[Rezension] die Ehre der Legion

von Anthony Riches
Penhaligon Verlag
Original Titel: Wounds of Honor
Serie: Empire #1
480 S. 
ISBN: 978-3764531331
 14.99€ Broschur
11.99€ Ebook
 
Inhalt: 
 
Kaum ist Marcus Valerius in Britannien angekommen, muss er um sein Leben fürchten, denn Kaiser Commodus hat ihn zum Tode verurteilt. Das lässt Marcus keine andere Wahl, als unter falschem Namen in einer Legion am Hadrianswall zu dienen, bis ihm irgendwann Gerechtigkeit widerfährt. Da stürmt eine zu allem bereite Rebellenarmee auf den Wall zu, und seine Chance ist gekommen. Als Zenturio muss Marcus beweisen, dass er seine Männer in der blutigen Schlacht zum Sieg führen kann ...

 Get it: 


Meinung: 

Ich habe vom Verlag ein Rezensionsexemplar, im Austausch für eine ehrliche Kritik, bekommen. 
Danke dafür. 

Ich bin immer froh und glücklich wenn Verlage bei historischen Romanen auch einmal etwas anderes verlegen, als nur starke Frauen in schwierigen Situationen Schmöker. Deshalb fällt es mir nicht leicht, diese Rezension zu schreiben, denn ich kann für die Ehre der Legion leider nicht so viele Sterne verteilen, wie ich es vielleicht am Anfang gedacht hatte. 

Als Freundin millitärischer Histos (ja ich mag es blutig, brutal, derbe, dreckig ... männlich) war ich sehr begeistert, als ich das Buch entdeckt habe. Das Cover ist toll und ja, ich dachte so etwas: "Na endlich ... endlich gibt es solche historischen Romane auch auf Deutsch!"
Wie gesagt ... ich liebe solche Bücher. 

Also freute ich mich wie bolle auf die Ehre der Legion und fing sofort an zu lesen, aber irgendwie ... wollte das Buch nicht so, wie ich wollte. Die ersten 80 Seiten waren ein hartes Stück Arbeit, oft war ich versucht, das Buch zur Seite zu legen und etwas anderes zu lesen. 
Warum? Ein gute Frage, es fiel mir unheimlich schwer, in das Buch reinzukommen. 
Fragt mich nicht warum, manchmal klappt es innerhalb der ersten zwei Zeilen, manchmal dauert es drei Kapitel und manchmal, so wie bei diesem, will es mir gar nicht gelingen. 

Nach den ersten 80 zähen Seiten, wollte ich dann doch wissen wie es weitergeht. 
Die Story ist eigentlich schnell erzählt. Aquilla kommt in Britannien an, um bei der Armee zu dienen. In Rom lässt Kaiser Commodus seines ganze Familie als Verräter hinrichten (ups) und Marcus Leben steht auf Messers Schneide, also muss er untertauchen ... am sprichwörtlichen Arsch des Imperiums ... am Hadrianswall und gegen die einfallenden Barbaren kämpfen. 

Der Plot war ... okay. 
Nichts wofür der Autor eine Kreativitätsmedaille verdient hätte. Ein typischer Männerplot eben. Viel Training. Viel Fluchen. Viel Pisse, Schweiß, Blut ... Körpersäfte in allen Farben. Gemetzel. Drill. Schlachtenbeschreibungen. Wer so etwas mag, der kann getrost zu die Ehre der Legion greifen. Das war ja auch der Grund, warum ich dazu gegeriffen habe. 

Allerdings ... großes Manko. 
Die Figuren. Der Hauptcharakter ist keiner mit dem ich mich gut idendifizieren konnte. Keine Ahnung. Für mich war alles zu einfach gestaltet. Ich mag eher vielschichtige Charaktere ... die Personen bei die Ehre der Legion waren alle eher unterer Standard. Man liest das Buch, wischt sich das Blut ab und vergisst es. 
Figuren, die im Gedächtnis bleiben, bot es für mich nicht. 
 
Schlechte Recherche kann ich Anthony Riches nicht vorwerfen. Der Mann hat einen Abschluss in Militärgeschichte, er weiß, wovon er schreibt. Gut, ich könnte jetzt sagen ... er übertreibt ein bisschen, aber das ist natürlich Geschmackssache. 
Was mich nur wirlich gestört hat (und ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt.) Manchmal kamen mir die Dialoge und das Verhalten der Menschen zu ... modern? ... vor. Es ist schwer zu beschreiben. Ich mag ja normalerweise historische Romane, die auf dieses "Fake-Mittelalter-Sprech" verzichten und bei denen man eigentlich vergisst, dass man einen Histo liest. Aber hier war es genau das Gegenteil ...
Es ist, wie gesagt, ein schwer zu beschreibendes Gefühl. 
 
Fazit: 
 
Ich bin froh, dass Verlage auch mal "andere" Histos verlegen. Allerdings konnte mich die Ehre der Legion nicht überzeugen. Story zu dünn und vorhersehbar, Charaktere zu austauschbar und das Gefühl nie richtig am Hadrianswall angekommen zu sein. 
 
Die Empire-Serie hat im englischen Original (bis jetzt) acht Bände. 
Ich glaube, ich belasse es erst mal bei Band 1. 
 
2,5/5 Sternen 





Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

[Rezension] Eisige Schwestern

[Montagsfrage] Kommentare

[Bookrant] Pakt des Blutes