[Rezension] Die rote Burg

Von Oliver Schütte
Bastei-Lübbe-Verlag
313 S. 
7.99€ E-book
 
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Inhalt: 
 
1926. Die Goldenen Zwanziger Jahre. In Berlin tobt das pralle Leben, Kunst und Kultur blühen auf, die Menschen amüsieren sich in den Filmpalästen und Tanzlokalen der Stadt.

Inmitten dieser glanzvollen Atmosphäre muss der junge Kriminalkommissar Martin Forster einen der spektakulärsten Mordfälle lösen, den die Hauptstadt je gesehen hat: Das Opfer wurde einem Löwen zum Fraß vorgeworfen. Wer ist der mysteriöse Tote? Wer hat ihn auf so bestialische Weise aus dem Weg geräumt? Und warum?

Martin Forster wagt sich bei seinen Ermittlungen in die Tiefen der Berliner Unterwelt. Er dringt dabei bis zu den berüchtigten Ringvereinen vor, hinter deren bürgerlicher Fassade sich die größten Verbrecherbanden der Stadt verbergen...
 

Meinung: 

Humpf. 
Okay. Das wird jetzt schwer für mich. Ich hab die Serie Berlin Metropolis von Bastei Lübbe vor ein paar Monaten entdeckt. Es handelt sich dabei um eine Serie von drei Romanen, die im Berlin der 20er Jahre spielen. Alle drei, sind von verschiedenen Autoren und haben verschiedene Themen, aber die Figuren laufen sich immer mal wieder über den Weg. 

Zwei der Bücher würde ich eher als Schmöker bezeichnen (das Palais Reichenbach & Champagner Charlsten und Chiffon) für mich war gleich klar, dass ich nur die rote Burg lesen will. Ich mag historische Krimis und die 20er Jahre. Allerdings (und das gebe ich ehrlich zu) bin ich nicht bereit acht Euro für ein E-book auszugeben (mach ich nie, dafür bekomm ich ein gedrucktes Buch) 

Jetzt gab es die rote Burg bei Skoobe und ich war total happy. 
Sofort wurde das Buch auf meinen Reader geladen und ich begann zu lesen. 
Ein toter im Raubtierkäfig des Zirkus und die Polizei tappt im Dunkeln. Es geht um Ringvereine, organisierte Kriminalität, Drogen und Prostitution. Also sozusagen alles was ich von einem guten historischen Krimi erwarte. Und ja, das Buch beginnt gut. Zu Anfang erinnerte mich das Setting und die Figuren an die Gereon Rath Romane von Volker Kutscher. 

Leider hielt das nicht lange an. 
Eins der größten Probleme, die ich mit dem Buch hatte, war die fehlende Spannung. Es ist immer das Selbe. Martin bekommt einen Hinweis, führt auf seiner BMW irgendwo hin, hockt in einer zwielichtigen Kaschemme und labert entweder mit Zuhältern oder mit Huren. Ende. Von Spannung keine Spur. Martin hält sich zwar für super geschickt in Verhören, aber seien wir ehrlich, oft ist es einfach Gevatter Zufall der hilft. 
Und ein Krimi ohne Spannungsbogen hat eben längen. Vorallem im Mittelteil zieht sich die Handlung so ätzend, dass ich ganze Kapitel nur noch überflogen habe, und darauf hoffte, dass etwas spannendes passiert. 
Leider vergebens. 

Das nächste Problem ist Martin selbst. Ich konnte mich mit ihm nicht idendifizieren, weil ich als Leser fast keinen Einblick in seine Gedanken und Gefühlswelt habe. Ich verlange bei solchen Büchern nicht, dass mir der männliche Protagonist sein Herz ausschüttet, aber bei Martin kam nichts. Irgendwann nennt ihn eine der Damen einen einsammen Wolf und das war auch glaube ich der Plan des Autors. Er wollte einen coolen, abgeklärten Protagonisten, aber so richtig hat das für mich nicht gezündet. 

Was zuletzt noch bleibt, ist der Schreibstil. 
Wie gesagt,  ich brauch das nicht herzig oder gefühlsduselige, aber der Stil von Oliver Schütte ist so minimal, dass ich manchmal das Gefühl hatte, einfach kurze Tagebucheinträge zu lesen. Die Kapitel sind kurz, manche Szenen minimalistisch. Und mir hat dabei eben diese Verbundenheit mit den Figuren gefehlt. Was mir persönlich auch aufgefallen ist, ist, dass der Autor zwar über ein zwielichtiges Millieu schreibt, aber irgendwo auch mit angezogener Handbremse. 

Fazit: 

Immer wenn ich mich in letzter Zeit auf ein Buch freue enttäuscht es mich. 
Karma. 
die rote Burg hätte ein gutes Buch werden können, doch leider gab es keine nennenswerte Spannung und ich hatte Probleme damit, mich mit den Protagonisten zu idendifizieren. 

2/5 Sternen
sorry

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