönlicher Geschmack und jeder sieht das anders, aber Ulf Schiewe hat es nicht geschafft mich zu packen. Das liegt vorallem daran, dass er immer wieder abschweift. Vorallem das zweite Kapitel aus Dona Marias Sicht, war ein harter Kampf. 
In diesem gesamten Kapitel passiert nichts weiter, als das sie im Garten sitzt und später kurz zu einem Empfang geht. Der Autor füllt aber viele, viele Seiten mit Hintergrundinfos. Auch bei Histos bin ich eher für das Prinzip show dont tell.
Sich seitenweise durch die Geschichte Hispaniolas zu quälen, zu erfahren welche Straße warum genaus so heißt und wie das mit dem Handel jetzt eigentlich  ist, zeigt mir der Autor hat recherchiert. Er hat sehr gut recherchiert und viel recherchiert, er weiß, über was er da schreibt. Leider verpackt er, für mich, so, dass es einfach keinen Spaß macht, es zu lesen. Ich ertappte mich dabei quer zu lesen. Einfach, weil ich mir diese ganzen Infos überhaupt nicht merken konnte (und wollte) .
Genau das ist ja auch die Crux an historischen Romanen. Wie viel ist zu viel? Wie wenig zu wenig?
Von meiner Position aus sage ich, es war zu viel. Das hat das Kapitel zäh und mühselig für mich gemacht und mich nicht packen können. Das heißt natürlich nicht, dass das Buch für andere Leser nicht funktionieren kann. 
Ein weiteres Problem für mich war unser Protagonist Jan. 
Er kommt von einer Reise zurück nach Hause, plant endlich das Mädchen  zu heiraten, das er liebt und erfährt, dass sein Vater totkrank und das Haus verschuldet ist. Was ich hier so nonchalant in einem Satz unterbringe, dauert für Jan 2 ganze Kapitel. 
Der Jung ist nämlich etwas schwer von Kapee, wenn ihr wisst, was ich meine. 
Der alte Hausdiener sagt ihm gefühlte hundert Mal: "Dein Vater liegt im sterben."
Leider ist es Jan nicht möglich diese zwar schockierende, aber dennoch simple Tatsache zu geistig in eine Information umzuwandeln. Und so wird aus Jans Verhalten eine sehr mühsame Geschichte. Ich weiß nicht, wie oft der Hausdiener zu ihm sagt: "DU MUSST WEG!"
Jan findet dazu immer ein neues : "ABER ..."
Ich weiß nicht, ob der Autor mit diesen endlosen Dialogen Spannung aufbauen oder einfach nur weitere Hintergrundinfos in den Text streuen wollte, mich machten sie beim lesen so aggressiv, dass ich irgendwann meinen Kindle angeschrien habe. Dabei kann das arme Gerät ja nix für. 
Fazit:
Viel ist nicht passiert in den ersten 50 Seiten. 
  Sie schaffen einen guten Überblick über die Protagonisten und ihre zu Grunde liegenden Probleme. 
Der Autor hat viel und gut recherchiert, allerdings schafft er es nicht, seine Recherche aktiv in den Plot zu integrieren, weshalb es beim lesen schon mal sehr zäh werden kann. 

3/5 Sternen

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