[Rezension] Das letzte Königreich

von Bernard Cornwell
Rowolt Verlag
470 S. 
die Uthred -Serie #1
ISBN: 9783499242229
9,99 € (Taschenbuch o. E-book)

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Inhalt: 
Nordengland, im Jahre 866: Mit zehn Jahren erlebt der Fürstensohn Uhtred den Einfall der Wikinger. Sein ungestümer Mut in der Schlacht beeindruckt den Anführer der Dänen so sehr, dass er Uhtred verschont und als Ziehkind aufnimmt. Mit den Jahren wird der Junge fast einer von ihnen. Nach Raub- und Eroberungszügen voller Blut und Gewalt droht auch Wessex, das letzte der fünf angelsächsischen Königreiche, an die Eroberer zu fallen. Doch da wechselt Uhtred wieder die Seiten ...

Meinung :

Puh, das wird jetzt nicht einfach. 
Ich mochte Cornwells Sharpe Romane. Sehr. 
Ich mochte Cornwells Arthus Trilogie. Sehr. 
Also ging ich einfach davon aus, ich würde die Uhtred-Serie auch sehr mögen. 
Aber ...
Wie gesagt, es fällt mir wirklich schwer ein Buch von diesem Mann eben nicht sehr zu mögen.

Ich habe mir letztes Jahr vorgenommen ein paar Bücher von den "Must Reads" im historischen Sektor zu lesen. [Link zu Beitrag auf Goodreads]
Normalerweise ist das nicht mein Ding. Bestseller und Listen, aber ich vertraue Terry, Dawn und Darcy. Und mit der Troja-Trilogie, Whaleroad und C.J.Sansons Shardlake Romanen hatten sie auch recht. Alles tolle Bücher und im Grunde genommen ist das letzte Königreich ein klassischer Cornwell. Cornwell ist ein Autor an dem man, im historischen Bereich, einfach nicht vorbeikommt. Er ist eine Größe und wenn ich einen Cornwell lese, dann weiß ich, was auf mich zukommt.


Das Buch ist packend recherchiert. Spannend. Informativ. Blutig. Man erlebt Schlachten und das Coming-of-Age des jungen Uhtred. Es ist eine Zeit in der die alten Götter gegen das Christentum kämpfen und die Engländer gegen die einfallenden Wikinger. Ich mag diese Zeit, weil sie einen entscheidenden Umbruch, in unserer europäischen Geschichte, symbolisiert. Und Cornwell ist einfach ein Meister darin, Vergangenes wieder aufleben zu lassen und das war ja auch gar nicht das Problem an dem Buch.

Cornwell hat in der Uhtred Serie den selben Erzählkniff angewandt, wie bei den Artus Chroniken. Der Protagonist (in dem Fall eben Uhtred) erzählt als "alter Mann" sein Leben. Da ist wirklich nichts dagegen einzuwenden, ich mochte damals Derfels Erzählstimme in der Winterkönig ff. sehr. Ich kann mir selbst nicht erklären, warum ich Derfel Cardan mochte und Uhtred eben nicht.
Bei beiden Erzählern hat man immer einge gewisse Distanz. Es fällt mir schwer das richtig zu erklären. Die Bücher decken eine lange Zeitspanne ab. Viele Ereignisse werden in beiden Serien einfach mit ein paar Sätzen abgehandelt. "Wir zogen  nach XY" "Den Winter über blieben wir in XY" und zack sind wieder Monate oder Jahre vergangen. Zeit in der sich der Protagonist natürlich verändert, reift, erwachsen wird. Beide Serien sind eher "große Erzählungen" als "kleine Episoden".

Ich wurde mit Uhtred einfach nicht warm.
Punkt.
Ich konnte die Distanz zu ihm einfach nie überbrücken und deshalb war mir sein Schicksal auch herzlich egal. Natürlich erlebt Uthred viele Abenteuer. Natürlich ist das alles sehr packend, sehr blutig, sehr bedingungslos, aber hinter einem Derfel bleibt Uhtred irgendwie zurück. Für mich war er, bis zum Ende, ein weißes Blatt Papier. Mir fehlte das Mitfiebern, das ich aus anderen Cornwell-Büchern kannte, und auch die Empathie für unseren tragischen Helden. Alles war schon irgendwie da, aber es hat bei mir nicht gezündet.

Fazit: 

Da Uhtred und ich nicht zusammen passten, habe ich mich durch seine Geschichte mehr schlecht, als recht hindurchgequält.
Vom erzählerischen ein klassischer Cornwell, mit viel Blut, viel Wissen und viel Historie. Fans des Genres lieben es, aber ich werde keine weiteren Bände dieser Saga lesen.
Zum Glück hat der Autor noch jede Menge andere Bücher geschrieben

3/5 Sternen 






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