[Rezension] Kill Girl - Tödliches Verlangen

von A.R.Torre
Blanvalet Verlag
401 S. 
ISBN: 978-3442384174
9.99€ 
Inhalt: 
Thrill me, kill me, fulfill me!
Deanna Maddens Leben funktioniert, solange sie die Regeln befolgt:
1. Verlasse niemals die Wohnung. Nicht in einem Notfall. Nicht, um Besorgungen zu machen. Die Tür bleibt verschlossen. Immer.
2. Entwickle niemals Gefühle für einen Kunden. Ziehe dich aus, stelle dich vor die Kamera und performe. Hüte ihre Geheimnisse. Wenn sie dich fragen, erzähle ihnen Lügen.
3. Töte niemanden.
Diese Regeln befolgte Deanna seit drei Jahren, und ihr Leben funktionierte. Bis sie anfing, die Regeln zu brechen …
Thriller meets Erotik - aufregender geht's nicht!
 


Meinung: 
Irgendwo habe ich gelesen Kill Girl wäre eine Mischung aus 50Shades of Grey und Dexter. Ich bin zwar kein riesen Fan von beiden Formaten, aber hey, es klang trotzdem cool. Also hab ich angefangen das Buch zu lesen (das war im September) aber dann aufgehört, weil ich mir mit mir selbst nicht einig war, ob das Buch jetzt cool oder krank ist. Es ist beides. 

 Es geht um Deanna, die - nach einer schrecklichen Familientragödie - einen unbändigen Drang verspürt Menschen zu töten. Um das zu verhindern schließt sie sich in ihrer Wohnung ein und verdient ihr Geld als Cam-Girl. Sie vögelt online mit Fremden und versucht ihren Trieb unter Kontrolle zu halten. Was ihr dank eisernem Willen und zwei Psychatern auch gelingt
.
Ihr Leben verläuft in geordneten Bahnen, bis sie eines Tages einem Verbrechen auf die Spur kommt und es liegt in ihren Händen, ob die Sache gut aus geht ... oder nicht.
Ich bin ehrlich. Deanna war eine der faszinierensten Protagonistinnen, die ich jemals hatte. Ja, ich mag ihre Art. Ich hing an ihren Lippen. Sie ist neu, sie ist echt, sie ist brutal ehrlich und ich mochte das. Es gibt in dem Buch jede Menge Sex - in jeder Art, die ihr euch vorstellen könnt - nur eben keinen konventionellen. Ihr mögt keine explizieten Sexdarstellungen? Dann ist Kill Girl nix für euch. Deanna kennt sie alle. Alle Verrückten. Alle Fetischichsten. Kannste dir nicht ausdenken.  Die Autorin klärt uns über eine ganze Menge faszinierender Sexpraktiken auf, ein wahrer Augenöffner.

Deanna, ihr Charakter, ihr Antrieb, ihre Geschichte hat mich faszniert.
Umso enttäuschter war ich vom "Plot" der Geschichte, denn der ist - im Vergleich zur Protagonistin - lachhaft schlecht. Die meiste Zeit redet Deanna von ihrem Leben, erzählt von ihren Kunden (ja es gibt eine Menge Sex) und davon, wie sie hier gelandet ist. Das ist faszinierend genug, und hätte mir eigentlich vollkommen gereicht. Aber die Autorin musste daraus noch eine Mörderjagd machen und da hat sie es einfach mit vermasselt. Natürlich soll das Kill Girl auch irgendwann mal töten und wenn, dann in guter alter Dextermanier einen der es echt verdient hat. Denn eine skrupellose Killerin als Protagonistin wollte sie scheinbar dann doch nicht haben.

Das Problem bei Deanna und ihren Mordgedanken ist: Es sind Gedanken und die Liebe überschätzt sich meilenweit und unterschätzt alle andern. Dementsprechend gehen ihre Versuche auch aus.
 Da kann man jetzt sagen: Hm ... nun gut, Anfängerpech und ich könnte da auch drüber weg sehen, aber mich hat dieser Plotteil mit der "Jagd" einfach vollkommen genervt. Denn der Höhepunkt des Buches ... kommt 50 Seiten VOR dem Ende. Danach kommt noch viel zu viel Zeug. Ich wusste nicht, warum ich noch 50 Seiten über Deanna lesen sollte, jetzt, wo eigentlich alles geklärt ist. Doch dann habe ich - durch Recherche im Internet - herausgefunden, dass Kill Girl wohl eine Serie wird.

 Natürlich ist Deanna eine faszinierende Protagonistin, allerdings ist für mich nach diesem Buch einfach ... die Luft raus. Ich hatte meinen Spaß mit ihr. Einen zweiten Teil brauche ich jetzt nicht, und ich muss auch sagen, dass mich der Plot von Teil 2 nicht wirklich überzeugt. Es klingt eher nach einem typischen - oh Teil 1 ist eingeschlagen schreib noch einen - Werk und ich will mir diese Figur nicht durch eine Fortsetzung kaputtmachen lassen.

Kleiner Hinweis, da es aus dem Klappentext nicht ersichtlich ist: In dem Buch spielt Pädophelie eine nicht gerade kleine Rolle. Das ist jetzt kein Spoiler, sondern ein dezenter Hinweis. Wer Sachen in denen Kinder entführt werden etc. nicht abkann, sollte lieber ein anderes Buch lesen.

Fazit: 

Kill Girl besticht durch eine neue, frische Protagonistin, die mich schwer beeindrucken konnte. Allerdings ist der dazugehörige Plot eher schlecht mit einem Ende, das einfach zu früh kommt. 

3.5/5 Sterne

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