[Rezension] Der Opiummörder


Autor: David Morrell
Titel: Der Opiummörder
Knaurf Verlag
528 Seiten
Reihe: Thomas de Quincey #1
Originaltitel: Murder as a fine art
ISBN: 9783426517 

Challenge: /
Skoobe: ja
Add it: Goodreads




Inhalt: 

1854, London: 
Ein grausamer Ritualmörder versetzt die ganze Stadt in Angst und Schrecken. Detective Shawn Ryan verdächtigt den opiumsüchtigen Schriftsteller Thomas de Quincey. Mit seiner Abhandlung "Der Mord als eine schöne Kunst betrachtet" hatte dieser kurz zuvor einen Skandal ausgelöst und seinen Ruf als Enfant terrible gefestigt. Als sich Ryans Verdacht als falsche Fährte erweist, schließen sich die beiden zu einem kongenialen Ermittlerpaar zusammen. Schon bald führen ihre Nachforschungen in höchste politische Kreise und in die Schattenwelt des Opiumschmuggels


Meinung:

Der Opiummörder fiel genau in mein Beuteschema. 
Männlicher Protagonist, London, 19. Jahrhundert und blutrünstige Morde. 
Als das Buch - gleich als allererstes - am Donnerstag bei Skoobe auftauchte, hüpfte ich erstmal eine Runde durchs Zimmer und fing sofort an zu lesen. 

Der Opiummörder war alles in allem ein gutes Buch, aber es  hatte einige Schwächen und Hänger. 
Das Thema sind blutige Mehrfachmorde, die sich an den im 19. Jahrhundert berühmten Ratcliffe Highway Morden orientieren und diese sogar übertreffen.  Für diejenigen, die Blut, Hirn und Innereien nicht so gut händeln können, oder Gewalt gegen Kinder nicht verträgt ... dies ist nicht unbedingt euer Buch. Es wird geschlitzt, zertrümmert und gemeuchelt. Drogen, Prostitution und Verbrechen und das auf sehr anschauliche Art und Weise, bilden den Kern des Buchs. 

Fast jedes Kapitel beginnt damit, dass der Autor uns über die Welt des 19. Jahrhunderts aufklärt oder uns gewisse Sachverhalte erklärt. Diese Anekdoten könnte man theoretisch auch als Infodump werten. Man muss diesen Erzählstil mögen, oder diese Passagen eben überspringen. Ich persönlich mag hie rund da Anekdoten, doch sogar mir waren mache ein kleines bisschen zu detailreich. 
Aber das ist - wie so vieles - Geschmackssache. 

Ein Problem bei dem Buch waren die Figuren. 
Ich habe über 500 Seiten mit ihnen verbracht und trotzdem blieben sie mir seltsam fremd. Ich weiß nicht, woran es lag. Ich mag schwierige Figuren, die es mir nicht leicht machen sie zu mögen, aber Thomas de Quincey war für mich eine harte Nuss. Der Opiumesser, wie ihn die Leute nennen, war wirklich nicht einfach. Vielleicht lag es daran, dass er so alt war. Ein fast siebzigjähriger Protagonist ist eben nicht einfach zu händeln. Noch dazu ist er verrückt und drogenabhängig. Die Art von Protagonist ist mir dann doch ein wenig zu stressig. 

Der Inspektor und sein Assistent waren da schon netter. Vorallem Becker mochte ich und Ryan war ein Charakter, mit dem ich mitfiebern konnte. Beide machen ihren Polizeijob gut und wenden morderne Methoden an, um die Fälle aufzuklären. 
Mein persönliches Highlight an dem Buch war aber - und unglaublich, dass ich das einmal sage - de Quinceys Tochter Emily. Hihi. Unglaublich, aber Miss de Quincey war so resolut und aufmüpfig, dass man sie einfach mögen musste. 

Die Geschichte hat - wie oben erwähnt - ein paar Hänger im Mittelteil. 
Der Anfang ist genial, blutig und schonungslos. Aber der Autor ist eben jemand, der gern lange Kreise, um ein Thema zieht, bevor er auf den Punkt kommt. 
Der Schreibstil ist gut und die Recherche ist ausführlich. Ich liebe es ja, wenn ich aus Büchern noch etwas lernen kann und bei der Opiummörder war das der Fall. 

Fazit: 

Der Opiummörder ist ein blutiges, schonungsloses Buch, dass leider seine Längen hat. Mit einigen Figuren kam ich besser zu Rande, als mit anderen, was leider verhindert, dass ich dem Buch volle Punktzahl geben kann. 

3.5/5 Punkten


 

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