[Rezension] Kings Rising


Titel: Kins Rising
Autor: C.S.Pacat
Verlag: Penguin
Umfang: 385 S. 
ISBN: 9781743484951
Preis: 11.84€ (ebook)

Reihe: Captive Prince #3
Skoobe: /
Challenge: Makabre High Fantasy Challenge







Hinweis: Da es sich um Band 3 einer Reihe handelt, und ich das Buch gehasst habe, sind hier Spoiler für die ersten zwei Bände und Teile des Inhalts unvermeidbar. 

Inhalt:

Damianos of Akielos has returned.

His identity now revealed, Damen must face his master Prince Laurent as Damianos of Akielos, the man Laurent has sworn to kill.

On the brink of a momentous battle, the future of both their countries hangs in the balance. In the south, Kastor's forces are massing. In the north, the Regent's armies are mobilising for war. Damen's only hope of reclaiming his throne is to fight together with Laurent against their usurpers.

Forced into an uneasy alliance the two princes journey deep into Akielos, where they face their most dangerous opposition yet. But even if the fragile trust they have built survives the revelation of Damen's identity - can it stand against the Regent's final, deadly play for the throne?


Meinung: 

Okay.
Wow. Ich kann nicht glauben, was passiert ist oder was ich hier gleich schreiben werde. Nachdem meine Freundin mir vor Jahren den ersten Teil dieser Reihe ans Herz gelegt hat, habe ich die zwei Bände Captive Prince verschlungen. Seitdem hieß es warten und warten und warten. Aus dem Selfpublishing-Wunder wurde - zurecht - eine Bestesellerautorin mit Penguin-Vertrag. Es hat mich für C.S. Pacat gefreut, auch wenn es bedeutet hat, noch sehr viel länger, auf Band 3 zu warten.
Aber als Leserin von Scott Lynch, G.R.R. Martin und Patrick Rothfuss ist man ja an einiges gewohnt.

Ich habe mir das Buch - was selten genug vorkommt - vorbestellt und mich pünktilch zum 2.2. beseelt darauf gestürzt. ENDLICH. Endlich sollte ich erfahren wie alles endet. Ja, die Erwartungen waren gigantisch. Drei Jahre hatte ich auf diesen Moment gewartet und wollte meine drängenden Fragen beantwortet wissen.
Weiß Laurent, wer Damen ist?
Und wenn nein, wie wird er es aufnehmen?
Und wenn ja: WAAAAAAS? 
Wann findet Damen heraus, was mit Laurent nicht stimmt?
Und wie wird er es aufnehmen?

So nun habe ich das Buch beendet.
Während ich die ersten zwei Bände an zwei Tagen praktisch inhaliert habe, brauchte ich für Kings Rising 4 endlose Tage. Das sagt eigentlich schon alles.
Hier an dieser Stelle standen schon vier andere Rezensionen, in denen ich mich unermüdlich über dieses Buch ausgelassen habe. Ich habe alle vier wieder gelöscht. Es war total ausgeartet. Das muss nicht sein. Ich bin in mich gegangen und schreibe die Rezi jetzt lieber mit kühlem Kopf und etwas mehr Abstand.

Ja, was kann ich sagen, über Kings Rising?
Während Pacat in den ersten zwei Bänden bewiesen hat, dass die Porno und Politik wunderbar miteinander vermengen kann, kam es mir hier so vor, als hätte es jemand anders geschrieben.
Als wäre aus der gefeierten Bestsellerautorin eine blutige Anfängerin geworden. Als hätte sie alles verlernt, was ihre Bücher einmal so großartig gemacht hat.
Der Plot ist voller logischer Fehler und zu viele Handlungsstränge enden zu schnell und einfach. Es gibt Deus ex Maschina Momente und die Figuren haben zwischen den zwei Bänden wohl Superkräfte erhalten, von denen ich nichts wusste.

