[Rezension] 1888

von Thomas Beckstedt
Braunmüller Verlag. 
420 S. 
18.99 € e-book
21.50 gebunden

Inhalt: 

Wien, im Jahre 1888. Die Zeitungen berichten über die Toilette der adeligen Damen und den Gesundheitszustand des Kaisers. Eine Prostituierte wird brutal ermordet, dann ein bekannter Arzt. Dessen Kollege Dr. Richard Rollet beteuert seine Unschuld. Und wird doch zum Tode durch den Strang verurteilt.
Nur Kriminalinspektor Johann de Vries glaubt nicht an die Schuld des angesehenen Mediziners und ermittelt gegen den Willen seiner Vorgesetzten in jenen Kreisen der Wiener Gesellschaft, die der Bezeichnung "die Besten“ nicht immer gerecht werden …
Get it: 

Meinung: 
Ich sah den Titel und das Cover und dachte: Jack the Ripper!
Schnappte mir das Buch und dachte: Hä? Wien?
Ich fragte die Buchhändlerin meines Vertrauens: "Ist das nicht über Jack the Ripper?" 
Sie sah mich lächelnd an und sagte: "Oh my sweet summerchild ..."

Gesehen. 
Geliebt. 
Gekauft. 
Gelesen. 

Es gibt wenige Bücher bei denen ich in den absoluten Fangirl Modus wechsele. Mit Konfetti, bunten Hüten, Luftschlangen und Schnappatmung. 1888 ist so ein Buch. 
Ernsthaft Thomas Beckstett! WAS HAST DU BIS JETZT GEMACHT? 
Und kann ich bitte mehr von dem heißen Scheiß haben, den du schreibst?
Danke. 

Ich sags gleich. 
1888 ist kein nettes Buch. Es ist nichts, zum Schmökern. Das Buch ist düster, dreckig, gemein, psychosexuell, aufwühlend, philosophisch und atmosphärisch.
Es gibt Leichen und das nicht zu knapp und nicht alle sind in einem ansehnlichen Zustand. Es wird gesoffen, Drogen konsumiert und gevögelt. 
Und ja, alle Protagonisten haben einen an der Waffel. Normal ist da keiner. 
Kennt ihr "From Hell?" Ja? Dann wisst ihr so ungefähr, in welche Richtung die Reise hier geht. 

Die Geschichte wird abwechselnd aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. 
Zum einen Georg. Georg ist ein reicher Erbe, der so nützlich ist, wie Eugen Onegin und genau so eine Sinnkriese hat, dazu ist er traumatisiert vom ersten Weltkrieg. Er beschließt einfach in London zu leben und ... mehr oder minder nix zu tun, bis ihn ein Päckchen aus Indien erreicht. Darin die Tagebücher seiner Urlaubsbekanntschaft, dem im Klappentext erwähnten Dr. Rollet. 

Georg soll das ganze zu einem Buch umarbeiten. 
Na danke auch!
Wer solche Freunde hat ... 
Georg liest sich ein, in die Geschehnisse von Wien 1888, und bald ist es nötig selbst an den Ort der Verbrechen zu fahren und selbst welche zu begehen, um zu erfahren, was damals wirklich passiert ist. Denn Georg muss diese Buch beenden, koste es, was es wolle!

Nach und nach erfährt man dann, was passiert ist und wirklich, bis zum Ende hatte ich keine Ahnung, auf was das letztendlich hinausläuft. Ich mein ... natürlich war mir schon nach dem Prolog irgendwo klar, in welche Richtung das geht, aber so ganz durchgeblickt hab ich erst am Schluss. 
Großes Lob dafür. 

Das Beste an dem Buch ist aber der Schreibstil. 
Ich könnt mich da reinlegen. 
Ernsthaft? Ich hab die ersten 50 Seiten laut gelesen, weil ich es so toll fand und manche Passagen es einfach nur verdammtnochmal verdienen laut ausgeprochen zu werden!
Auch hier eine "Warnung" der Schreibstil ist gehoben. 
Ich hätte das Buch nicht runterlesen können, auch wenn ich es gewollt hätte, ein Buch wie dieses verdient es einfach genossen zu werden. 

Fazit: 
Tolle Geschichte. Toller Stil. Tolles Buch
Lest das! 
Sofort!

5/5 Sternen!

Kommentare

  1. Und noch ein Buch auf meiner "Muss-ich-lesen"-Liste :D
    Soviel zum Thema erstmal keine neuen Bücher anschaffen *hust* Aber das Buch klingt einfach so gut das ich meinen Vorsatz breche.

    Liebe Grüße

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