[Rezension] Die 100

von Kass Morgan
Heyne fliegt
320 Seiten 
ISBN: 9783453269491
12.99€
Inhalt: 
Seit einem vernichtenden Atomkrieg lebt die Menschheit auf Raumschiffen. 300 Jahre lang hat niemand mehr die Erde betreten. Doch nun sollen 100 jugendliche Straftäter das Unmögliche wagen: zurückkehren und herausfinden, ob ein Leben auf dem blauen Planeten wieder möglich ist. Doch was die idealistische Clarke, der geheimnisvolle Bellamy und die anderen Verurteilten nach ihrer Ankunft vorfinden, raubt ihnen den Atem. Ein tödliches Abenteuer beginnt, auf das sie kein Training der Welt hätte vorbereiten können 

Meinung: 
Gleich vorweg und in rot: 
Ich gebe 2.5 Sterne und in meiner Besprechung gibt es Spoiler ... 

Puh
Ein Buch oder ein Fandom, das viele mögen, schlecht zu besprechen, ist immer riskant. 
Gleich vorweg: Ich hab die Serie  nicht gesehen (ich hab gehört, sie soll besser, als das Buch sein.) aber sie spamt jede Woche meine Timeline auf Twitter voll. 

Das war für mich Grund genug, mir das Buch einmal genauer anzuschauen. Ich war eh auf der Suche nach einem solchen Plot. 
Ich fing an zu lesen, und bis Seite 88 mochte ich das Buch (trotz der vielen vielen unlogischen Stellen und praktischen Figurenzeichnungen) ganz gern. 
Dann so um Seite 100 (oh diese Ironie) fing das Buch an total abzustürzen und endete damit, dass ich konstant genervt war. Von dem unlogischen Weltenbau und den Charakteren. 

Bleiben wir doch gleich mal bei den Charakteren. Wir haben vier POVs. 
Clarke. Bellamy. Wells. Glass
Schon gleich zu beginn fand ich es "überaus praktisch" dass Clarke Ärztin werden wollte und auf der Krankenstation ausgeholfen hat. "Praktisch" weil die Autorin mal wieder faul ist und uns eine Protagonistin gibt, dass das "medizinische Ding" auf der Erde schon wegwuppt. Fachkraft #1 an Bord. An sich mochte ich Clarke mittelgern, auch wenn mir ihre Gefühlswelt etwas zu arg war. 

Wells. Wells ist mein absoluter Hasscharakter. Sorry Ladys. Aber Wells Jaha ist dämlich. Eine Straftat begehen (und noch dazu eine so dämliche) um mit auf die Erdenmission geschickt zu werden und so seiner "großen Liebe" nah zu sein. DÄMLICH. Ich weiß, ich weiß. Seit Twilight gelten dumme/waghalsige Aktionen und Stalken als salonfähig seiner Angebeteten klar zu machen, dass man auf sie steht, aber Wells Jaha du bist ein Idiot!

Glass. Lasst mich bloß nicht darüber anfangen, wie sehr Glass mich aufregt, denn das tut sie. Warum genau ihr POV in dem Buch war (außer dass wir ein bisschen Zeit IN der Raumstation verbringen) weiß ich nicht. Den Großteil des Buches wird ein riesen Bohei darum veranstaltet WARUM Glass in Haft war. Irgendwann hab ich mein Lesegerät angeschrien "Gott dann sags doch endlich! AAAAAAAARGH" als es dann herauskam, wollte ich Glass ein Highfive geben. Mit einem Stuhl. In ihr Gesicht. 

Bellamy. Von dem ganzen traurigen Haufen, war er mir am symphatischsten. Obwohl die Autorin auch hier faul war und Bellamy vor seiner "Erdenmission" ein online-Survivaltraining verpasst hat. Fachkraft #2 an Bord. 

So drei von diesen Teens (und 97 andere Vollpfosten) landen also auf der Erde, die "verseucht" ist von einem nicht näher deffinierten Krieg. Allgemein wird in diesem Buch nichts näher definiert. Ich habe weder ein klares Bild von dem Schiff, noch von dem Leben da. Wenn es ums Worldbuilding geht, versagt dieses Buch auf ganzer Linie. 

Alles ist absolut unlogisch. 
Beispiel?
Sagen wir ich stehle mit 13 einen Apfel. Das ist schlimm. Denn Nahrung ist knapp. Ich stehle also einen Apfel mit 13 und werde deswegen weggesperrt, bis ich 18 bin (fünf Jahre). Dann bekomme ich ein "Revisionsverfahren". Aber das ist ein Witz, weil die Ressourcen so knapp sind, werde ich eh exikutiert. Was für eine sinnige Logik. Die Regierung sperrt mich also fünf Jahre in eine Zelle. Fünf Jahre in denen ich wertvolle Rohstoffe verbrauche, nur um mich dann doch hinzurichten?
10 von 10 Punkte auf der Idiotieskala!

Noch so ein Punkt. Es wird irgendwie nirgends erwähnt wie viele Leute überhaupt noch da sind. Aber es müssen eine ganze Menge sein. Denn es werden in diesem Buch so viele Leute einfach hingerichtet (wegen absolutem Käse) dass es (wenn das seit 300 Jahren genauso praktiziert wird) eigentlich schon längst keine Menschen mehr geben dürfte. 

Ich habe dieses Buch gelesen, weil ich auf einen spannenden Überlebensplot gehofft hatte. Leider konzentriert sich dieses Buch einzig und allein auf das zerüttet Liebesleben der Protagonisten. Alles dreht sich irgendwie nur darum, dass Clarke sauer auf Wells ist und Wells versucht Clarke für sich zu gewinnen, aber läuft da auch was mit Bellamy? Und Glass hat auch eine total traurige Lovestory. 

Ich bitte euch. 
100 Teenager landen allein auf der Erde. Ich hatte auf einen "Herr der Fliegen"-Plot gehofft, und stattdessen bekomm ich die "Wild Island"-Version von "Tatsächlich Liebe". Meine Fresse. So viel Potential und einfach verschenkt, für ein bisschen Teenagerliebe. Sowas macht mich wirklich wahnsinnig. 

Fazit: 

Ich weiß, einige von euch mögen das Buch. 
Ist okay. 
Ich fand es unlogisch, den Weltenbau ziemlich löschrig und der Großteil der Figuren nervt einfach nur. 

2.5/5 Sternen 



 

Kommentare

  1. Hallo :)
    also ich kennen nur die erste Staffel der Serie und fand die schon schlimm, soviele Logikfehler und soviel künstliches Drama, dass war zuviel für mich! Aber Glass gibt es zum Glück nicht, die gibt es wohl nur im Buch!
    Danke, endlich noch jemand der Wells total dumm und idiotische findet! Ich bin nicht allein!

    Liebe Grüße

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  2. Jetzt verstehe ich, wieso @lesewahn dich in ihrem #Lesesommer2015 Beitrag erwähnt hat. Einfach köstlich. 100x gelacht. Mehr kann man sich von einem Buch mit diesem Titel wahrlich nicht wünschen. Danke für die tolle Rezension.

    Liebe Grüße
    Michael

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