[Rezension] The Boleyn King

von Laura Andersen
Ballentine Books Publ.
The Tudor Legancy #1
358 S. 
ISBN: 9780345534095
6,99€ Ebook
12.99€ Taschenbuch

Inhalt: 


The Boleyn King is the first novel in an enthralling new trilogy. Reimagining history in sumptuous detail, Laura Anderssen takes readers back to the deadly intrigue, turbulent affairs, and treacherous passions of Tudor England - and answers the compelling question  
What if Anne Boleyn had given Henry VIII the son he so desperately wanted?

Just seventeen years old, Henry IX, known as William, is a king bound by the restraints of the regency yet anxious to prove himself. With the French threatening battle and the Catholics sowing the seeds of rebellion at home, William trusts only three people: his older sister Elizabeth; his best friend and loyal counselor, Dominic; and Minuette, a young orphan raised as a royal ward by William's mother, Anne Boleyn.

Against a tide of secrets, betrayal, and murder, William finds himself fighting for the very soul of his kingdom. Then, when he and Dominic both fall in love with Minuette, romantic obsession looms over a new generation of Tudors. One among them will pay the price for a king's desire, as a shocking twist of fate changes England's fortunes forever

 Meinung: 

Wie die meisten von euch wissen, war und bin ich zur Zeit im Tudor-Fieber. 
Ich hatte The Boleyn King schon längere Zeit auf meinem Schirm. Ich mag einfach solche Was-wäre-wenn Szenarien, und die Idee, was aus England und den Tudors geworden wäre, wenn Anne Boleyn wirklich einen gesunden Jungen zur Welt gebracht hatte, hat großes Potential. 
Leider,  verschwendet die Autorin dieses Potential damit, dass es sich bei dem Buch nicht um einen "richtigen Histo" sondern eher um einen Schmöker handelt. Ich vergleiche das Buch gern mit der Fernsehserie Reign
Ein heißer junger König. Heiße junge Lords. Heiße junge Hofdamen. Die alle miteinander in unglücklichen Liebeswirrungen stecken, dazu Mord, Intriegen, Krieg. 
Das ist zwar schade, aber hey, ab und zu muss auch mal ein Schmöker sein!

Ich fing an zu lesen und das ganze Drama entfaltete sich vor meinen Augen. 
Sowohl William, als auch sein bester Freund Dominic haben viel für ihre Jugendfreundin Minuette übrig. Dann geschieht am Hof ein Mord und die vier Freunde, zu denen auch Williams ältere Schwester Elisabeth gehört, kommen einer Verschwörung auf die Spur, die Will die Krone kosten könnte. 
Das alles klingt nach einer spannenden Geschichte, mit viel Gefühl. 
Leider schafft es die Autorin nicht aus dem Plot eine spannende Geschichte zu machen. 
Besondern im Mittelteil hat das Buch erhebliche Längen. 
Manchmal fiel es mir sogar schwer zu sagen, was genau der Plot eigentlich ist.
Ständig passiert irgendwas, aber der rote Faden fehlt, einfach weil die Figuren aktiv recht wenig tun. Vieles wird in Rückblenden passiv erzählt. Ein Jahr! Nach dem Tod der Hofdame, ist man noch keinen Schritt weiter mit den "Ermittlungen". Diese Ermittlungen bestehen daraus Briefe an irgendwelche Lords zu schreiben. Das fand ich ein bisschen dürftig. 
Auch der Krieg gegen die Franzosen wird nur angekratzt. 

Ich hatte ja auf die Liebesgeschichte gesetzt, aber auch da hält das große Drama (auf das ich insgeheim gehofft habe) in Grenzen. Sie war okay, aber da hätte man bedeutend mehr rausholen können.
Die Figur von Minuette ist leider eine klassische Mary Sue. Sie ist darauf angewiesen, dass die Jungs sie retten und obwohl sie so unscheinbar ist, fliegen natürlich alle auf sie. 
Dom ist der typische heiße beste Freund und Will der typische Schwerenöter. 
An sich waren alle drei Figuren okay, aber man hätte erheblich mehr aus ihnen machen können. 
Auch das Schicksal von Anne Boleyn in diesem Buch, macht mich einfach nur traurig. Ja, sie war eine streitbare Person. Sie hat viel Unheil angezettelt. Und ja, alles ging für sie und ihre Familie übel aus. 
Aber wenigstens ist sie abgetreten, wie sie gelebt hat. 
In the Boleyn King wird Anne ein Schicksal zuteil, das ich ihr nicht gewünscht hätte. 

*History Fangirl Modus an*

Was ich, als Leserin historischer Romane hasse, sind Fehler. 
Und die Autorin hat hier einen Fehler gemacht, der mich fast zur Weißglut getrieben hätte. 

In dem Buch spielt die Familie Percy eine Rolle. Die Autorin gibt an, die Familie sei "klein" und "unbedeutend" was ... nicht stimmt. Die Percys waren seit dem 11 Jahrhundert einfach nur der Shit. Sie waren reich und mächtig und seit dem Battle von Hastings mit am Start. 

Gleichzeitig zu dem "sie sind so unbedeutend dass es knallt"-Diss der Autorin gehört der Earl Northumberland zu den engsten Beratern des Königs in dem Buch. Er ist überall am Start, wenn es darum geht, wichtige Entscheidungen zu treffen. 
Funfact dazu: Die Earls von Northumberland wurden seit dem 14. Jahrhundert von der Familie Percy gestellt.  Und ja, das macht mich kirre im Kopf. Ja, das ist eine alternative Realität, aber die Autorin hätte meines Wissens nirgends erwähnt, dass die Grafenwürde von Northumberland an eine andere Familie übergangen wäre.
Weiterer Funfact: Die Familie Percy existiert noch heute. Ich war in deren Wohnzimmer auf Alnwick Castle. Es ist Awesome und für die Ladys ... der jüngste Sohn ist noch Single .. holt ihn euch. Nicht nur, dass ihr dann adlig seid ... ihr wohnt auch noch in Hoghwarts, denn ein Großteil der Filme wurde in dem Schloss gedreht.  

*History Fangirl Modus aus*


 Fazit: 

The Boleyn King war ein Buch mit einer großartigen Idee. 
Leider verliert die Autorin im Laufe der Geschichte den roten Faden. So passiert zwar immer etwas, aber irgendwie kommt keine Spannung auf. 
Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin einfach mehr in die Geschichte reinpacken wollte, als der Plot am Ende vertragen hat. Und ja, das macht mich sauer und traurig. 

Ich gebe 
3/5 Sternen

Kommentare

  1. Hey :)

    Oje, das ist schade, dass dich das Buch nicht so begeistern konnte ... Vor allem weil ich gesehen habe, dass es der Auftakt zu einer Trilogie ist. Ich gehe dann mal davon aus, dass du nicht weiterlesen wirst?

    Liebe Grüße
    Ascari

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    Antworten
    1. Hallo Ascari,

      ja, leider war das Buch nicht so gut, wie gehofft. Und ja, es ist der Auftakt der ersten Tudor-Trilogie. Die Autorin ist mitlerweile bei ihrer zweiten Trilogie angelangt, die Elisabeth I behandelt.

      Ich find es ehrlich schade, dass die Geschichte mich nicht begeistern konnte, weil die Kernidee wirklich gut war.

      lg

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