Es tut mir leid, ich kann nicht glauben, dass Laurent mit einem ausgekugelten Arm einen schweren Stuhl so schwingen kann, dass er auf Govats Kopf niedergeht. Eines Mannes der um einiges größer und schwerer als Laurent ist - noch dazu ist seine Schulter ausgekugelt! Jeder der das mal hatte - und ich kenne Leute, die das hatten - der weiß, da schwingst du gar nichts mehr.

Auch das Damen - einfach so - einen Speer aus der Luft abfängt der ihn töten soll. Und das, während er auf einem Pferd sitzt! Oder das er - gefühlt - die halbe Armee von Vere im Alleingang vernichtet. Es tut mir leid, Ms. Pacat, aber nein. Nein, ich kann so etwas nicht einfach akzeptieren.

Vieles an diesem Buch konnte man unter die Überschrift, was nicht passt, wird passend gemacht setzen. War Laurent in den ersten zwei Bänden ein planerisches Mastermind, lässt sich sein finaler "Plan" auf Glück und Zufall runterrechnen. Vermengt mit einer ordendlichen Portion Deus ex Maschina von Seiten der Autorin. Und das war einfach nur schlechter Stil.

Wie zu Anfang erwähnt, wartete ich auf die Beantwortung gewisser Fragen.
Als diese Antworten kamen, war ich unfassbar enttäuscht.
Das Ende - hier die Szene im Thronsaal - war einfach die größte Antiklimax, die ich jemals erlebt habe. Ich saß vor dem Buch und war fassungslos, dass es DAS gewesen sein sollte. Ich als Leser, wollte eine große Entscheidungsschlacht, in der Laurent seinen Onkel überlistet und tötet. Ja, ich wollte mein primitives Bedürfnis nach Rache voll auskosten. Doch leider hatte die Autorin andere Pläne. Und ja ... das war unbefriedigend.

Was bleibt sonst noch?
Laurent und Damen

Wie gesagt, ich habe Laurent geliebt, seit er seinen ersten Auftritt hatte.
Meine Freundin sagte damals: "Laurent ist ein sexy Eisberg und Damen die Titanic."
Die Figuren waren - in ihren Rollen - zwei Bände lang großartig. In Band drei aber, hat die Autorin es einfach übertrieben. Es war als wollte sie etwas, das eh schon gut und perfekt war, noch perfekter machen. Herausgekommen ist eine fast schon Edwar-Cullen-mäßige Übertreibung und Überperfektionierung der Figuren.
Und diese Überzeichnung hat es einfach über die Kante geschoben.

Damen war ein noch größerer Holzkopf, als je zuvor. Nichts gegen den sexy Barbarenkönig, aber ich möchte in keinem Land leben, in dem dieser Volldepp König ist. Er hat ein gutes Herz und Mut und Ehre, ja. Aber mehr als eine halbe Brötchenhälfte  hat der Gute halt nicht in der Birne. Braucht er ja auch nicht, er hat ja Laurent.
Der ist noch cleverer, noch hinterlistiger, noch schöner, noch perfekter, als eh schon. Ich hab die ganze Zeit nur darauf gewartet, dass er Thranduil-Like auf einem Hirsch oder gleich einem Einhorn angeritten kommt und Glitzer verstreut.

Nein.
Spaß beiseite, die Autorin hat - aus meiner Warte betrachtet - die Figuren zu stark überzeichnet. Auch das ein Rückschritt. Das einzig wirklich gute an dem Buch waren ein paar Szenen zwischen Laurent und Damen und natürlich die sexy time. Von der es leider verdammt wenig gab, für ein Buch von fast 400 Seiten.

Fazit:

Ich hätte nie gedacht, dass ich Captive Prince einmal nicht würde lieben können.
Drei Jahre Wartezeit und das Buch lässt mich enttäuscht zurück.
Unendlich Schade. 
Ich sitze hier, am Ende einer Trilogie und fühle mich einfach nur noch leer.
Könnte heulen.

2.4/5 Sternen

 

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