[Rezension] die rote Wand

von David Pfeifer
Heyne Verlag
288 Seiten
ISBN: 978-3453269613
gebunden: 19.99€
e-book: 15.99€
Im Programm von Skoope: ja
 
Inhalt: 
Der Tod kommt jedes Mal aus einer anderen Richtung

Wie eine Steinwand, die Gott als natürliche Grenze zwischen Nord- und Südeuropa in die Erde gerammt hat, ragen die Berge hinter Sexten in den Himmel. Hier verläuft 1915 die Grenze zwischen Österreich-Ungarn und Italien. Eine Front, die im Ersten Weltkrieg Schauplatz eines erbitterten Stellungskriegs wird. Gekämpft wird auf Felsvorsprüngen, Gipfeln, auf Skiern, mit Stichmessern, Karabinern und Handgranaten. Mann gegen Mann versuchen kleine Einheiten die Höhe zu sichern. In all diesen Scharmützeln hält sich in der roten Wand ein Mädchen auf, das seinem Vater in den Gebirgskrieg gefolgt ist. David Pfeifer erzählt ihre Geschichte und die Geschichte des Dolomitenkriegs in einem eindrucksvollen Roman
 
Get it:
 
Meinung:  
 
 Das Cover hat mich sofort angesprungen. 
Normalerweise bin ich kein solcher Coverkäufer, aber hier hat der Schnappreflex voll zugeschlagen. 
 
Der erste Weltkrieg. 
Für mich war er immer schlimmer, als der zweite ... klingt vielleicht seltsam, aber vielleicht liegt es daran, dass "im Westen nichts Neues" der erste Kriegsfilm war, den ich gesehen hab. In der Schule, kurz bevor wir nach Verdun gefahren sind. Ich hab das Beinhaus von Douaumont besucht und nur gedacht: "Ja ... Fuck ... oh Fuck" Das war mein einziger Gedanke und es hat vier Stunden nicht aufgehört. Das war meine erste Begenung mit Tod und Krieg und Zerstörung und Wahnsinn und es fühlte sich an, wie eine außerkörperliche Erfahrung. Und ich kann heute noch kein Kriegsmuseum besuchen, ohne Beklemmungen zu bekommen. 
Ich war letzte Woche im Memórial de Cean (ist WWII aber was solls) und auch da hab ich die ganze Zeit nur: "Oh Fuck" gedacht. 

Zurück zum Buch. 
Die rote Wand ist ein Buch, das ich in einem Tag in mich reingefressen habe. 
Nicht, weil es so "toll" oder so "actionreich" ist. Solche Bücher liest man nicht wegen der "Lovestory", denn es gibt keine. Man liest es nicht, wegen hollywoodartiger Heldentaten, denn es gibt keine. 
Es geht nicht um Supermänner. Nicht darum wie heroisch irgendwer ist, sondern darum, wie verdammt sinnlos Kriege sind. 
  Krieg bedeutet vor allem warten. 
Krieg bedeutet, dass Menschen sterben.
Und das alles schlidert die rote Wand vollkommen schonungslos. 

Normalerweise mag ich ja solche "Mädchen verkleidet sich als Junge und zieht in den Krieg" - Geschichten nicht, aber die rote Wand ist einfach etwas ganz besonderes. Die Heldin ist einfach so echt, so unübertrieben. Sie geht und sie kämpft und sie wächst über sich hinaus. 
Das Buch zeigt, was Menschen schaffen können, wenn sie es wollen, und wie die Natur ihnen Grenzen setzt. 
 
Die Berge (hier die Dolomiten) sind für mich, etwas so gewaltiges, dass ich mich immer frage, was Menschen auf die verrückte Idee bringt, sie bezwingen zu wollen. Allein die Vorstellung davon, wie die Menschen in diesen Steigen herumkraxeln reicht aus, um mir den kalten Schweiß ausbrechen zu lassen. 

Mich hat das Buch schwer beeindruckt und bewegt. 
Deshalb gibt es von mir 

5/5 Sternen.
 
  
 

 
  

Kommentare

  1. Huhu liebe Nadine :)

    Eine sehr schöne und ausführliche Rezension! Das Buch werde ich mir auf jeden Fall gleich mal merken :3

    Und weil mir dein Blog so gut gefällt, bleibe ich dir gleich als neue Leserin erhalten :)

    Liebste Grüße,
    Nenya
    Nenyas Tinten Wunderland

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