[Rezension] Hell Island

Von Matthew Reilly
Ullstein 
112 S. 
Reihe: Scarecrow #4
ISBN: 9783548286884
8.99€
Inhalt: 
Hell Island ist eine Insel, die auf keiner Karte zu finden ist. Eine Insel, auf der geheime Experimente stattfanden. Die auf grauenvolle Weise außer Kontrolle geraten zu sein scheinen. Der Kontakt zu den Wissenschaftlern ist abgerissen. Captain Shane Schofield, Deckname "Scarecrow", und sein eingeschworenes Team von Marines landen auf Hell Island. Ihr Auftrag: herausfinden, was passiert ist. Doch selbst die erfahrensten Kämpfer unter ihnen machen sich keine Vorstellung, was sie erwartet. Die Insel trägt ihren Namen zu Recht ...

[Allergenhinweis] Dies Rezi kann Spuren von Sarkasmus, Großbuchstaben, Fluchen und Inhalt enthalten. Ihr wurdet gewarnt!
Bevor ich mit dieser Besprechung anfange, möchte ich ein paar Dinge loswerden:
1. Ich habe dieses Buch nicht gekauft. Es war in meinem Lovely-Books-Goodie-Bag, das ich auf der LBM geschenkt bekommen habe.

2. Ja. Vielleicht bin ich nicht die Kernzielgruppe. Aber an sich habe ich nichts gegen Thrillerplots. Thriller sind immer ein wenig unrealistisch. Betonung auf ... ein wenig. Mir ist bewusst (durch Recherche auf Amazon) dass diese Reihe eine große Fangemeinde. Wenn ihr Buch/Reihe mögt, dann akzeptiere ich das. Bitte akzeptiert auch meine Meinung. Danke. 

***

Was kann ich über Hell Island sagen?
Zum einen bin ich erschüttert, dass ein renomierter Verlag wie Ullstein Geschichten dieser erzählerischen Qualität verlegt. Das Buch ist voller Ungereimtheiten, Plotlöcher und Infodumps. Grundlagen die eigentlich jeder Autor beherrschen sollte, werden in Hell Island einfach mal über Bord geworfen. 

Gleich nach dem Prolog, startet die Geschichte mit einem Fallschirmsprung aus 10.000 Metern Höhe. Das Team (unsere Protagonisten) springt ab und fällt auf die Insel zu. 
Es fällt. 
Und fällt
Und fällt. 
Und fällt. 
Und fällt. 
Seitenlang. Selbst ein Stratosphärensprung dauert nicht so lange, um all die Gedankengegänge, Gespräche, Befehle und Beobachtungen unterzubringen, die der Autor seinen Figuren angedeien lässt. 
Da denkt Scarecrow lange und breit über das Breafing nach (Infodump) und ein Teammitlglied über Scarecrows Vergangenheit (Infodump)
Und sie fallen immer noch. 
Und fallen. 
Und fallen. 
Dann gibt es ein ausgiebig beschriebenen Funkverkehr in dem das erörtert wird, was wir aus dem Infodump von vor drei Seiten eh schon wissen. 
Und sie fallen. 
Und fallen. 
Und fallen. 
Und fallen immer noch. 
Dann erteilt Scarecrow seinem Team den Befehl den Funkkontakt einzustellen. 
Und sie fallen. 
Und fallen. 
Fallen. 
Nach einer gefühlten Ewigkeit landet das Team auf dem Flugzeugträger. Es regnet in Strömen. Echtes Mistwetter. Trotzdem sieht man überall sternförmige Blutflecken.  Der Plot des Buches ist so unfassbar schlecht, dass er einem auf trashige Art und Weise schon wieder unterhält. 
Es ist ein bisschen wie ein Michael Bay Film. 
Das Buch ist einfach nur übervoll an Blut, dummen Entscheidungen, schrecklichen Namen (dazu gleich mehr) und Mutantenaffen. 

WAS?
Mutantenaffen?
Ja, Mutantenaffen!
Beim lesen dachte ich immer. Hm ... Affen in Klamotten und mit Maschinengewehren ... irgendwo haste das schon mal genauso gesehen: 



Ach ja ... da war ja was ... das Planet der Affen Franchise!
Also es gibt da 300 von Menschen gezüchtete Mutantenaffen, die auf Menschen losgelassen werden.
Apes go Apesh*t
Und ich dachte nur: OOOOOOKAYYYY ..

Wenn man mal vom Plot absieht, der zwar actionreich, aber einfach zu überzogen ist, bleibt am Ende nicht viel über.
Der Autor hat jedem seiner Charaktere auch noch einen lächerlich markigen Spitznamen verpasst. Scarecrow, Mother, Astro, Gator, Razor, Bigfoot, Condor, Pancho.
Ich kann verstehen, wenn eine Figur mal einen "coolen" Spitznamen bekommt, aber alle?
Zu jedem zweiten Namen gibt es dann natürlich auch noch die Erklärung warum die Person eigentlich so heißt. Auch mal in Situationen, in denen so ein Infodump, etwas weniger intelligent platziert ist.
Was? Wir rennen vor 200 Killeraffen weg? Kein Problem, wir finden immer noch ein paar Zeilen um erklären warum eine Figur heißt, wie sie heißt und woher sie ihren epischen Spitznamen hat.
Obacht: "Er mag Comics und Science Fiction"
Okay.
Ich würde jemand der Comics mag, nach eine Comicfigur benennen. Oder Marvel, oder so.
Der Autor entscheidet sich für das nicht ganz so nahe liegende Astro.
Scheinbar gehört zur Ausbildung eines SEALS neuerdings nicht nur Überlebenstraining und Ausbildung an Waffen aller Art, nein auch "Spitznaming" gehört dazu. Der Drill-Seargent schreit dich einfach so lange an, bis du dir einen coolen Alias ausgedacht hast. Oder es ist sowas wie das Initiationsritus im Team. Du bist erst ein SEAL wenn du einen fett coolen Namen hast.
Meiner lautet: Buttercup
Nur falls es wen interessiert. 

Fazit:

Vielleicht ist das Buch/die Serie eher was für ... Kerle.
Ich persönlich wüsste keinen dem ich es empfehlen könnte. Ich fand es von Aufbau her fragwürdig, von der Story her zu altbekannt und von den Charakteren zu flach.
Ein billiges B-Movie wie Sharknado, nur in Buchform.
Da sind B-Movies im Fernsehn unterhaltsamer

2/5 Sternen






Kommentare

  1. Hallo :D
    wieder eine klasse Rezi! Schade dass dir das Buch nicht gefallen hat, aber dafür gibt es eine tolle Rezi, also ist es für deine Blogleser ganz gut wenn dir ein Buch nicht zusagt ;)
    Der Klappentext klang ja gut aber scheinbar hat der Autor von allem ein bisschen genommen, es in einem Topf pürriert und dann kam das Buch dabei raus!
    (Sharknado war so schlecht das fast schon wieder ein guter Film war!)

    Liebe Grüße

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    1. Hey!

      Danke für deinen Kommentar.
      Ich weiß, nichts schlechtes über Sharknado!
      Wenn meine Kollegin nur hört, wie jemand flüstert, dass der Cousin eines alten Schulfreunds den Film nicht ganz so toll fand ... :D

      Wir haben das Buch in unserer Leipzig WG als Event zusammen gelesen. Da war es dann schon wieder so entertainend, dass es sich seine zwei Sterne dicke verdient hat.

      lg

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