[Rezension] The Scarlet Thief

von Paul Fraser Collard
Headline Publ.
352 p. 
Serie: Jack Lark #1
ISBN: 9781472200266
6.99 E-book

Inhalt: 

1854: The banks of the Alma River, Crimean Peninsular. The Redcoats stagger to a bloody halt. The men of the King's Royal Fusiliers are in terrible trouble, ducking and twisting as the storm of shot, shell and bullet tear through their ranks. Officer Jack Lark has to act immediately and decisively. His life and the success of the campaign depend on it. But does he have the mettle, the officer qualities that are the life blood of the British Army? From a poor background Lark has risen through the ranks by stealth and guile and now he faces the ultimate test..

Get it: 


Meinung:  

Oh weh. 
Das war was. 
Also ... nix Gutes. 

Ich bin auf die Jack Lark Reihe auf Twitter gestoßen, wo gerade der vierte Teil angepriesen wird. 
Als großer Fan von Kerlen in Histos und militärischen Plots dachte ich mir: Versuchen wir es mit Band eins. Außerdem preist der Verlag die Reihe als "der neue Sharpe" an. Und da Cornwell im Allgmeinen und Sharpe im Speziellen sehr mochte, dachte ich: Hui! Her damit!
 
 
 
Die Grundidee, und das gebe ich zu, ist richtig gut. 
Jack Lark, ein Niemand aus nirgendwo, schnappt sich die Uniform seines toten Vorgesetzten und zieht an seiner Statt, als Captain, in den Krimkrieg. 
 
An der Ausführung allerdings, da hapert es, und zwar gewaltig. 
Jack Lark ist kein Sharpe, nicht im geringsten und genauso wenig, ist Collard ein Bernhard Cornwell. Das fängt allein schon damit an, dass jedes Kapitel gerade einmal 10 Seiten hat. Höchstens. Wo andere Autoren einen Absatz machen, oder einfach weiter schreiben, beginnt hier ein neues Kapitel. Das mag nicht schlimm klingen, aber es  ist allein schon deswegen nervig, weil man genau weiß, dass es keine langen, gut ausgearbeiteten Szenen gibt. Viele Szenen, auch solche mit großem Potential, werden einfach kurz abgefrühstückt und es fiel mir unendlich schwer, die Figuren zu fassen. 

Die Geschichte ist einfach nur faul ausgearbeitet. Ein Deus Ex Machina Moment jagt den nächsten. Jedes Mal wenn unser Prota in Schwierigkeiten steckt, wird er durch eine passende Wendung des Schicksals gerettet. 
Zum Beispiel: 
- Jack prügelt sich mit einem Vorgesetzten. Ihm steht der Prozess bevor ==> Jacks anderer Vorgesetzter flüchtet mit ihm in einer Kutsche durch die Nacht. Warum dieser Vorgesetzte Jack so zugetan ist? Keine Ahnung, das wird in den 3 Kapiteln (äh 24 Seiten) nicht erklärt. 

- Jack schreit seinen Vorgesetzten an. Dieser droht sofort dem Colonel Bescheid zu sagen und Jack degradieren zu lassen ==> Jemand draußen vor dem Zelt ruft "Wir werden angegriffen" und alles rennt raus. In den folgenden 2 Kapiteln (15 Seiten) passiert eine Menge ... aber kein Angriff. 

Und immer so weiter. 
Das Buch ist voll mit solchen und ähnlichen Szenen. 
Ja, auch Sharpe war der totale Superman, der eine Auspeitschung einfach mal so wegsteckt und gleich darauf spionieren geht. Aber, und das ist der springende Punkt, Cornwell schafft es mich für seine Figuren einzunehmen, das gelingt Collard nicht. 

Wovon ich auch enttäuscht war, neben den vielen Deus ex machinas, war der stellenweise faul aufgebaute Plot. Faul? Ja, faul. Im englischen würde ich sagen: Lazy as hell. 

Beispiel: 

Molly wird eingeführt. Molly ist Jacks Mädchen. 
Wir bekommen ein paar Szenen, die man getrost hätte streichen können, weil sie für die Handlung eh nur Makulatur sind. Nicht mal Sexy Time bekommen wir. 
Nur zwei Kapitel (also so ca. 15 Seiten) über Jack und Molly. 
Dann ... so in Kapitel 5 läuft Jack über den Gang (random) und hört jemand schreien und stellt fest, dass der super böse  Oberbösewicht Slater (im englischen heißt to slate ja missbrauchen/zusammenstauchen ... sogar die Namensgebung ist ... lazy) Molly schänden will. 
Es kommt zum Kampf und es kommt, wie es kommen muss. 

So schafft der Autor es auf  billige Art und Weise sich der "störenden" Freundin zu entledigen und den Helden "frei" fürs Abenteuer zu machen und einen Antagonisten zu generieren. 
 
Und als wäre es das nicht genug, ist es auch noch so, das manche Episoden einfach übersprungen werden. Wie schafft Jack es die Idendität seines ehemaligen Vorgesetzen anzunehmen? Das bekommen wir später in zwei Sätzen. Vieles fehlt einfach, vorallem Empathie für die Figuren. Wo Richard Sharpe einfach formidabel war, ist Jack Lark einfach nur unteres Mittelmaß. 
 
Fazit: 
 
Ich hatte mich sehr auf the Scarlet Thief gefreut, leider ist Collard nicht Cornwall und sein Held eindeutig nicht Sharpe. 
Ich kann das Buch nicht wirklich weiterempfehlen. 
 
2/5 Sternen 


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