[Rezension] Der Zug der Waisen

von Christina Baker Kline
Goldmann Verlag
Originaltitel: Orphan Train
352 S. 
ISBN: 9783442313839
 19.95€ gebunden
15.99€ Ebook
Get it: 
Amazon - Goodreads - Verlag
Inhalt: 
Ein bewegender Roman über ein vergessenes Kapitel der amerikanischen Geschichte

New York, 1929: 
Mit neun Jahren verliert Vivian Daly, Tochter irischer Einwanderer, bei einem Wohnungsbrand ihre gesamte Familie. Gemeinsam mit anderen Waisen wird sie kurzerhand in einen Zug verfrachtet und in den Mittleren Westen geschickt, wo die Kinder auf dem Land ein neues Zuhause finden sollen. Doch es ist eine Reise ins Ungewisse, denn nur die wenigsten von ihnen erwartet ein liebevolles Heim. Und auch Vivian stehen schwere Bewährungsproben bevor ...
 Erst viele Jahrzehnte später eröffnet sich für die inzwischen Einundneunzigjährige in der Begegnung mit der rebellischen Molly die Möglichkeit, das Schweigen über ihr Schicksal zu brechen.

 Meinung: 

Ich bin immer auf der Suche nach etwas Neuem. 
Einem außergewöhnlichen Thema. 
Vorallem, wenn es um historische Romane geht. 

Dieses Genre wird oft von den selben Themen dominiert und das Buch versprach mir etwas Neues zu erzählen. Einen Teil der Geschichte, den ich noch nicht kannte. Denn ganz ehrlich, mir waren diese Orphan Trains, bis dahin, vollkommen unbekannt. Ich wusste, ich wollte dieses Buch lesen. 

Ich war wirklich enthusiastisch und begann es (kurz vor der Leipziger Buchmesse) zu lesen. 
Letzte Woche hab ich es endlich zugeklappt. 
Und das sagt glaube ich Einiges. 

Ich habe eine Gefühlte Ewigkeit für das Buch gebraucht. 
Das lag sicherlich nicht an dem Thema, das wirklich spannend ist, oder an dem Schreibstil der Autorin ... wobei ... er doch einiges dazu beigetragen hat, dass ich fast zwei Monate für grade mal 350 Seiten gebraucht habe. 

Das Buch behandelt ein sehr emotionales Thema. 
Waisenkinder. 
Und zwar auf mehreren Ebenen. 

Da ist zum einen die Geschichte von Vivian, die Anfang des letzten Jahrhunderts ihre Familie bei einem Hausbrand verliert und in einem dieser Orphan Trains landet. 
Und auf der anderen Seite die Geschichte von Molly, auch Waise, die den Dachboden der alten Vivian entrümpeln soll und so deren Geschichte mitbekommt. 

So weit, so gut. 
Der Zug der Waisen ist für mich einfach eins von den Büchern die so gut hätten sein können, es aber nicht geworden sind. Die Autorin wollte einen großen Wurf, und hat es einfach nicht hinbekommen. 
Ja, das Thema war toll, aber sie konnte es nicht rüberbringen. 
Dazu war es einfach zu unemotional. 
Ein kalter Bericht von Ereingissen, die eigentlich mich eigentlich hätte berühren sollen. Manche Passagen lasen sich wie Wikipedia Einträge ... und ich war wirklich versucht sie einfach zu überblättern. 

 Was mich aber wirklich hat schlucken lassen, waren die Charaktere. 
Ich bin ja ein Charakterleser. 
Ich brauch streitbare, vielschichtige Charaktere. Leute mit Ecken und Kannten und der Zug der Waisen war voll mit Stereotypen. 

Es beginnt schon am Anfang. 
Mollys fundamentalistische Pfelgemutter, die sie nur aufnimmt wegen $$. 
Die Autorin hat aus Molly einen Goth gemacht (um zu zeigen wie aufrührerisch und rebellisch sie ist) aber auch hier: Klischees und hauchdünne Weiterentwicklung der Figur. 
 Eigentlich sind die Lebensläufe von Vivian und Molly fast identisch und überall nur stereotype Figuren. 
Saufende Pflegeväter (bei beiden); gemeine Pfelgemütter; die gemeine Dame bei der Wohlfahrt. 

Wenn die Figuren mir schon nichts geben und ich dann nichts bei dem Buch empfinde, weil der Schreibstil über weiter Flächen eher an ein Sachbuch erinnert ... dann kann ich mich nur noch auf die Geschichte stürzen und auch die war, über weite Strecken, einfach 0815-Standard. 

Fazit: 

Ein Buch, dessen Thema mich sofort neugirieg gemacht hat, aber dass es am Ende nicht geschafft hat mich auf irgendeine Art zu fesseln

2,5/5 Sternen




Kommentare

  1. Hallo :)
    oh schade! Das Buch steht auf meiner Wunschliste weil es so toll klingt! Aber wenn es einfach nur Standartcharaktere sind dann weiß ich nicht ob es sich für mich lohnt das Buch zu lesen...

    Liebe Grüße

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    1. Hallo :)

      Ich hatte mir da wirklich mehr versprochen.
      Vielleicht einfach mal reinlesen, schauen, ob es für dich passt.

      Mich hat das Buch leider ziemlich enttäuscht zurückgelassen :(

      lg

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