[Rezension] Hit & Run

von Doug Johnstone
BTB Verlag
288 S. 
ISBN: 978-3-442-74931-7 
9.99€

Inhalt: 
Vollgepumpt mit Rote-Beete-Schnaps und Pillen fahren Billy Blackmore, seine Freundin und sein Bruder von einer Party nach Hause. Es ist mitten in der Nacht, die kurvige Straße hoch über Edinburgh ist leer – bis auf einen Fußgänger, der ihnen plötzlich auf die Motorhaube knallt. Panisch beseitigt das Trio alle Spuren und fährt davon. Doch der Albtraum nimmt kein Ende: Als angehender Gerichtsreporter bekommt Billy den Auftrag, über den tödlichen Unfall mit Fahrerflucht zu berichten ...

Meinung:

Nachdem ich das Buch beendet hatte, hab ich mich zwei Sachen gefragt. Warum zum Teufel hab ich das Buch gelesen und warum auch noch bis zum Ende?
Keine Ahnung.
Wisst ihr, manchmal habe ich richtig Lust auf Hardboiled. Plots voller Gangster, Irrer, Drogen, Alkohol, Sex und Kippen. So ... ohne die ganz großen Gefühle, einfach ein bisschen schönes Millieu-Drama. Und Hit & Run versprach mir das irgendwie. Keine Ahnung, ich dachte wirklich, ich könnte bei dem Buch herrlich entspannen, stattdessen hab ich mich fast dreihundert Seiten nur aufgeregt.

Um was geht es?
Voll bis Oberkannte Unterlippe fahren Billy, Charlie und Zoe mitten in der Nacht durch Edinburgh. Dann, auf einer abgelegenen Landstraße auf den Klippen überfahren sie jemanden. Die drei bekommen Panik, schleifen die Leiche ins Gebüsch und schwören sich, die Sache zu vergessen.
Doch das ist leichter gesagt, als getan. Denn Billy ist Reporter und der Tote niemand anderes, als der Unterwelt-Gangsterboss von Edinburgh.
Und wie das in Gangsterkreisen nun mal so ist: Niemand killt straflos den Big-Boss.

Wirklich ich dachte, das Buch könnte mich - auf einfache brutale Art - unterhalten. Stattdessen ... nun ja. Billy ist wohl der dümmste Mensch auf dem Planeten. Er verletzt sich bei dem Unfall und geht nicht zum Arzt, obwohl er merkwüdige Symptome entwickelt. Stattdessen pfeift er sich - von seinem Arzt-Bruder geklaute und zu Hause im Jahresvorrat gebunkerte - Medis rein. Eine bunte Mischung, von Aufputschern, Schmerztabletten und halblegalen Drogen. Wenn er mal nicht high ist (und auch wenn er high ist) wird er von Gewissensbissen geplagt. Und wenn er gerade mal nicht jammert oder in absolute Panik verfällt, vögelt er die Witwe des Gangsterbosses oder legt sich einen Hund zu. Dieser Hund! Ich bin ja so und so eher der Katzenmensch, aber wie fixiert Billy auf diesen blöden Hund ist, war unfassbar nervig. Ich hab mich ungefähr 270 von 288 Seiten gefragt, was das jetzt alles so und wohin das jetzt überhaupt führt.


Wenn ich ehrlich bin, waren einfach alle Charaktere nervig. Ich konnte weder Billy, noch seinen Bruder, noch seine Freundin leiden. Alles schreckliche Menschen. Die Liste liese sich noch beliebig lang erweitern. Billys Chefin, der Cop, die dralle notgeile Witwe, der Bruder des Opfers. Ich verlange bei so Büchern wirklich nicht, dass ich nette Sunny-Boys bekomme, aber wenigstens einen (egal wie kaputten) Typen, mit dem ich ein bisschen Empathie entgegenbringen kann, würde mir ja schon reichen.

Zwar ist der Plot ziemlich flott und das Buch schnell ausgelesen, aber spätestens nachdem Billy (nach dem krassen Koksnasen-von hinten - Sex mit der Witwe im Behindertenklo des örtlichen Pubs, zusammenbricht und mit einem Stück Schädeldecke weniger aufwacht ... spätestens da wurde es mir zu abstrus. Ich wollte aufhören, aber da hatte ich nur noch ca. 50 Seiten und dann hab ich es durchgezogen. When you walk through hell ... keep going ... so in der Art. 

Der Schreibstil war flott, aber eben durchsetzt mit Fäkalsprache. Da hab ich jetzt auch nichts groß anderes erwartet. Ich hatte es über die Weihnachtstage schnell runtergelesen - und ja, ich sollte meine Feiertagslektüre in den kommenden Jahren vielleicht sorgfältiger auswählen.

Fazit:

Ich konnte dem Buch irgendwie so gar nichts abgewinnen.
Die handelnden Figuren waren durch die Bank weg unsymphatisch und der Plot hat es nicht wieder rausgerissen.

2/5 Sternen

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

[Rezension] Eisige Schwestern

[Montagsfrage] Kommentare

[Bookrant] Pakt des Blutes