[Rezension] Prinz der Dunkelheit

 
 
 
von: Mark Lawrence 
Originaltitel: Prince of Thornes
Serie: The Broken Empire #1
Verlag Heyne-Verlag
Seiten: 384 S. 
ISBN: 9783453528253
9.99€ Ebook
13.- € Paperback
Skoobe: ja!
Get it: Goodreads 
 
 
 
 
 
 
 
Inhalt: 
 
Sag uns kurz, wie du heißt.
Jorg. Eigentlich Kronprinz Jorg von Ankrath, aber das war einmal.
Du siehst jung aus. Wie alt bist du, fünfzehn?
Knapp daneben. Mit fünfzehn werde ich König sein!
Du bist die meistgehasste Person im ganzen Land. Warum?
Nun ja, wenn man mit einer Horde Gesetzloser ganze Dörfer niederbrennt, löst das Unmut aus. Aber was würdest du tun, wenn die Königin, also deine Mutter, und dein Bruder vor deinen Augen getötet werden? Dieser Hass ist erst der Vorgeschmack auf meine Rache – denn die wird tödlich sein
 
Meinung: 
 
Ich wollte dieses Buch schon Ewigkeiten lang lesen. 
Vor zwei Jahren habe ich die Leseprobe gelesen und gedacht: Wow ... das klingt ... AWESOME. Aber irgendwie hatte ich keine Lust auf Fantasy. Ich hatte ein ganzes verdammtes Jahr keine wirkliche Lust auf Fantasy. Ich hab fast nur historische Romane gelesen. Einem nach dem anderen, einen nach dem anderen. Nicht, dass es eine schlechte Sache wäre, durch die Zeit reisen, Schlachten zu schlagen, Ale zu trinken, nein, aber ich hatte keine Lust auf Fantasy. 
 
Doch jetzt, jetzt ist 2016 und ich habe so Bock auf Fantasy, so einen richtigen Heißhunger auf Magie, und Schlachten und ... äh Ale. Nun ja. 2016 will ich mehr Fantasy lesen und Prinz der Dunkelheit war die grandiose Chance auf ein grandioses erstes Buch 2016. 
Und was soll ich sagen? 384 Seiten, in weniger als 24 Stunden. Ich bin wieder zu Hause und es fühlt sich grandios an!
 
Ja, was soll ich sagen?
Ich mag Jorg. Jorg ist wie das böse kleine Kind in uns allen, das einfach losziehen und alles niedermähen will, was sich ihm in den Weg stellt. Der einzige Unterschied zwischen Prinz Jorg und unserem inneren Kind ... Prinz Jorg zieht los und mäht alles um. 
Der Junge ist einfach nur geistesgestört, verrückt, zynisch und ... gerade mal 14. 
Ich habe viele negative Stimmen zu dem Buch gehört, dass Jorg eben ein verrückter, Frauen vergewaltigender, saufender, irrer Bastard ist und das kein Mensch mit 14 so dermaßen verkorkst sein kann. Ist schwer vorzustellen sowas, aber das macht ja irgendwie auch den Reiz dieses Buches aus. Ich hab die ganze Zeit mit offenem Mund vor dem Text gesessen und immer abwechselnd "WAS?" und "AWESOME" gerufen. 
Jorg ist eben keiner von diesen geleckten Helden, der gut sein will. Jorg ist nicht einfach und bequem. Er ist eine Herausforderung und irgendwie mag ich den kleinen Bastard verflucht gern. Nicht auf die Art, auf die man Protas normalwerweise mag, sondern auf so ne kumpelhafte Art. Ich will ihn nicht heiraten - Gott bewahre - sondern ihm die hälfte des Buchs ein High Five geben und ihn die andere Hälfte schütteln. 

Die Story?
Jorg will Rache für den Tod seiner Mutter und seines Bruders. Denn sein Dad hat - seiner und meiner Meinung nach - ziemlich feige den Schwanz eingezogen. Also haut Jorg von zu Hause ab, schließt sich einer Söldnertruppe an und zieht raubend und brandschatzend durch die Gegend. Dann erhält er von seinem Vater einen Auftrag der eigentlich Selbstmord ist und findet auf diesem Wege heraus, dass etwas mit ihm nicht stimmen kann ... 
Gut, die Story war jetzt nicht SO neu und auch nicht SO einfallsreich. Ja, in der Mitte gab es einen Hänger, als der Prota ewig lang unter Tage festsaß, aber da das Buch sich komplett auf Jorg zentriert, und Jorg einfach so ein unterhaltsammer Motherfucker ist, war das jetzt auch nicht weiter schlimm. 

Die Welt. 
Ich muss sagen, mit der Welt habe ich so meine Probleme. Zuerst dachte ich, es würde in einer Fantasywelt spielen. Doch nach wenigen Seiten war mir irgendwie klar, dass es wohl England sein muss. Ein verrücktes Mittelalter-Fantasy England. Doch dann kamen Worte wie "Toxizität" und "Nietzsche" und ich bin ehrlich, DAS hat das Setting für mich total gecrashed. Prinz der Dunkelheit ist kein Mittelaltersetting, sondern ein Post-Apokalypse ... Mittelalter ... Irgendwas. So sehr ich Jorg und das Buch auch Liebe, diese Vermischung, war zu viel für meinen Kopf. Das ist, als wollte ich eine Salamipizza  mit Nutella essen. Beides für sich ist ja toll, aber zusammen ... nein. 
 
Fazit: 
 
Prinz der Dunkelheit hat mich nach Hause zurückgeholt. 
Es ist ein bitterböses, blutiges, rachedurstiges Buch, bei dem allein der Weltenbau nicht meine Zustimmung findet. 
 
5/5 Sterne!

 

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