[Rezension] Eisige Schwestern

Von S.K. Tremayne
Droemer-Knaur Verlag
400 S. 
Originaltitel: The Ice Twins
ISBN: 9783426426364
14.99€ Taschenbuch
12.99€ E-Book
Inhalt: 
Ein Jahr nachdem die sechsjährige Lydia durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, sind ihre Eltern Sarah und Angus psychisch am Ende. Um neu anzufangen, ziehen sie zusammen mit Lydias Zwillingsschwester Kirstie auf eine atemberaubend schöne Privatinsel der schottischen Hebriden. Doch auch hier finden sie keine Ruhe. Kirstie behauptet steif und fest, sie sei in Wirklichkeit Lydia, die Eltern hätten den falschen Zwilling beerdigt. Bald hüllen Winternebel die Insel ein, Angus ist beruflich oft abwesend, und bei Sarah schleicht sich das unheimliche Gefühl ein, etwas stimme nicht. Zunehmend fragt sie sich, welches ihrer Mädchen lebt. Als ein heftiger Sturm aufzieht, sind Sarah und Kirstie komplett isoliert und den Geistern der Vergangenheit ausgeliefert.
Get it: 

Meinung: 

Momentan teste ich ja Skoobe und bin von der E-Book Flatrate sehr angetan. 
Jeden Donnerstag sitze ich in Habachtstellung da, und warte auf die neuen Bücher. 
Letzte Woche war so unfassbar viel für mich dabei, dass ich gar nicht weiß, wann ich alles lesen soll. 
Der Anfang machte "Eisige Schwestern"

Die Idee des Buches hat mich sofort angesprochen. 
Für mich ist die Vorstellung nicht zu wissen, welches meiner Kinder jetzt tot ist und welches noch lebt, ein absolutes Horrorszenario. 
Wissenschaftlich lässt es sich nicht beweisen, weil beide Kinder die gleiche DNA haben und man muss sich schon auf das verlassen, was das Kind sagt, aber wenn das Kind gelogen hat ... ich bekomm jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. 

Eisige Schwestern hat mich zunächst schwer begeistert. 
Es liest sich schnell runter, die Spannung ist da. Konflikte sind da, weil Sarah und Angus schreckliche Geheimnisse für sich bewahren und sich die Abwärtsspirale im Familienleben immer weiter dreht. Unaufhaltsam. 
Dann zieht die Familie auch noch von London auf eine kleine schottische Insel und ich dachte die ganze Zeit nur: Wie kann man nur so leben?
Klar ist Schottland wild romantisch ... schon klar ... aber mutterseelenallein auf einer Insel hocken, ein einem verfaulten Haus, ohne Fernsehn mit brüchigem Telefonanschluss, verseuchtem Wasser und Ratten? Never! Ever!

Verdammt beklemmend. 
Ich möchte so nicht leben. 
 Und verdammt gruselig, weil Kirstie/Lydia wirklich eine tolle Vorstellung abliefert. Manchmal musste ich nachts aufhören zu lesen, weil ich richtig Gänsehaut hatte. Zwar hab ich nie daran geglaubt, dass da jetzt irgendwie Geister auftauchen, aber die Stimmung und die Vorstellung allein haben ausgereicht mich wirklich zu gruseln. 

Das Buch war wirklich auf dem Weg eins meiner Jahrehighlights zu werden und dann ... dann kamen die letzten 50 S. und die Auflösung. 
Und es tut mir in der Seele weh das zu sagen ... das hat mir das Buch ja sowas von versaut. 
 Wirklich, ich war stinksauer!

Ich hätte mit allem möglichen gerechnet. 
Auch damit, dass Angus sich eine Axt schnappt, zur Insel rüberfärht und alle umbringt. 
Dass Lydias/Kristies Geist erscheint. Dass die Insel im Meer versinkt und alle zu Gespenstern werden. 
Aber doch nicht das!
Es kam mir so vor, als hätte der Autor selbst nicht so richtig gewusst, wie er das Ganze jetzt auflösen soll, so, dass es am Ende noch einigermaßen "gut" ausgeht. 
Ich war mit der Erklärung was genau jetzt eigentlich am "Tag es Unfalls" passiert ist gar nicht zufrieden. Ja, man könnte sagen es kam mir erfunden und zusammengeschustert vor. Für mich irgendwo vollkommen unlogisch. Und es hat mich wütend gemacht. Verdammt wütend!

Die Lage hat sich zugespitzt. 
Geheimnisse kommen ans Licht. 
Großer dramatischer Höhepunkt mit einem Satz, der 1000 Fragen aufwirft und dann macht der Autor einen Schnitt und da steht: 6 Monate später!

Ehrlich ... bei diesem Bruch hätte ich das Buch, hätte ich es gedruckt in der Hand gehalten, wohl aus Frustration gegen die Wand geschmissen. Mit meinem I-Pad mach ich das wohlweislich nicht!
(Glück gehabt, eisige Schwestern). 
Ich hab die letzten Seiten dann runtergelesen. 
Wir werden so im Eilverfahren über die Auflösung sämtlicher Konflikte informiert, was ich echt etwas daneben finde. Der Autor, der über 300 Seiten einen super Job gemacht hat und mich großartig unterhalten hat, bedient sich bei der Auflösung einfach der Holzhammermethode. Sehr sehr enttäuschend. 

Fazit: 

Eisige Schwestern ist auf 350/400 Seiten in großartiger Thriller vor großartiger, beklemmender, wildschöner Kulisse. Die Auflösung allerdings hat mich schwer enttäuscht zurückgelassen

3,5/5 Sternen

 
 

Kommentare

  1. Danke für die Rezension.
    Das Buch steht auf meiner Wunschliste, aber ich hab jetzt schon mehrfach gelesen, dass das Buch zum Ende hin "gestopft" wird.

    Mal schauen, ob ich es tatsächlich noch lesen werde.

    Liebe Grüße und einen schönen Mittwoch
    Babsi

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    Antworten
    1. Hallo Jana!

      Danke für deinen Kommentar!

      Also das Buch war wirklich gut, bis eben zum Ende hin. Als Vielleser bin ich es ja gewohnt, dass manche Bücher zum Ende hin nachlassen und dass die Auflösung auch mal enttäuschend oder voraussehbar ist. Hier war es aber wirklich ein krasser Schnitt und vorallem, weil mir das Buch sonst so gut gefallen hat, musste ich ordentlich punkte abziehen :(

      lg

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  2. Hey Nadine,

    danke für die Rezension, muss ich ehrlich auch sagen. Um "Eisige Schwestern" schleiche ich auch schon eine Weile rum, hab es immer mal wieder in der Hand, weil mich die Story total anspricht. Aber dass du wütend bist bei so einem Cut am Ende, das kann ich gut verstehen! Das ruiniert einem dann einfach alles.

    Liebe Grüße
    Ivy

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