[Rezension] Zoo City

von Lauren Beukes
Rowohlt Verlag
Originaltitel: Zoo City
448 S. 
ISBN: 9783499259685
14.99€ broschiert
12.99€ ebook
bei Skoobe abrufbar
Inhalt: 
Wer Schuld auf sich lädt ... ... muss mit zwei Dingen leben: 
Einer magischen Begabung. Und einem Tier, das plötzlich da ist und einem nie mehr von der Seite weicht. So wie das Faultier, das Zinzi December auf dem Rücken trägt. Zinzi hat einen Haufen Schulden und ein Talent dafür, verlorene Dinge zu finden. Oder Menschen, wie im Fall des verschwundenen Pop-Starlets Songweza. Die Suche gestaltet sich schwierig, denn in einer Welt, in der Magie und Verbrechen regieren, sind allzuviele Fragen nicht erwünscht. Wenn man anfängt, in Johannesburgs dunkle Ecken zu schauen, kommt schnell die Wahrheit ans Licht. Eine Wahrheit die einige Leute dringend unter Verschluss halten wollen. Die Wahrheit über die «Getierten» und über das, was im Verborgenen mit ihnen geschieht ...  
Get it: 

Meinung:  
Viele von euch kennen Philip Pullmans der goldene Kompass.
Die Besonderheit der Geschichte war, dass jeder Mensch einen Deamon hatte, der seine Seele außerhalb des Köpers repräsentiert.  So betrachtet, ist Zoo City der absolute Anti-Pullman. 
In einem versifften, korrupten Alternativ-Johannesburg, werden diejenigen mit einem Tier bestraft, die ein Verbrechen begehen und nicht nur das. Mit dem Tier kommt das Shavi, eine magische Begabung, die alles Mögliche und Unmögliche sein kann. 

Bei der Protagonistin Zinzi December kam mit ihrem Faultier die Gabe verlorene Dinge wiederzufinden. 
Dinge, nicht Menschen, das ist eine ihrer wenigen Regeln. 
Doch die wirft sie über die Haufen, als ihre letzte Auftraggeberin ermordet aufgefunden wird und sie für einen zwielichtigen Plattenboss seinen verschwundenen Star finden soll. 
Dabei kommt sie, unerwarteter Weise, der Wahrheit über die "Getierten" auf die Spur. 

Ich sage es oft, und ich sage es gern, ich liebe alternative Realitäten. 
Steh ich drauf. 
Und Zoo City konnte mich, bis auf wenige Abstriche, wirklich begeistern. 
Es ist ein düsterer Noir-Thriller und nichts für Menschen mit zarten Nerven. Zinzi tut nämlich wirklich so gut wie alles, um zu überleben. Und wenn das heißt, reichen Amerikanern vorzuspielen, sie wäre eine afrikanische Prinzessin auf der Flucht, dann ist es eben so. Dann zieht sie den reichen Amis ohne Rücksicht auf Verluste tränenreich das Geld aus der Tasche. 

Ich mag den Stil des Buches. Dieses Harte. Ich mag den Schmutz und die Gewalt denn das macht es so authentisch. Ich mochte auch Zinzi, weil sie so eine trockene, bösartige, abgeklärte Art hat. Sie gibt nicht auf, egal wie mies die Lage ist und kämpft sich mit Geschick und großes Schnauze bis zum bitteren Ende durch. 

Wo ich für Welt und Figuren volle Punktzahl gebe, so mache ich bei der Story Abstriche. 
Gerade im Mittelteil hat das Buch einen Hänger, wo ich irgendwann nicht mehr wusste, was denn jetzt eigentlich der Plot ist. Die Suche nach Songweza, Zinzis Beziehungsprobleme zu Benoit, der aufbricht um seine Familie in einem Flüchtlingscamp zu finden, das Problem mit den Tieren oder etwas ganz anderes. Alles ging drunter und drüber und wild durcheinander. Doch gegen Ende hat die Autorin wieder die Kurve gekriegt und es zu einem guten Abschluss gebracht. 

Fazit: 

Bis auf den Plot, der im Mittelteil einen kleinen chaotischen Hänger hatte, mochte ich das Buch unheimlich gern. Zoo City hat mich in eine ganz andere, düstere Noir-Welt entführt, wo Magie und Moderne sich nicht ausschließen. 

4/5 Punkten

Kommentare

  1. Ha, genauso ging es mir auch mit dem Buch! :) Den Stil der Autorin fand ich großartig und die Stimmung im Buch, dieses Dreckige, sehr genial. Aber auch für mich hatte die Story selbst ein paar Hänger. Tolle Besprechung, kann ich so nur unterschreiben! :D

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